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Formel 1 in Japan
Vettel am Boden - erster Matchball für Hamilton

Großer Preis von Japan 2017: das Rennen
Großer Preis von Japan 2017: das Rennen FOTO: afp
Suzuka . Verraten von der "Roten Göttin": Die nächste peinliche Ferrari-Panne hat Sebastian Vettel wohl endgültig um den WM-Titel gebracht. Sein Rivale Lewis Hamilton im Mercedes gewann den Großen Preis von Japan und könnte sich schon beim US-Rennen in zwei Wochen in Austin zum Weltmeister krönen.

"Schon gegen Ende der Formationsrunde war keine Leistung da, wir haben versucht, das irgendwie zu retten, es ging aber nicht", sagte Vettel mit versteinerter Miene.

Vettel musste in Suzuka bereits in der vierten Runde aufgeben - ein Problem mit der Zündkerze brachte ihn um jede Chance. Hamilton gewann am Sonntag vor dem Red-Bull-Duo Max Verstappen (Niederlande) und Daniel Ricciardo (Australien), der Brite geht mit einem Vorsprung von 59 Punkten auf Vettel in die letzten vier Saisonrennen. Holt er in Austin 16 Punkte mehr als der Deutsche, dann ist der Titelkampf schon entschieden.

Hamilton feiert den Sieg in Suzuka FOTO: ap, TT EH

"Schon gegen Ende der Formationsrunde war keine Leistung da, wir haben versucht, das irgendwie zu retten, es ging aber nicht", sagte Vettel: "Die Enttäuschung ist schon riesengroß." Auch für die übrigen Deutschen war es ein verlorener Tag. Nico Hülkenberg (Emmerich) im Renault schied ebenfalls aus, Sauber-Pilot Pascal Wehrlein (Worndorf) wurde 15. und damit Letzter.

"Ich konnte ja nur davon träumen, in dieser Saisonphase so einen Vorsprung in der WM-Wertung zu haben", sagte Hamilton bei der Siegerehrung: "Aber unser Team macht einen Super-Job, sowohl an der Box als auch daheim in der Fabrik. Da wird wirklich auf jedes Detail geachtet, dafür bin ich den Jungs unglaublich dankbar." Team-Vorstand Niki Lauda mahnte allerdings am Sky-Mikrofon vor zu frühem Jubel: "Ich rechne immer mit Sebastian Vettel und Ferrari. Gewonnen ist erst, wenn man den Titel in der Hand hat."

Großer Preis von Japan 2017: das Qualifying FOTO: afp

Besonders Vettel dürfte der Rückfall in schlimmste Ferrari-Zeiten einige Kopfschmerzen bereiten. In den vergangenen drei Wochen brachte ihn eine schier unfassbare Pannen- und Pechsträhne auf der Asientour um seine zuvor ziemlich guten Chancen auf den ersten Titel mit der Scuderia.

In Singapur war Vettel als Pole-Setter durch einen unnötigen Startunfall ausgeschieden - dieses Rennen hätte er bei normalem Verlauf wohl gewonnen. Vor einer Woche warfen den 30-Jährigen in Malaysia Antriebsprobleme im Qualifying ans Ende des Feldes zurück, mit dem schnellsten Auto wurde er im Rennen noch Vierter - auch in Sepang hätte Vettel gewinnen können.

Quali-Duelle aller Formel-1-Teams 2017 FOTO: ap, mdb

Wie in Suzuka, wo der Hesse auf dem zweiten Startplatz hinter Hamilton stand - und schon wieder brach Hektik bei der Scuderia aus. Kurz vor Rennbeginn wurde gewerkelt, die Zündkerze war das Problem. Am Start hielt sich Vettel noch hinter Hamilton auf Rang zwei, "aber schon da hatte ich keine Leistung, sonst wäre ich vorbeigekommen", sagte er später.

Im weiteren Verlauf der ersten Runde hatte Vettel dann keine Chance, die Verfolger um Max Verstappen und Valtteri Bottas hinter sich zu halten - auf den Geraden fehlte Geschwindigkeit, die Konkurrenz zog locker vorbei. Vettel drehte ein paar weitere Runden, doch bald kam die Anweisung über Funk: "Sebastian, komm an die Box. Es geht nicht mehr weiter."

Noch eine ganze Weile saß der Deutsche anschließend resignierend in seinem Boliden, während das Team bereits die Motorabdeckung an dem SF70H entfernte. Anschließend redete Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene auf Vettel ein, umarmte ihn, doch der gefallene Mitfavorit zuckte nur mit den Schultern. "Wir sind alle am Limit, manchmal gehen Dinge halt kaputt", sagte er wenig später: "Normalerweise haben wir immer alles im Griff, aber manchmal geht es schief."

Über Konsequenzen innerhalb des Teams wollte Vettel in Suzuka noch nicht sprechen: "Das ist Quark, die Jungs sind alle voll motiviert. Aber manchmal trifft es einen halt." Es waren nun allerdings schon drei vermeidbare Ausrutscher in Folge, die den viermaligen Weltmeister wohl um den Titel gebracht haben. Hamilton konnte die Red Bulls das gesamte Rennen über zwar nicht abschütteln, brachte seinen achten Saisonsieg letztlich aber sicher ins Ziel.

(can/sid)
 
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