| 17.43 Uhr

Formel 1 in Spa
Vettel bleibt trotz Enttäuschung entspannt

Großer Preis von Belgien: das Qualifying
Großer Preis von Belgien: das Qualifying FOTO: afp, mm
Spa-Francorchamps . Man sah Lewis Hamilton nicht an, dass er kurz zuvor wieder einmal den Ruf des Qualifying-Königs eindrucksvoll bestätigt hatte. Der erste Startplatz beim Großen Preis von Belgien am Sonntag (14 Uhr/Live-Ticker) sei zwar schön, aber WM-Punkte bekomme man dafür bekanntlich nicht, sagte der zweimalige Formel-1-Weltmeister. Doch die Bilanz des Titelverteidigers ist beeindruckend und seine Vorstellung im Qualifying stärkt das ohnehin nicht gerade schwach ausgeprägte Selbstbewusstsein. Von Eckhard Czekalla

Zum zehnten Mal startet der 30-Jährige in dieser Saison in seinem Mercedes vom ersten Startplatz. Nur einmal, beim Europa-Auftakt in Barcelona, war einer schneller: Teamkollege Nico Rosberg, der in Spa die 7,004 Kilometer lange Strecke in 1:47,655 Minuten bewältige und damit 0,458 Sekunden langsamer war als Hamilton.

Platz drei belegte überraschend der Finne Valtteri Bottas, der im Williams-Mercedes bereits 1,360 Sekunden länger unterwegs war als Hamilton. Über diesen Rückstand gefreut hätte sich Sebastian Vettel, der nur Platz neun belegte. Beim Heppenheimer lief ausgerechnet im entscheidenden dritten Durchgang nicht viel zusammen. Ein Rückstand von 2,628 Sekunden auf die Bestzeit ist nicht das, was er sich zu seinem 150. WM-Start und zum 900. Grand Prix seines Arbeitgebers Ferrari gewünscht hat.

"Ich habe mich kurz vor dem Ziel ein bisschen verbremst. Ohne das wäre ich vielleicht Siebter oder Achter geworden", betonte Vettel, der dennoch auf Startplatz acht steht. Lotus-Fahrer Romain Grosjean (Frankreich), eigentlich Vierter, wird wegen Motorenwechsels um fünf Plätze zurückgestuft.

Trotz der Enttäuschung gab sich Vettel entspannt. Das Rennen in Spa sei lang. Zudem könne es, nach drei für die Ardennen ungewöhnlich sonnenreichen Tagen auch Regen geben. Dazu kommt noch das neue Startprozedere, bei dem die Fahrer alles alleine regeln müssen und nicht mehr von der Box massiv unterstützt werden: Es könnte, so Vettel, spannend werden, wenngleich Mercedes unter normalen Bedingungen nicht zu schlagen sein wird.

Frustrierend war der Tag für Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen. Im zweiten Durchgang musste der Finne sein Auto unplanmäßig "parken", nachdem am Ferrari "irgendetwas gebrochen ist", wie er an die Box funkte.

Senna hält noch immer den Rekord

"Die letzten beiden Runden waren meine bislang besten an diesem Wochenende", sagte Hamilton, der zum sechsten Mal in Folge von der Pole Position losfährt. Den Rekord hält der 1994 in Imola tödlich verunglückte Brasilianer Ayrton Senna, dessen Serie nach neun Pole Positions riss. Am Freitag hatte der 30-jährige Hamilton noch im Schatten Rosbergs gestanden, der am Samstagmorgen im dritten Training etwas Neues probierte, dabei aber "in die falsche Richtung" unterwegs war.

Im Qualifying lief es dann wieder besser für den werdenden Vater, aber an Hamilton kam er nicht mehr heran. "Er hat das Extra gefunden, das ich nicht mehr in meiner Tasche hatte", gab der Wahl-Monegasse zu, der vor den noch zu fahrenden neun WM-Rennen einen Rückstand von 21 Punkten auf WM-Spitzenreiter Hamilton hat. "Es gibt hier viele Überholmöglichkeiten. Am Start kann schon viel passieren, wie auch danach auf dem Weg zur fünften Kurve. Ich hoffe und glaube an meine Chance", sagte der Vizeweltmeister.

Nico Hülkenberg, der dritten Deutsche im Feld der 20 Fahrer, war überraschend schon nach dem ersten Durchgang nur noch Zuschauer. "Ich war in der ersten Runde zu gierig. Das hat dann Geschwindigkeit gekostet", erzählte der Emmericher. Zudem haderte er auch mit der Leistung seines Mercedes-Motors.

Letztlich fehlten nur 0,056 Sekunden auf Toro-Rosso-Fahrer Carlos Sainz jr. (Spanien), der als 15. und Letzter weiterkam. Hülkenberg zog erst zum dritten Mal den Kürzeren im Teamduell mit Sergio Perez. Der Mexikaner wurde am Ende Fünfter – und machte mit seiner Leistung dem Emmericher Mut. "Das wird richtig gut", sagte Hülkenberg mit Blick auf dem 11. WM-Lauf auf der Natur-Achterbahn in den Ardennen.

Quelle: RP
 
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