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Formel 1
Rosberg hat noch Titelträume

Formel 1: Die Quali-Duelle 2016
Formel 1: Die Quali-Duelle 2016 FOTO: afp, ww/DD/ia
Hockenheim. Wenn die Zielflagge geschwenkt wird, ist für die Formel-1-Fahrer ihre wichtigste Arbeit beendet. Für die Jungs, die mit den Lastern unterwegs sind, in denen Motorhomes und die ganzen technischen Geräte transportiert werden, geht der richtige Stress dann erst los. Im Juli waren sie besonders gefordert. Fünf Rennen innerhalb von vier Wochen – der Wahnsinn! Von Eckhard Czekalla

Von Spielberg (3. Juli) in Österreich auf die Insel nach Silverstone (10.), am vergangenen Sonntag noch in Budapest und nun in Hockenheim – da kommen schnell an die 4000 Kilometer zusammen. Schon am Montag, gut 24 Stunden nach Renn-ende, parkten die ersten Trucks an der Strecke im Badischen. Spätestens donnerstags vor einem Rennen muss alles aufgebaut sein.

Ohne diese Männer läuft nichts. Doch im Fokus stehen die Fahrer. Vier von den 22 Piloten kommen aus Deutschland. Vor sechs Jahren waren es sogar sieben von 24. Schon damals mit dabei: Nico Rosberg. Sein Teamkollege hieß Michael Schumacher. Der Schock sei groß gewesen, als Mercedes bei der Rückkehr als Werksteam den siebenmaligen Champion aus dem Ruhestand zurückholte, gibt Rosberg zu. Doch er war der Erfolgreichere, setzte sich gegen den Routinier durch, von dem er in drei Jahren viel lernte.

Fotos: Großer Preis von Deutschland: das Freie Training FOTO: dpa, woi

Aus dem aktuellen Quartett ist Rosberg der Einzige, der Titelräume hegen kann. "Ich will das wieder geraderücken hier in Hockenheim", sagte der 31-Jährige vor dem Großen Preis von Deutschland (Sonntag, 14 Uhr/Live-Ticker). 2014 und 2015 hat Rosberg, der vor einer Woche die WM-Führung abgeben musste, das Titelduell mit dem Teamrivalen Lewis Hamilton verloren. Diesmal schien er reif für den großen Coup. Die ersten vier Rennen gewann Rosberg. Doch nach dem Crash von Barcelona, als beide Silberpfeile kurz nach dem Start ausschieden, wendete sich das Blatt.

"Ich war ganz unten. Spanien war der Wendepunkt. Danach habe ich mich zusammengerissen", sagt Hamilton. Von den folgenden sechs Rennen gewann der Engländer fünf, aus 43 Punkten Rückstand machte er sechs Punkte Vorsprung. Seit Budapest steht er dort, wo er überzeugt ist, hinzugehören: ganz oben. Beide Rivalen sitzen im aktuell besten Auto mit der stärksten Powereinheit. Und auch wenn die Rennen in der Regel gut 300 Kilometer lang sind, fällt die Entscheidung, wer am Ende vorne ist, meistens schon auf den Metern zur ersten Kurve. Wer nach dem Start in Front liegt und keinen großen Bock mehr schießt, der darf sich als Sieger feiern lassen. Nur einmal war kein Mercedes vorne: In Barcelona war Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) der Nutznießer vom Doppelausfall der Silberpfeile.

Rosberg will Hockenheim-Sieg wiederholen

Porträt: Rosberg – Deutscher, Monegasse, Vize-Weltmeister FOTO: dpa, da ko

Rosberg weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat, sich seinen Titeltraum zu erfüllen. Im nächsten Jahr wird die Aerodynamik wieder wichtiger. Es ist ungewiss, ob dann Mercedes so dominant bleibt. "Ich denke, die WM wird bis zum Ende offenbleiben", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Vor zwei Jahren gewann Rosberg in Hockenheim. Dies zu wiederholen, sei etwas ganz Besonderes, erzählte er. Wohl auch, weil er dann als WM-Führender in die vierwöchige Sommerpause gehen würde. Gestern war er im ersten und im zweiten Training der Schnellste vor Hamilton. Doch WM-Punkte gibt es nur morgen im Rennen.

Vom Titel zu träumen, ist für Sebastian Vettel kein Thema. Bei drei der elf Rennen kam er nicht ins Ziel. Der rote Renner ist zu langsam. Als WM-Fünfter liegt Vettel sogar einen Zähler hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen und zwei Punkte hinter Daniel Ricciardo im Red-Bull-Renault. Statt konstant die zweite Kraft zu spielen, muss Ferrari in den Rückspiegel schauen. Noch immer wartet die Scuderia auf den ersten Saisonsieg.

Nico Hülkenberg will endlich mal den Lohn ernten für die Arbeit, die der Emmericher als größter Entwicklungshelfer bei Force India leistet. Bislang passte es noch nicht zusammen. Debütant Pascal Wehrlein macht beim Hinterbänkler-Team Manor eine gute Figur, sollte aber Rio Haryanto noch deutlicher beherrschen. Vielleicht hat der 21-Jährige bald einen neuen Teamkollegen. Dem Indonesier soll das Geld fürs Cockpit ausgehen. Angeblich steht McLaren-Testfahrer Stoffel Vandoorne (Belgien) schon bereit.

Quelle: RP
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