McLaren bestätigt Einspruch: Hamilton will keine Geschenke
zuletzt aktualisiert: 23.10.2007 - 19:25Düsseldorf (RPO). Nach dem furiosen Saisonfinale in Sao Paulo hat McLaren-Mercedes Einspruch gegen die nicht erfolgte Disqualifikation von Nico Rosberg, Robert Kubica und Nick Heidfeld am Dienstag bestätigt. Lewis Hamilton will den Titel aber nicht nachträglich geschenkt bekommen.
"Das wäre falsch. Ich will auf der Strecke gewinnen. Man will es mit Stil machen, mit einem Sieg im Rennen oder zumindest einem Kampf um die Spitze", sagte der 22 Jahre alte McLaren-Mercedes-Pilot aus England, der durch Rang sieben beim spannendsten Saisonfinale seit 21 Jahren den Titel noch an Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen verloren hatte. Hamilton weiter: "Aufzurücken, nachdem andere Fahrer rausgeworfen wurden, ist nicht der Weg, auf dem ich es schaffen will."
"Es geht unserem Team nicht darum, den WM-Titel am grünen Tisch zu gewinnen, es geht um die Klärung der Basis zur Einhaltung von eindeutigen Reglements - dies ist im Übrigen im Interesse aller Teams", teilte Mercedes-Sportchef Norbert Haug in einem offizillen Statement am Dienstag mit: "Dieser Einspruch soll eindeutige Klärung schaffen und bestätigen, was in der Sporting Working Group abgesprochen wurde, nämlich die Festlegung des Temperaturlimits für den benutzten Sprit."
Schriftstück fristgerecht eingegangen
Die schriftliche Ausfertigung des Einspruchs war nach Angaben des Automobil-Weltverbandes FIA am Dienstagabend fristgerecht um 18. 22 Uhr durch den britischen Verband in Paris eingegangen, wie die FIA offiziell bestätigte. Die Begründung veröffentlichte McLaren dann nahezu zeitgleich.
"Wir wollen Rennen und Meisterschaften auf der Strecke gewinnen. Aber wenn es Verstöße gegen Regularien gibt, für die das Team nichts kann, muss diese Angelegenheit überprüft werden. Es muss sichergestellt werden, dass die Regularien eingehalten werden. Unserer Meinung nach ist das in Brasilien nicht geschehen. Der Regelverstoß wurde zwar festgestellt, aber nicht geahndet, was uns sehr verwundert. Wir möchten nur, dass diese Angelegenheit aufgeklärt wird und mit unserem Einspruch nicht die Integrität von BMW oder Williams anzweifeln. Wir denken, dass die FIA genauso denkt", teilte das Team mit.
Über einen Verhandlungstermin wird die FIA nach Eingang des Dokuments in den nächsten Tagen entscheiden.
Es geht um die Entscheidung der Kommissare von Sao Paulo, die auf den Plätzen vier, fünf und sechs gelandeten Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota), Kubica (Polen) und Heidfeld (Mönchengladbach/beide BMW-Sauber) nicht zu bestrafen, obwohl ihr Benzin bei Proben nach ihren Boxenstopps kälter als die vom Reglement erlaubten 10 Grad Celsius unter der Außentemperatur waren.
Wären mindestens zwei dieser drei Fahrer disqualifiziert worden, wäre McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton von seinem siebten Platz so weit nach vorne gerückt, dass er vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen doch noch Weltmeister geworden wäre. Nach dem von den Kommissaren bestätigten Rennergebnis hatte Hamilton einen Punkt Rückstand auf Räikkönen (109:110).
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