| 17.31 Uhr

Formel 1 in Baku
Dämpfer für Vettel und Hamilton

Großen Preis von Aserbaidschan: Freies Training
Großen Preis von Aserbaidschan: Freies Training FOTO: afp
Baku. Nachdenkliche Mienen bei Ferrari und Mercedes, bemerkenswertes Signal von Red Bull: Max Verstappen hat überraschend die ersten beiden Trainingseinheiten zum Großen Preis von Aserbaidschan beherrscht.

Zugleich deutete er an, dass er und auch sein Teamkollege Daniel Ricciardo in Baku das Privatduell der WM-Favoriten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton stören können.

Vettel hat in der Vorbereitung auf den Großen Preis von Aserbaidschan am Sonntag nämlich noch reichlich Luft nach oben. Der viermalige Formel-1-Weltmeister kam am Freitag nicht über Rang fünf hinaus. Damit platzierte sich der WM-Spitzenreiter aus Heppenheim zwar vor seinem größten Titelrivalen Lewis Hamilton (England), allerdings hatte Vettel sichtlich mit dem anspruchsvollen Stadtkurs zu kämpfen. Insgesamt sechsmal verbremste sich der 29-Jährige kapital, er konnte seinen Ferrari aber jeweils noch in den Notausgang retten und so einen Schaden vermeiden.

"Ein durchwachsener Tag. Es ist unheimlich schwer, sich hier zu orientieren. Im Training zieht man den Joker und fährt geradeaus", sagte Vettel: "Es ist keine einfache Strecke, aber das Auto fühlt sich eigentlich ganz gut an für morgen." Im Qualifying am Samstag (15 Uhr) würden ihn derartige Fehler allerdings wohl eine gute Startposition für das Rennen am Sonntag (15 Uhr/jeweils RTL und Sky) kosten.

Vettel war bei seiner schnellsten Runde 0,253 Sekunden langsamer als der Niederländer Verstappen (1:43,362 Minuten), der die beiden jeweils 90-minütigen Einheiten überraschend dominierte, allerdings seinerseits kurz vor Trainingsschluss kapital abflog. Hinter dem 19-Jährigen sortierte sich Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland/+0,100) auf Rang zwei ein, knapp dahinter folgte Ricciardo (0,111) im zweiten Red Bull.

Hamilton, der mit Ausnahme von Baku auf allen Strecken des aktuellen Rennkalenders schon gewonnen hat, war als Zehnter mehr als eine Sekunde langsamer als Verstappen (+1,163). Der Engländer verzichtete allerdings auf den Einsatz der weichsten Reifenmischung, die Topzeiten begünstigt. Vor dem achten WM-Lauf liegt Hamilton zwölf Punkte hinter Vettel zurück.

Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) belegte den enttäuschenden 15. Platz (+2,641), der Worndorfer Pascal Wehrlein kam im Sauber auf Rang 19 (+3,788).

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso musste seinen McLaren-Honda wegen eines neuerlichen Schadens im zweiten Training abstellen. "Motor", funkte der 35-jährige Spanier knapp an seine Box. Noch einige Minuten später lehnte er fassungslos an einem Begrenzungszaun und schüttelte den Kopf. McLaren-Teamchef Eric Boullier erklärte allerdings nach dem Training, es habe sich um einen Getriebeschaden gehandelt.

Nichtsdestotrotz bleibt das Verhältnis zwischen dem Team und Motorpartner Honda angespannt. Das Wochenende war für Alonso schon vor dem Schaden so gut wie gelaufen: Das Limit für einige Motorenkomponenten ist aufgebraucht, Alonso wird um mindestens 15 Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt.

Viele Fahrer hatten Probleme mit der anspruchsvollen Streckenführung auf dem schnellsten Stadtkurs der Welt. Der Mexikaner Sergio Perez (Force India) im ersten Training und später dann Renault-Pilot Jolyon Palmer (England) versteuerten sich bei der Einfahrt in die engste Streckenpassage entlang der Stadtmauer und beschädigten ihre Boliden schwer.

(sid)
 
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