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Formel 1
Monza bleibt im Kalender – Hoffnung für Deutschland

Fragen und Antworten zum Großen Preis von Italien
Fragen und Antworten zum Großen Preis von Italien
Monza. Altehrwürdige Rennstrecken sind vom Aussterben bedroht, die Formel 1 entfernt sich mit hohem Tempo von ihren Wurzeln. Doch in diesen Tagen schöpfen die Traditionalisten neue Hoffnung: Nach Monaten der Ungewissheit ist die Zukunft der Königsklasse in Monza wohl gesichert, schon am Wochenende im Rahmen des Großen Preises von Italien soll die Vertragsverlängerung verkündet werden – und auch die deutschen Fans dürfen optimistisch in die Zukunft schauen.

Denn die für gewöhnlich gut informierte Fachzeitschrift "auto, motor und sport" berichtet, dass Formel-1-Boss Bernie Ecclestone auf einem guten Weg sei, sich für das kommende Jahr doch noch mit den Betreibern des Hockenheimrings zu einigen. Eine Möglichkeit: Der Brite tritt selbst als Promoter auf, mietet den Ring in der Kurpfalz und trägt damit das wirtschaftliche Risiko.

Es wäre ein bemerkenswerter Schritt des Geschäftsmannes Ecclestone. Unmöglich scheint er aber nicht, denn schon in der Vergangenheit war der Brite den deutschen Strecken entgegengekommen. Ein Mieter Ecclestone wäre für das kommende Jahr aber wohl die einzige Möglichkeit, die Formel 1 nach Deutschland zu holen.

Die Betreiber in Hockenheim haben allerdings auf verfrühte Euphorie wenig Lust, Berichte über eine erfolgte Einigung weisen sie zurück. "Ich kann nicht sagen, wie die Chancen stehen", sagte Geschäftsführer Georg Seiler am Donnerstag dem SID. Die letzten Gespräche mit Ecclestone hätten im Rahmen des vergangenen Deutschland-Grand-Prix Ende Juli stattgefunden – und seither gebe es keinen neuen Stand.

"Wir werden kein Risiko eingehen"

"Fakt ist, dass wir weiterhin gesprächsbereit sind. Aber es gilt noch immer: Wir werden kein Risiko mit dem Rennen eingehen", sagt Seiler. Denn die Strecke ist nicht in der Pflicht, Hockenheim hat lediglich einen Kontrakt für das Jahr 2018. In der kommenden Saison wäre wie auch 2015 der Nürburgring an der Reihe gewesen, der Kurs in der Eifel konnte sich aber nicht mit Ecclestone einigen. Auch Hockenheim sprang aufgrund des hohen Risikos im vergangenen Jahr nicht ein, denn Ecclestone verlangt Antrittsgagen in Millionenhöhe.

Die Lösung mit Ecclestone als Mieter hat daher Charme, und sie ist nicht unmöglich. "Das wäre ein Modell für die Zukunft", sagt Seiler: "Der Promoter wäre Mieter, und dann würde er das Risiko tragen zu gewinnen oder zu verlieren. Wie das bei anderen Veranstaltungen übrigens auch ganz normal ist." Der Hockenheimring, auch das stellte Seiler erneut klar, werde in Zukunft jedenfalls nicht mehr für die Formel 1 draufzahlen.

Wie schwierig es ist, die Königsklasse zu stemmen, zeigt auch das Beispiel Monza. "Die haben es nun offenbar mit öffentlicher Unterstützung hinbekommen", sagt Seiler. Die gibt es in Deutschland nicht, und auch in Italien war es ein harter Kampf. 63 Millionen Euro für drei Jahre soll das Monza-Rennen Ecclestone bescheren, die Region Lombardei steuert nach Medienberichten nun jährlich fünf Millionen Euro bei.

Nur so kann also eine Traditionsstrecke Teil des Kalenders bleiben, die mit Ausnahme von 1980 seit dem Start der Königsklasse 1950 durchgängig Gastgeber des Großen Preises von Italien war.

(seeg/sid)
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