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Vettel Hamilton Webber Podium Sekt China pano ap 2011
  Foto: AP, AP
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Großer Preis von China: Hamilton gönnt Vettel den Hattrick nicht

zuletzt aktualisiert: 17.04.2011 - 10:50

Shanghai (RPO). Seine erste Niederlage als Formel-1-Weltmeister nahm Sebastian Vettel im Stile eines echten Champions auf: Als seine Siegesserie beim dritten Rennen der Saison in Shanghai gerissen war, nahm er seinen Konkurrenten Lewis Hamilton herzlich in den Arm, gratulierte dem Briten zum Erfolg und freute sich selbst auch über seinen zweiten Platz.

"Drei Rennen und die Plätze eins, eins und zwei - da ist nicht mehr viel Luft nach oben. Lewis und McLaren waren heute einfach zu stark, bei der Strategie, die wir gewählt hatten", sagte der 23-Jährige nach dem Großen Preis von China, bei dem erstmals nach saisonübergreifend insgesamt vier Rennen der Sieger nicht Sebastian Vettel hieß.

"Mein Auto war großartig"

"Das ist fantastisch, mein Auto war großartig. Das war eins meiner besten Rennen", sagte McLaren-Pilot Hamilton, der nach seinem Erfolg 2008 als erster Fahrer überhaupt zum zweiten Mal in China triumpherte und nach dem Rennen sogar mit den Tränen kämpfte. Er hatte wie die meisten Fahrer auf drei statt wie Vettel nur zwei Reifenwechsel gesetzt. Daher war der Titelverteidiger auf den älteren Gummis fünf Runden vor Schluss chancenlos gegen den Briten, der seinen 15. GP-Sieg feierte.

"Ich hatte ihn immer näher kommen sehen. Zweimal hatten wir noch einen schönen Kampf und ich konnte ihn hinter mir halten, aber dann hat er mich ehrlich gesagt auch ein bisschen überrascht", sagte Vettel, der in der Gesamtwertung mit jetzt 68 Punkten vor Hamilton (47) noch deutlich in Führung liegt, über das entscheidende Überholmanöver in Runde 52: "Aber ich sehe diesen zweiten Platz nicht als Enttäuschung, denn es war ein schwieriges Rennen und wir haben viel gelernt." Red-Bull-Teamkollege Mark Webber wurde nach seiner sensationellen Aufholjagd von Startplatz 18 noch Dritter.

Während des Rennens hatte Vettel, der nach einem schwachen Start vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen war, neben der letztlich falschen Strategie auch mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Sein KERS-System funktionierte in weiten Teilen des Rennens nicht wie gewünscht, zudem war der Boxenfunk ausgefallen. "Ich habe viele Fragen gestellt, aber keine Antworten bekommen", sagte Vettel, der sich dann auf die klassischen Boxentafeln verlassen musste.

Button parkt bei Red Bull in der Box

Für Verwirrung sorgte zudem Hamiltons Teamkollege Jenson Button, der beim ersten Boxenstopp versehentlich direkt vor Vettel bei dessen Mechanikern anhielt. "Ich hatte gehofft, dass die Jungs cool bleiben und ihn durchwinken", meinte Vettel, der aus der entstandenen Konfusion allerdings Kapital schlug und Button beim Stopp überholte.

Eine gute Vorstellung zeigten auch die Silberpfeile. Nico Rosberg führte das Rennen zeitweise sogar an und holte am Ende als Fünfter des bislang beste Saisonresultat für Mercedes. Dennoch war er nicht zufrieden, weil das Team sich bei der Benzinmenge verkalkuliert hatte und er zwischenzeitlich vom Gas gehen musste. "Ich bin total enttäuscht, da war viel mehr drin gewesen. Vom Speed her hätte ich weit vorne reinfahren können", meinte Rosberg.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug entschuldigte sich. "Heute haben wir es mit dem Sparen übertrieben", sagte er: "Das hat uns heute ein Podium gekostet. Nico ist natürlich sauer, das kann man verstehen." Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher fuhr ein beherztes Rennen. Der Rekordweltmeister schob sich von Startplatz 14 bis auf Rang acht nach vorne. "Aufgrund unserer Ausgangslage ist das ein gutes Ergebnis", sagte der 42-Jährige, der bei seinem Sieg am 1. Oktober 2006 in Shanghai zum bislang letzten Mal auf dem Podium gestanden hatte.

Heidfeld verpasst die Punkte

Nick Heidfeld im Renault verpasste nach dem überraschenden dritten Platz von Malaysia als Zwölfter die Punkteränge. Adrian Sutil belegte im Force-India-Mercedes Rang 15, Virgin-Pilot Timo Glock musste sich mit Platz 21 begnügen.

Durch den entgangenen Sieg verpasste es Vettel, als erster Fahrer seit Schumacher im Jahr 2004, die ersten drei Rennen eines Jahres zu gewinnen. Der Kerpener hatte damals sogar fünf Siege zum Start gefeiert, was außer ihm nur 1992 noch der Brite Mansell geschafft hatte.

Beim Start kam der Hesse diesmal nicht so gut vom Fleck wie bei den ersten Rennen. Button passierte ihn schon nach wenigen Metern, Hamilton noch vor der ersten Kurve. Den dritten Rang verteidigte Vettel aber in einem harten Kampf durch mehrere Kurven gegen Rosberg, der aber nach den ersten Boxenstopps und im späteren Rennverlauf nochmal sogar in Führung lag.


Statistik

Formel 1, Großer Preis von Shanghai in China, 3. von 19 Läufen zur Weltmeisterschaft, Endstand nach 56 Runden (305,256 km):

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:36:58,226 Stunden
2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 0:05,198 Minuten zurück
3. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 0:07,555
4. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Mercedes 0:10,000
5. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 0:13,448
6. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 0:15,840
7. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 0:30,622
8. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 0:31,026
9. Witali Petrow (Russland) Renault 0:57,404
10. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber-Ferrari 1:03, 273
11. Paul di Resta (Großbritannien) Force-India-Mercedes 1:08, 757
12. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) Renault 1:12,739
13. Rubens Barrichello (Brasilien) Williams-Cosworth 1:30,189
14. Sebastien Buemi (Schweiz) Toro-Rosso-Ferrari 1:30,671
Eine Runde zurück:
15. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force-India-Mercedes
16. Heikki Kovalainen (Finnland) Lotus-Renault
17. Sergio Perez (Mexiko) Sauber-Ferrari
18. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams-Cosworth
19. Jarno Trulli (Italien) Lotus-Renault
Zwei Runden zurück:
20. Jerome d'Ambrosio (Belgien) Virgin-Cosworth
21. Timo Glock (Wersau) Virgin-Cosworth
22. Narain Karthikeyan (Indien) Hispania-Cosworth
23. Vitantonio Liuzzi (Italien) Hispania-Cosworth

Schnellste Runde: Mark Webber 1:38,993 Minuten (42. Runde)

Ausgeschieden: Jaime Alguersuari (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari

Quelle: SID/sgo

 
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