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Rennkommissare ermitteln gegen Mercedes
Hamilton bangt um Sieg in Monza

GP von Italien 2015: das Rennen
GP von Italien 2015: das Rennen FOTO: ap, AC FP
Monza. Der englische Weltmeister Hamilton krönte sein makelloses Wochenende mit dem Triumph beim Großen Preis von Italien und strebt im Silberpfeil mit riesigen Schritten seinem dritten Titel entgegen - sein schärfster Konkurrent und Teamkollege Rosberg musste seinen Boliden wenige Kilometer vor dem Ziel auf Rang drei liegend mit brennendem Motor abstellen.

Allerdings muss Hamilton um seinen Sieg zittern, die Regelhüter haben an beiden Mercedes-Boliden einen zu geringen Reifendruck festgestellt. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Mehrere Teams seien betroffen, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei RTL: "Wir haben aber alles unter Pirelli-Aufsicht gemacht, da sollte in Ordnung sein. Es werden jetzt Daten auf den Tisch gelegt, und wir müssen das ausdiskutieren."

Vettel ließ sich für Rang zwei von den Tausenden Tifosi feiern und bescherte der Scuderia zumindest den erhofften Podestplatz. "Das ist einer der emotionalsten Tage, die ich in der Formel 1 jemals erlebt habe. Der Moment auf dem Podium macht das Ganze so lebendig, den Traum zu leben und Formel-1-Fahrer bei Ferrari zu sein. Das ist der beste zweite Platz, den ich jemals hatte."

GP von Italien 2015: das Qualifying FOTO: afp, vel

Der ehemalige Ferrari-Fahrer Felipe Massa (Brasilien) schnappte sich Rang drei. "Unglaublich, die Fans hier", sagte Hamilton auf dem Podium im Gespräch mit Star-Wars-Macher George Lucas und bedankte sich bei seinem Team. "Es ist alles nach hinten losgegangen an diesem Wochenende", sagte dagegen Rosberg: "Das ging voll in die Hose. Ich müsste das Ding langsam mal in die andere Richtung drehen, stattdessen gibt es den größten Rückschritt der Saison."

Gegen "Blondie" Hamilton, der mit frischer Haarfarbe nach seiner elften Pole Position im zwölften Rennen einen lockeren Start-Ziel-Sieg einfuhr, war auch Vettel völlig chancenlos. Nico Hülkenberg, der unter der Woche seinen Vertrag bei Force India bis 2017 verlängert hatte, holte als Siebter Punkte.

"Ich denke, der einzige, der mich stoppen kann, bin ich selbst", hatte Hamilton vor dem Rennen selbstbewusst getönt - und recht behalten. Er führt in der WM-Wertung mit nun 252 Punkten deutlich vor Rosberg (199) und Vettel (178).

Formel 1: Die Quali-Duelle 2015 FOTO: dpa

Kein Thema waren bei strahlendem Sonnenschein in Monza die Reifen. Zwei Wochen nach den Reifenplatzern von Vettel und Rosberg in Spa und der anschließenden heftigen Kritik an Hersteller Pirelli gab es auf dem schnellsten Kurs im Kalender keine Zwischenfälle.

Die Sofortmaßnahmen der Italiener beim Reifensturz und Reifendruck zahlten sich anscheinend aus, aber für die Zukunft wünscht sich Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery tiefgreifende Veränderungen. "Wenn die Teams es diesmal nicht verstanden haben, müssen sie sich ab 2017 einen anderen Ausrüster suchen", sagte Hembery dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Ganz andere Probleme hatte Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen, der am Samstag mit Rang zwei im Qualifying alle überrascht hatte. Der Finne fand sich nach einem völlig verpatzten Start plötzlich am Ende des Feldes wieder. Weil er dem roten Hindernis ausweichen musste, fiel auch Rosberg, der nach Problemen mit der neuen Power Unit am Samstag mit einem älteren Motor fahren musste, bis auf Rang sechs zurück.

Während sich Räikkönen schnell wieder mit einigen Überholmanövern zumindest in die Top Ten schob, kam Rosberg einfach nicht an den beiden Williams-Piloten vorbei und musste immer wieder vom Angriff auf Valtteri Bottas ablassen, weil sich seine Bremsen überhitzten.

Mercedes änderte daraufhin die Taktik, holte Rosberg für einen sogenannten "Undercut" frühzeitig zum Reifenwechsel und hatte damit Erfolg. Was auf der Strecke nicht klappte, gelang in der Box: Rosberg schnappte sich Bottas und Felipe Massa gleich im Doppelpack und war auf dem besten Weg, Schadensbegrenzung zu betreiben - doch die Hoffnungen endeten, als sein Motor Feuer fing.

An der Spitze aber zog Hamilton einsam seine Kreise und lag zwischenzeitlich 20 Sekunden vor Vettel. Der viermalige Weltmeister hatte es als einen Traum bezeichnet, mit Ferrari beim Heimspiel zu gewinnen. Doch Hamilton war ihm schon darauf keine Antwort schuldig geblieben. "Ich möchte Sebastian nicht seine Träume stehlen, aber ich habe meinen eigenen", hatte Hamilton gesagt - und sich diesen erfüllt.

(dpa)
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