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Formel 1 in Monza
Vettel scheint gegen die Silberpfeile chancenlos zu sein

Formel 1: Sebastian Vettel scheint gegen die Silberpfeile chancenlos zu sein
Sebastian Vettel träumt von einem Heimsieg in Monza. FOTO: afp
Monza. Das einzigartige Podium in Monza ist emotionaler Höhepunkt jeder Formel-1-Saison, Sebastian Vettel will erstmals als Ferrari-Pilot einen Sieg über dem roten Fahnenmeer feiern - doch im Kampf gegen die Silberpfeile scheint die Scuderia chancenlos.

Drei Siege hat Sebastian Vettel seit seinem Wechsel zu Ferrari gefeiert, doch sie alle verblassen im Vergleich zu einem zweiten Rang im September 2015. "Das Podium in Monza" sei "mit Sicherheit" die emotionalste Erfahrung seiner Zeit in Rot gewesen, sagt Vettel: "Es war unglaublich." Das Siegertreppchen im Königlichen Park schwebt geradezu über der Zielgerade, die nach dem Rennen gesäumt ist von Tifosi.

Zu gerne würde der viermalige Weltmeister in diesem Jahr noch eine Stufe höher klettern. Der erste Heimsieg mit der Scuderia beim Großen Preis von Italien (Sonntag, 14 Uhr/Live-Ticker) wäre für Vettel mehr als ein Lichtblick, er würde Ferrari diese eigentlich verlorene Saison retten - doch es dürfte ein Traum für Vettel bleiben, zumindest in diesem Jahr. Viel zu groß sind wohl die Vorteile von Mercedes auf der Hochgeschwindigkeits-Piste.

Zudem können die Silberpfeile auf "Mr. Monza" bauen: Weltmeister Lewis Hamilton hat drei der vergangenen vier Rennen in Italien gewonnen, auch der WM-Spitzenreiter kennt die Vorzüge dieser Strecke. "Es ist unmöglich, sie nicht zu mögen", sagt Hamilton: "Die Geschwindigkeit, die Geschichte, die Atmosphäre. Und dort oben auf diesem grandiosen Podium zu stehen und über das Meer an Zuschauern auf der Geraden zu blicken, muss eine der unglaublichsten Erfahrungen sein, die ein Sportler erleben kann."

Der Sieg auf dem Traditionskurs, der wohl an diesem Wochenende die Verlängerung des auslaufenden Vertrages mit Bernie Ecclestone verkünden wird, dürfte mal wieder in einem Mercedes-Duell ausgefochten werden. Neun Punkte trennen die Rivalen Hamilton und Nico Rosberg, der deutsche WM-Zweite schöpfte mit dem Sieg am vergangenen Sonntag in Spa ein wenig neue Hoffnung - allerdings war es nicht nur aus Hamiltons Sicht so etwas wie ein geschenkter Erfolg: Hamilton hatte nach einer Strafe wegen des Wechsels einiger Motorenteile vom 21. Rang ins Rennen starten müssen und raste dennoch immerhin auf Rang drei.

Hinter den Silberpfeilen könnte es aber wieder etwas enger zugehen, zumindest diese Hoffnung hat das jüngste Rennen in Belgien geweckt. Denn sogar auf der schnellen Strecke in den Ardennen schien Mercedes nicht gänzlich unverwundbar, der Abstand im Qualifying war geringer als erwartet. Und im Kampf um den Status als zweite Kraft scheint Ferrari wieder Vorteile gegenüber Red Bull Racing zu haben, zumindest ein weiteres Podium in Monza sollte für Vettel absolut möglich sein.

Denn schon in Spa stimmte die Geschwindigkeit, sagte der Heppenheimer, nach Monza bringen die Roten nun ein weiteres Motoren-Update. Und ein Erfolgserlebnis für Red Bulls Max Verstappen gilt es ohnehin unbedingt zu verhindern. Der Teenager aus den Niederlanden hatte mit einer riskanten Aktion in Belgien auf einen Schlag das Rennen von Vettel und dessen Teamkollegen Kimi Räikkönen ruiniert. "Er sollte niemandem verraten, wo er in Monza wohnt", sagte Verstappens Teamchef Christian Horner dazu: "Ich bin sicher, dass es dort einige wütende Italiener gibt."

(sid)
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