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Formel 1
Das Ende der Flitterwochen zwischen Vettel und Hamilton

Formel 1: Sebastian Vettel und Lewis Hamilton schalten auf Angriff
Sebastian Vettel und Lewis Hamilton schalten in den Angriffsmodus. FOTO: dpa, PDJ abl gfh
Monaco. Lange Zeit sangen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton Lobeshymnen auf den jeweils anderen, doch so langsam schalten die Rivalen spürbar in den Titelmodus. Auf der Fahrerstrecke in Monaco geht es um einen großen Sieg.

Sebastian Vettel blickte genervt zur Decke. Vor dem größten Rennen des Jahres in Monaco sollte er schon wieder über seinen Gegner reden, über die Stärken von Lewis Hamilton. Ja, sagte der Ferrari-Pilot daher gedehnt, "ich respektiere ihn auf der Strecke. Aber das muss ich doch nicht ständig wiederholen."

Seit zwei Monaten berauscht sich die Formel 1 am Duell der Giganten zwischen den Mehrfach-Weltmeistern Vettel und Hamilton, zwischen Ferrari und Mercedes. Und seit zwei Monaten singen auch die beiden Hauptdarsteller Lobeshymnen auf den jeweils anderen - doch vor dem Großen Preis von Monaco am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) scheint der Wind sich zu drehen.

Auch Hamilton sollte im Fürstentum zum wiederholten Male erzählen, was er am Fahrer Vettel besonders bewundere. Auf diese ziemlich suggestive Frage reagierte er mit einem schiefen Grinsen. "Sein Auto", sagte der Engländer dann. Die Flitterwochen neigen sich dem Ende, Vettel und Hamilton schalten in den Titelmodus.

Nur sechs Punkte trennen die Kontrahenten vor dem sechsten Rennen der Saison, der Deutsche führt das Klassement mit knappem Vorsprung an. Jeder einzelne Erfolg in diesem Jahr war hart erkämpft und bedeutete den beiden Alphatieren viel, denn der gegenseitige Respekt ist ja keineswegs gespielt.

Auf der Fahrerstrecke in Monaco geht es daher nun um einen besonders großen Sieg. Der Kurs durch die Häuserschluchten ist so etwas wie "das Einhorn des Formel-1-Kalenders", sagt Hamilton. Monaco ist einzigartig in Gestalt und Bedeutung für die Rennserie.

"Wann immer du hierherkommst, musst du dich auf die Herausforderung deines Lebens einstellen", sagt Hamilton, der wie viele andere Fahrer im Fürstentum wohnt. Vor der eigenen Haustür will Hamilton erstmals in diesem Jahr die alleinige Führung im WM-Klassement übernehmen, mit einem Sieg würde er das schaffen. Erobert der Engländer zudem die in Monaco so bedeutende Pole Position, wäre es die 65. seiner Karriere, er zöge in der "ewigen" Bestenliste mit seinem Idol Ayrton Senna gleich.

Doch die Silberpfeile sind in den engen Straßen nicht als Favoriten am Start. Der lange Radstand des W08 könnte sich auf dem speziellen Kurs als Nachteil erweisen, zudem ging Ferrari bislang besser mit den hier besonders wichtigen Ultrasoft-Reifen um.

Im freien Training am Donnerstag untermauerte Vettel seine Ambitionen mit der klaren Bestzeit - Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas belegten in der Tagesabrechnung die Ränge sechs und acht. Die Silberpfeile hatten sich nach der ersten Session am Vormittag mit der Abstimmung verpokert. "Wir sind in der zweiten Einheit dann nur noch herumgerutscht", sagte Hamilton, "der Unterschied war wie Tag und Nacht."

Bei Ferrari will man ohnehin nur auf sich schauen. "Wir haben ein sehr starkes Paket, wir müssen vor nichts Angst haben", sagt Vettel, der für die Scuderia den ersten Monaco-Sieg seit 2001 holen soll. Und ganz unabhängig vom Duell im Fürstentum stellen sich beide Kontrahenten schon jetzt auf einen Abnutzungskampf bis zum Jahresende ein. "Und zwar an allen Fronten", sagt Hamilton: "Physisch, mental, technisch. Wer den längsten Atem hat, der wird gewinnen." Lobeshymnen auf den Gegner wirken da tatsächlich fehl am Platz.

(sid)
 
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