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Formel 1 in Russland
Vettel fährt in Sotschi Bestzeit, Mercedes mit Rückstand

Formel 1: Sebastian Vettel fährt in Sotschi Bestzeit, Mercedes mit Rückstand
FOTO: afp
Sotschi. WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel hat im Ferrari die klare Tagesbestzeit im Freitags-Training zum Großen Preis von Russland aufgestellt. Der viermalige Formel-1-Weltmeister benötigte in der zweiten Einheit 1:34,120 Minuten für den 5,848 Kilometer langen Kurs in Sotschi.

Mit einer ultraschnellen Runde auf den ultrasoften Reifen hat Sebastian Vettel sich auf den Kampf gegen die leicht schwächelnden Russland-Regenten von Mercedes eingestimmt. Der viermalige Formel-1-Weltmeister fuhr am Freitag beim Freien Training die schnellste Runde des Tages. Als Zweiter bestätigte Teamkollege Kimi Räikkönen zum Auftakt des Großen Preises von Russland die starke Form von Ferrari.

Mit überraschend deutlichem Rückstand folgten die beiden Rivalen von Mercedes: Valtteri Bottas war 0,670 Sekunden langsamer als WM-Spitzenreiter Vettel. Der WM-Zweite Lewis Hamilton hatte immer wieder zu kämpfen auf dem Kurs und benötigte 0,709 Sekunden mehr.

"Diese Lücke ist künstlich", meinte Vettel und wollte sich vom Vorsprung nicht täuschen lassen: "Auf diesem Kurs kannst du ganz besonders manches zeigen, manches aber auch nicht." Mercedes werde stark sein, wenn es in der Qualifikation und im Rennen drauf ankommt.

Allerdings räumte Hamilton ein, dass es ein etwas schwieriger Tag gewesen sei. "Wir haben alles hinbekommen, was wir auf unseren Fahrten machen wollten, aber was die Balance des Ferrari betrifft, sah er auf der langen Distanz sehr, sehr schnell aus." Man müsse nun zusehen, wie man den eigenen Wagen noch verbessern könne. Erster auf der einen schnellen Runde, dazu schnell auf den sogenannten Longruns, selbst auf der Formel-1-Homepage war vom roten Alarm die Rede.

Für Max Verstappen auf Platz fünf endeten die zweiten anderthalb Stunden auf dem Sotschi Autodrom sogar vorzeitig, der Niederländer musste seinen Red Bull wegen eines Defekts vorzeitig abstellen. Nico Hülkenberg wurde in der schnelleren zweiten Einheit im Renault Achter, Pascal Wehrlein landete im Sauber auf dem 18. und damit drittletzten Platz.

Das erste Freie Training zur frühen Mittagszeit mit Räikkönen auf der eins vor Bottas war nur ein Vorspiel im Kurort am Schwarzen Meer gewesen. Ernst machten die WM-Rivalen in den zweiten 90 Minuten. Jetzt galt es. "Diese Bedingungen werden die gleichen wie in der Qualifikation und im Rennen sein, daher wird das das nützlichste Training sein", twitterte Reifenhersteller Pirelli.

Und dann ging es los. Als erster ließ sich Räikkönen die ultrasoften Reifen aufziehen. Die Gummis mit der lilafarbenen Markierung sind die schnellsten, die Pirelli zu bieten hat, und erstmals in Russland im Einsatz. Räikkönen unterbot die bis dahin beste Rundenzeit durch Hamilton auf den supersoften Reifen um eine Sekunde. Dann kam Vettel, den ersten Versuch brach er ab, der Motor stotterte etwas. Beim zweiten schob sich der 29 Jahre alte Heppenheimer vor den 37 Jahre alten Finnen.

Der WM-Spitzenreiter und der WM-Vierte, die noch vor dem ersten Training am Morgen neu Turbolader in ihrer Ferraris eingebaut bekommen hatten, forderten den WM-Zweiten Hamilton und den WM-Dritten Bottas heraus. Vor allem Hamilton versuchte es, kam aber nicht ran.
Während er mit der Box funkte, qualmten bei einem harten Bremsmanöver hinter dem deutschen Sauber-Piloten Pascal Wehrlein mächtig die Reifen. Vor allem der mittlere Sektor der 5,848 Kilometer langen Strecke und die beiden letzten der insgesamt 18 Kurven machten dem Sotschi-Sieger von 2014 und 2015 diesmal Probleme.

Was das für die Qualifikation zu bedeuten hat an diesem Samstag (14.00 Uhr MESZ/RTL und Sky), ist noch nicht ganz klar. Bisher erwies sich Mercedes im Kampf um die eine schnelle Runde noch immer als die Nummer eins, sicherte sich durch Hamilton in Australien und China sowie Bottas in Bahrain die besten Startpositionen in diesem Jahr.
Seit der Rückkehr der Turbos zur Saison 2014 stand 59 von 62 Mal ein Mercedes auf der Pole.

Vettel wartet hingegen seit dem 19. September 2015 in Singapur auf Platz eins in der Qualifikation. Die Pole in Russland wäre umso wichtiger, als dass die taktischen Varianten durch eine Einstopp-Strategie deutlich geringer sind beim Rennen an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky). Vor dem vierten Saisonlauf hat Vettel sieben Punkte Vorsprung auf Hamilton, 30 auf Bottas und 34 auf Räikkönen.

Ergebnisse:

2. Freies Training, 28.4.2017:

1. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Ferrari 1:34,120 Min.; 2. Kimi Räikkönen (Finnland) - Ferrari +0,263 Sek.; 3. Valtteri Bottas (Finnland) - Mercedes +0,670; 4. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,709; 5. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +1,420; 6. Daniel Ricciardo (Australien) - Red Bull +1,790; 7. Felipe Massa (Brasilien) - Williams +2,141; 8. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Renault +2,209; 9. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +2,386; 10. Sergio Perez (Mexiko) - Force India +2,480; 11. Esteban Ocon (Frankreich) - Force India +2,534; 12. Fernando Alonso (Spanien) - McLaren +2,645; 13. Jolyon Palmer (Großbritannien) - Renault +2,651; 14. Romain Grosjean (Frankreich) - Haas +2,919; 15. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Toro Rosso +2,963; 16. Stoffel Vandoorne (Belgien) - McLaren +3,005; 17. Daniil Kwjat (Russland) - Toro Rosso +3,180; 18. Pascal Wehrlein (Worndorf) - Sauber +3,321; 19. Lance Stroll (Kanada) - Williams +3,627; 20. Marcus Ericsson (Schweden) - Sauber +3,699

 

 

(dpa)
 
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