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Formel 1
Vettels Vorsprung schmilzt

Großer Preis von Spa 2017: Hamilton jubelt über Sieg
Großer Preis von Spa 2017: Hamilton jubelt über Sieg FOTO: rtr
Spa-Francorchamps. Die Formel-1-WM bleibt spannend. Lewis Hamilton kommt nach dem Sieg in Spa auf sieben Punkte heran. Von Eckhard Czekalla

Es war eng. Fast alle 44 Runden jagte Sebastian Vettel beim Großen Preis von Belgien in seinem Ferrari hinter Lewis Hamilton im Mercedes her. Es war eng, aber es änderte sich während der Berg- und Talfahrt auf dem Kurs in den Ardennen nichts. Zweimal hatte der Heppenheimer die Möglichkeit, den 58. Sieg des Engländers in dessen 200. Grand Prix zu verhindern. Doch beim Start und beim Neustart blieben Vettels Angriffe wirkungslos.

Als verpasste Chance beschrieb der WM-Führende die Phase, nachdem das Safety Car wieder an die Box gefahren war. "Ich hatte Angst, nicht nahe genug dran zu sein, dabei war ich letztendlich zu nahe dran. So musste ich auf dem Hügel lupfen." Es fehlte damit das Tempo, um Hamilton überholen zu können. Nötig wurde der Neustart, da sich die Force-India-Streithähne Esteban Ocon und Sergio Perez, die sich in dieser Saison schon einige Scharmützel lieferten, gegenseitig in die Autos gefahren waren und nun in Spa für etwas Schrott auf der Piste sorgten. "Ich habe versprochen zu liefern, und ich habe Wort gehalten", sagte Hamilton nach seinem fünften Saisonsieg. Er spürte ständig den Ferrari im Nacken, doch Vettels Hoffnung auf einen Fehler erfüllte sich nicht. Der Engländer, der am Vortag mit der 68. Pole Position den Rekord von Michael Schumacher einstellte, gab sich wie sein Rivale keine Blöße und halbierte den Rückstand im WM-Kampf auf sieben Punkte. Da sein Teamkollege Valtteri Bottas nur Fünfter wurde und 41 Zähler hinter Vettel liegt, gibt es wohl nur noch ein Titel-Duell.

Obwohl es nicht zum Sieg reichte, war Vettel nicht traurig. "Unser Auto war schnell. Das war nach dem Rennen in Silverstone (16. Juli) so nicht zu erwarten. Wir haben gute Arbeit geleistet", betonte der 30-Jährige. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff gab zu: "Ferrari hat einen Sprung nach vorne gemacht." Am Samstag strahlte der viermalige Champion Vettel sogar, als er die Nachricht bestätigte, die er noch 48 Stunden nicht für realistisch hielt. "Ich liebe das Team. Ich liebe Ferrari. Dieses Team hat was Einzigartiges", begründete er die Verlängerung seines Vertrages bis Ende 2020.

Keinen Spaß hatte Max Verstappen. Der Niederländer, von rund 50.000 Landsleuten an der Strecke unterstützt, musste nach acht Runden seinen Red Bull nach einem technischen Defekt am Renault-Motor abstellen. "Ich kann es nicht glauben", jammerte der 19-Jährige, in dem viele einen kommenden Weltmeister sehen. In diesem Jahr läuft viel schief. In sechs der zwölf Rennen kam er nicht ins Ziel. Eine Horrorbilanz. "Das ist fast nicht mehr zu ertragen", kritisierte Teamberater Helmut Marko den Motorenlieferanten aus Frankreich.

Wehrlein scheidet früh aus

Während Nico Hülkenberg (Emmerich) mit seinem Renault als Sechster überzeugte und acht Punkte mitnahm, war für Pascal Wehrlein nach zwei Runden schon alles vorbei. Der Worndorfer rechnet nicht mehr damit, auch 2018 für das Schweizer Sauber-Team fahren zu können. Die Formel-1-Karriere des 22-Jährigen steht vor dem Ende. Viel Zeit, Erfolge zu genießen oder Frust zu verarbeiten, bleibt nicht. Schon am Sonntag blicken 20 Fahrer in Monza auf die Startampel und warten darauf, dass der 13. WM-Lauf beginnt.

Emotional ging es kurz vor dem Start zu. Mick Schumacher (18), in der Formel 3 aktiv, drehte eine Runde im Benetton B194, in dem sein Vater Michael vor 23 Jahren seinen ersten von sieben WM-Titeln gewonnen hatte.

Quelle: RP
 
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