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Professioneller Umgang: Harmonie bei Sauber: Frentzen/Heidfeld perfektes Team

zuletzt aktualisiert: 19.04.2003 - 11:46

Imola (rpo). Viele hatten Reibereien und Missgunst erwartet. Statt dessen erweisen sich Nick Heidfeld und Hein-Harald Frenzen bei Sauber als das perfekte Paar.

Kein Krach, keine Intrigen, keine Seitenhiebe: Statt Streitigkeiten - von vielen prognostiziert beziehungsweise sogar erhofft - verstehen und ergänzen sich Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld prächtig. "Zusammenarbeit und Umgang sind professionell. Es herrscht eine gesunde Rivalität", bescheinigte Peter Sauber seinem Fahrer-Duo ein "optimales Verhältnis". Der Schweizer Teamchef ist froh, sich entgegen mancher Ratschläge für die Mönchengladbacher Kombination entschieden zu haben: "Die Arbeit der beiden ist so, wie ich mir das vorgestellt habe."

Frentzen und Heidfeld können sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, wenn sie immer wieder auf die angeblich unausweichliche scharfe Konkurrenz untereinander angesprochen werden, da erstmals zwei Piloten aus einer Stadt in einem Rennstall aufeinander treffen. "Wir sind uns von der Mentalität her sehr ähnlich", so Frentzen. Als Rheinländer seien sie eher ausgeglichen und nicht auf Krach orientiert. "Unser Verhältnis war von Anfang an gut. Schon als wir im Vorjahr in Indianapolis erstmals zusammen fuhren", berichtete Heidfeld von einer beide befruchtenden Beziehung.

Heinz-Harald Frentzen harmonieren prächtig. Foto: dpa

Kritiker sagten "Quick Nick" einen Karriereknick voraus, falls er dem zehn Jahre älteren Grand-Prix-Oldie hinterherfahren sollte. Frentzen wurde gar das Karriere-Aus prognostiziert, sollte ihn der Jüngere auf der Piste "bügeln". Von all dem ist nach drei Rennen nichts zu spüren.

Heidfeld profitiert von der Erfahrung des dreimaligen Grand-Prix- Gewinners und Vize-Weltmeisters. "Die letzten beiden Jahre mit zwei Newcomern waren problematischer", erinnerte er sich an seine Zeit mit den Formel-1-Frischlingen Kimi Räikkönen und Felipe Massa: "Wenn ich da langsamer war, war ich der Idiot. War ich schneller, war es normal." Obwohl ihm Frentzen etliches voraus hat, will er nichts von einem "Meister-Lehrling-Verhältnis" wissen. Dafür habe er selbst zu viel in die Waagschale zu werfen, verwies Heidfeld selbstbewusst auf seine Fähigkeiten.

Frentzen freut sich darüber, einen schnellen Teamkollegen zu haben. "Da weiß man immer, wo man dran ist", strich der 35-Jährige die Vorteile einer gesunden Rivalität heraus. Ihre Zusammenarbeit sei optimal: "Nick und ich ergänzen uns. Wir sind eine sehr gute Kombination."

Davon ist auch Sauber überzeugt. Er sieht Vorteile für beide. "Für Nick ist es einfacher geworden, da er in Heinz-Harald eine feste Größe hat, was technisches Verständnis, menschliche Reife und Speed betrifft", urteilte er: "Für Heinz-Harald ist es besser, wenn er einen mindestens gleich schnellen Kollegen hat, der von Technik etwas versteht und ihn ergänzt."

Als "Glücksgriff" will Sauber seine Wahl aber nicht verstanden wissen. Es sei eine wohl überlegte und klar kalkulierte Entscheidung gewesen, neben Nick den erfahrenen Heinz-Harald zu holen. Schließlich hatte der Schweizer Frentzen 1994 in die "Königsklasse" gebracht und diesen nach drei Jahren nur schweren Herzens zum Top-Team Williams ziehen lassen. "Meine Entscheidung war absolut richtig", sah er sich vor dem Großen Preis von San Marino in Imola bestätigt. Allerdings sei er von den Ergebnisse her nicht zufrieden. Das liege aber am Auto und nicht an den Fahrern.


 
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