Formel 1: Für Ralf Schumacher wird die Luft dünner
zuletzt aktualisiert: 14.10.2007 - 14:28Hockenheim (RPO). Ein Abschied von Ralf Schumacher aus der Formel 1 wird immer wahrscheinlicher. Der scheidende Toyota-Pilot scheint in der Königsklasse keinen neuen Arbeitgeber zu finden. Derweil freut sich Adrian Sutil, dass er seinen WM-Punkt behalten darf.
Auf Schumachers Cockpit spekulieren für die Saison 2008 gleich zwei deutsche Landsleute. Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) soll laut Welt am Sonntag als Gegenleistung für die weitere Gratis-Lieferung von Motoren zu den Japanern wechseln.
Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (sid) hat aber wohl der frisch gekürte GP2-Champion Timo Glock (Wersau) die besseren Chancen auf das Toyota-Cockpit, das "Schumi II" nach dem Saisonfinale am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/live bei Premiere und RTL) räumt.
Wo der Kerpener im nächsten Jahr fährt, ist völlig offen. In der Formel 1 hat jetzt auch der neue Spyker-Besitzer Vijay Mallya, mit dem Schumacher befreundet ist, die Verpflichtung des 32-Jährigen ausgeschlossen. "Ich schätze Ralf sehr, aber er passt nicht zu uns", zitierte die Welt am Sonntag den indischen Milliardär.
Deshalb dürfte Adrian Sutil 2008 der einzige deutsche Pilot bei Spyker sein. Der Gräfelfinger hatte unterdessen am Samstag Grund zum Feiern. Weil das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes (FIA) den Protest von Toro Rosso gegen eine Zeitstrafe für Vitantonio Liuzzi (Italien) abwies, ist Sutil sein beim Großen Preis von Japan in Fuji für Platz acht gewonnener erster WM-Punkt jetzt sicher.
Für Ralf Schumacher, der gemeinsam mit seinem Manager Hans Mahr um den Verbleib in der Formel 1 kämpft, gibt es in der Königsklasse kaum noch eine Alternative, nachdem zuvor bereits Toro Rosso neben Sebastian Vettel (Heppenheim) den französischen US-Cart-Champion Sebastien Bourdais für 2008 verpflichtet hatte.
Offen sind derzeit wohl nur Plätze beim neuen Prodrive-Team von David Richards, dessen geplanter Einstieg für die kommende Saison im Moment aber unsicher ist. Ein Umstieg in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) ist momentan auch schwer vorstellbar. "Es bestand und besteht kein Kontakt", sagte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler in einem WamS-Interview.
Vielleicht wird bei Williams noch ein Platz frei, wenn nach dem Rücktritt von Alexander Wurz (Österreich) auch noch Rosberg das Team verlassen würde. Nach WamS-Informationen soll der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg angeblich 15 Millionen Euro jährlich für ein Dreijahresengagement bei Toyota und Sir Frank Williams für die gleiche Zeit Gratis-Motoren bekommen.
Allerdings wird Rosberg auch als ganz heißer Kandidat für die Nachfolge von Fernando Alonso bei McLaren-Mercedes gehandelt, falls der Spanier wie allgemein erwartet nach den ganzen Querelen dieses Jahres zu Renault zurückkehrt.
Im Management von Timo Glock ist man zuversichtlich, dass der 25-Jährige wie seine Vorgänger auf dem GP2-Thron, Rosberg und der Brite Lewis Hamilton, den direkten Aufstieg in ein Stammcockpit der Königsklasse schafft. "Unabhängig von einem möglichen Wechsel von Alonso, der im Transfermarkt noch einige Kurzschlussreaktionen auslösen könnte", sagte Glocks Manager Hans-Bernd Kamps dem sid: "Wir haben schon seit längerer Zeit sachlich und konsequent verhandelt. Das Interesse an Timo hat mit seinen in diesem Jahr gezeigten Leistungen zu tun."
Sollte der Wechsel zu Toyota platzen, hätte Glock Alternativen. Zum einen wäre noch Williams eine Option, weil es gute Kontakte zwischen dem englischen Rennstall und Glocks bisherigem GP2-Team iSport gibt. Zudem wäre auch noch eine weitere Saison als Test- und Ersatzfahrer bei BMW-Sauber denkbar, wenn sich dort eine Perspektive auf ein Renncockpit für 2009 ergäbe. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hat mehrfach erklärt, Glock für 2008 als dritten Mann hinter Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Robert Kubica (Polen) gerne halten zu wollen.
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