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Vettel ist als Motivator gefragt
Ferraris WM-Mission 2018 startet schon jetzt

Spektakuläre Aufholjagden in der Formel-1-WM
Spektakuläre Aufholjagden in der Formel-1-WM FOTO: ap, AF
Die WM ist für Sebastian Vettel verloren, jetzt muss der Heppenheimer Ferrari für nächstes Jahr wieder aufrichten. Wie einst sein Idol Michael Schumacher ist Vettel als Motivator gefragt.

Es schmerzt Sebastian Vettel noch immer. Natürlich. Der Absturz in der WM nagt an dem Ferrari-Star, die "Geschenke", die er und die Scuderia zuletzt an Lewis Hamilton verteilt haben, machen ihn fassungslos. Und doch muss sich Vettel zusammenreißen. Wie einst sein Idol Michael Schumacher ist er jetzt als Motivator gefragt, der sein Team wieder aufrichtet. Um die Titelmission 2018 nicht zu gefährden.

"Es gibt viele Dinge, die mir Hoffnung machen, wenn ich in die Fabrik schaue, die Ideen, die da auf dem Tisch liegen", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Mexiko (Sonntag, 20.00 Uhr/RTL und Sky). Bei dem drittletzten Saisonrennen wird wohl schon Hamiltons große Titel-Fiesta steigen. Doch nächstes Jahr will Vettel den Briten und Mercedes nicht nur piesacken, sondern endlich auch im Rennen um die WM schlagen.

"Wir wachsen immer noch, es gibt massives Potenzial, das noch nicht entfesselt ist", sagte Vettel, der in der dünnen Luft der Megacity auf über 2200 m Höhe nach den vergangenen Horrorwochen endlich wieder positive Schlagzeilen schreiben will. Sich zu wehren, den fünften Saisonsieg und den ersten nach dann 91 Tagen zu holen, wäre enorm wichtig für die Moral des Traditionsrennstalls.

Auch persönlich hat Vettel einiges gutzumachen: Im Vorjahr fiel der Heppenheimer vor allem mit seinen Pöbeleien am Funk gegen Max Verstappen und Rennleiter Charlie Whiting auf.

Fans und Presse in Italien fordern Erklärungen

Trotz des so gut wie verlorenen WM-Titels sei 2017 ein "hartes Jahr" gewesen, kein verlorenes, sagte Vettel. Das sehen viele Fans in Italien und die heimische Presse allerdings anders, sie fordern Erklärungen, warum Ferrari so abstürzte in der WM - aus einem Vorsprung Anfang September wurde in kürzester Zeit ein nicht einzuholender Rückstand. Egal was Vettel macht, Hamilton muss lediglich Fünfter werden und er ist zum vierten Mal Weltmeister. Der Champagner dürfte für Sonntag also gut gekühlt sein. "Die Mexikaner wissen, wie man feiert", sagte Hamilton schon voller Vorfreude.

Nun gelte es, die "Lektionen sauber" hinter sich zu bringen und die "letzten Schritte konsequent" zu gehen, sagte Vettel. In seinem Ringen um Perfektion bei Ferrari erinnert der 30-Jährige an Schumacher, der bei seiner Ankunft in Italien auch massiv Aufbauarbeit leisten musste. Schumacher holte in seiner fünften Saison den ersten Titel mit Ferrari, Vettel geht nächstes Jahr in seine vierte.

Vettels Mission ist klar. "Ich will in Rot den Titel gewinnen. Meine Inspiration war Michael, und er fuhr die meiste Zeit in Rot", sagte Vettel dem Magazin Socrates: "Er gewann seine größten Siege und Titel in Rot. Ich will meine eigenen Fußstapfen hinterlassen, aber meine größte Herausforderung, mein großer Traum ist es, mit Ferrari zu siegen wie damals Michael." 2018 soll es endlich so weit sein.

(sid)
 
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