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Kubica-Comeback bei Testfahrten
Vettel in Barcelona bei schwierigen Bedingungen mit Bestzeit

Der zweite Testtag in Barcelona
Der zweite Testtag in Barcelona FOTO: rtr, sw
Barcelona. Der Winter macht auch vor Barcelona nicht halt. Sebastian Vettel setzte am Dienstag trotz der widrigen Witterung eine Duftmarke.

Im roten Rennoverall und mit dicker Jacke scherzte Sebastian Vettel kurz an der Boxenmauer mit seiner Crew. Dann verschwand der viermalige Formel-1-Weltmeister schnell wieder in der warmen Ferrari-Garage. Anstatt von Frühlingswetter wurden die Teams auf dem Circuit de Catalunya auch am Dienstag eisig empfangen, sogar ein paar Schneeflocken fielen. Die Motoren schwiegen angesichts von Temperaturen um den Gefrierpunkt lange.

Als das Quecksilber am Mittag dann aber zart in den Plusbereich kletterte, hinterließ Vettel mit dem neuen SF71H einen starken Eindruck. Der Heppenheimer drehte unter etwas besseren Bedingungen insgesamt 98 Runden und setzte in 1:19,673 Minuten zudem die Tagesbestzeit.

Vettel dreht in Barcelona erste Runden im neuen Ferrari FOTO: dpa, AF kno jai

Wie viel Vettels Vorstellung wert ist, ist aber weiter schwer zu beurteilen - zumal Weltmeister Lewis Hamilton (England/Mercedes) kurzfristig aussetzte. Somit gab es in diesem Jahr immer noch keinen Direktvergleich auf der Strecke zwischen Vettel und seinem Dauerrivalen.

"Es ist wichtig, dass alles hält. Das Auto ist bis jetzt tadellos", sagte Vettel: "Ansonsten ist es schwer, irgendwelche Vergleiche anzustellen, weil es sehr kalt ist. Was die anderen machen, ist im Moment noch nicht so wichtig."

Der erste Testtag in Barcelona FOTO: ap, FS

Ähnlich ungünstig sind die Vorhersagen auch für Mittwoch. Bei derartigen Verhältnissen, egal ob nass oder trocken, kommen die Formel-1-Einheitsreifen von Pirelli überhaupt nicht auf Betriebstemperatur. Die gefahrenen Zeiten sind Muster ohne Wert, die Erkenntnisse reine Makulatur. Erst ab Donnerstag werden für Barcelona jahreszeittypische 15 Grad erwartet.

Einige Teams strebten deswegen eine Verlängerung der Winter-Testfahrten an, die ihrem Namen in diesem Jahr alle Ehre machen. "Es wäre abwegig, es nicht zu tun. Wenn wir nicht auf die Strecke gehen können, hat es keinen Sinn", sagte etwa Haas-Teamchef Günther Steiner.

Das ist der neue Ferrari für Sebastian Vettel FOTO: dpa, bsc

Es kam allerdings nicht zur notwendigen Einigung, der Williams-Rennstall beharrte auf seinen Filmtag am Freitag, für den die Strecke eigens gebucht worden war. Auch der zweite Part der Testfahrten (6. bis 9. März) an gleicher Stelle bei dann voraussichtlich besserem Wetter soll nicht verlängert werden.

Die Fahrer wurden am Montag buchstäblich eiskalt erwischt. "Auf einmal war ich am Nordpol", sagte Renault-Pilot Carlos Sainz junior. Sein Vater, die spanische Rallye-Legende Carlos Sainz senior, scherzte bei Twitter: "Die Streckenbetreiber haben mit dem neuen Asphalt fantastische Arbeit geleistet. Aber sie haben vergessen, die Heizung einzuschalten! Was für eine Kälte!"

Nico Hülkenberg, am Montag im Renault starker Tagesvierter, erklärte: "Die Verhältnisse hier sind nicht repräsentativ. Bei keinem anderen Termin im Jahr wird es so kalt sein." Tatsächlich finden die meisten Rennen bei sommerlichen Temperaturen statt. In Singapur, Abu Dhabi oder Bahrain wird sogar regelmäßig am oberen Limit des Machbaren für Mensch und Material gefahren.

Daniel Ricciardo, der am Montag im Red Bull die Bestzeit hinlegte, machte sich sogleich für Wintertests in der Wüste stark. "Wenn man mich fragen würde, ob ich lieber in Bahrain fahren würde, dann wäre meine Antwort: ja. Da kann man einfach mehr Runs abspulen, die einem weiterhelfen."

2014 testete die Formel 1 letztmals im Winter bei konstant 25 Grad und Sonnenschein auf dem Bahrain International Circuit - und kehrte dem Kurs aus gutem Grund wieder den Rücken: Weil 55die meisten Teams in Mitteleuropa beheimatet sind, konnten Ersatzteile nach einem kapitalen Schaden oft erst zwei Tage später geliefert werden. Solange konnte nicht getestet werden.

Deswegen kehrte man schnell nach Barcelona zurück. Dort sind die Bedingungen ja nicht viel schlechter. Zumindest meistens.

(sid)
 
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