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Nach Hilfe für Rosberg
Verschärfte Funkregeln für Vettel "kompletter Bullshit"

Das Zeugnis der Deutschen beim Großen Preis von Großbritannien
Das Zeugnis der Deutschen beim Großen Preis von Großbritannien FOTO: dpa, cb lb nic
Budapest. Der verbotene Funkspruch an Mercedes-Pilot Nico Rosberg in Silverstone schlägt in der Formel 1 weiterhin Wellen und hat zu einer Verschärfung der Regeln geführt.

Schon beim Großen Preis von Ungarn am Sonntag (14.00 Uhr/Live-Ticker) darf die Box ihren Fahrer nur noch dann über technische Probleme am Auto informieren, wenn dieser im Anschluss die Box ansteuert oder das Rennen vorzeitig beendet.

Das teilte Rennleiter Charlie Whiting den Teams mit. Erlaubt sind weiterhin Informationen über Schäden an der Verkleidung des Autos. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel, nebenbei stellvertretender Präsident der Fahrervereinigung GPDA, bezeichnete die Einschränkung des Funkverkehrs noch am Donnerstag grundsätzlich als "kompletten Bullshit. Wir bewegen uns da in die falsche Richtung."

Der Boxenfunk habe in den vergangenen Jahren durchaus seinen Teil zur Unterhaltung beigetragen. "Panische Fahrer, panische Ingenieure im Funk, das war doch sehr unterhaltsam und auch menschlich in einem sehr technischen Sport", sagte Vettel und wies erneut auf das aus seiner Sicht eigentliche Problem hin: "Wenn man etwas ändern will, dann soll man die Autos ändern: Weniger Knöpfe am Lenkrad, einfachere Technik."

Rosberg selbst, zuletzt Auslöser der neuen Diskussion, fand die Entscheidung indes "in Ordnung, für uns Fahrer wächst damit die Herausforderung". Bis zuletzt war zumindest der Hinweis auf ein technisches Problem erlaubt gewesen, wenn dem Fahrer ein vorzeitiges Rennende drohte, nun steht auch dies auf dem Index.

Rosberg hatte in der Schlussphase des Großen Preises von Großbritannien Anweisungen von der Box erhalten, als er an seinem Mercedes ein Getriebeproblem meldete. Dies wertete die Rennleitung als verbotene Hilfestellung und belegte Rosberg nach dem Rennen mit einer Zehn-Sekunden-Zeitstrafe. Dadurch fiel er vom zweiten auf den dritten Platz zurück, sein Vorsprung in der WM auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton (England) schrumpfte vor dem Rennen in Ungarn auf einen Punkt.

Mercedes verzichtete anschließend auf eine Berufung, kritisierte allerdings ebenfalls eine "empfundene Überregulierung des Sports" und kündigte an, Gespräche "mit den relevanten Beteiligten aus der Formel 1 fortführen" zu wollen. Der Automobil-Weltverband FIA pocht allerdings auf sein Regelwerk, wonach "die Fahrer das Auto allein und ohne fremde Hilfe fahren müssen".

(jado/sid)
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