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"Größter Moment des Lebens!"
Hamilton bleibt cool und rast zur Titelverteidigung

Hamilton holt dritten WM-Titel
Hamilton holt dritten WM-Titel FOTO: ap, DC DP
Austin. König Lewis zum Dritten: Blitzstarter Lewis Hamilton hat sich mit einer knallharten Attacke und viel Nervenstärke erneut den Weltmeistertitel in der Formel 1 gesichert.

Der Mercedes-Pilot machte durch seinen Sieg beim spektakulären Großen Preis der USA die erfolgreiche Titelverteidigung vorzeitig perfekt - weil besonders sein Teamrivale Nico Rosberg schwächelte.

"Das ist der größte Moment meines Lebens", jubelte Hamilton im Boxenfunk und legte bei der von Elton John durchgeführten Siegerehrung nach: "Es ist so unglaublich, dass ich im Moment nicht die richtigen Worte finde. Ich liebe euch alle, ich habe ein fantastisches Team, vielen Dank für alles, was ihr für mich tut." Rosberg sagte nicht viel, er sprach von einer "riesigen Enttäuschung. Ich weiß nicht, was passiert ist."

Sebastian Vettel wurde nach einem starken Rennen im Ferrari Dritter - dabei war der Heppenheimer wegen eines Motorenwechsels bestraft worden und nur von Startplatz 13. ins Rennen gegangen. "Ich glaube, wir haben bisher alle Erwartungen übertroffen", sagte Vettel: "Allerdings ist es kein schönes Gefühl zu wissen, dass man jetzt nicht mehr um die Meisterschaft kämpfen kann. Glückwunsch an Lewis und sein fantastisches Team."

Polesetter Rosberg leistete sich in der Endphase einen Fehler zu viel und machte Hamilton so den Weg zum Titel frei. Der 30-Jährige hat nach seinem zehnten Saisonsieg in der WM-Wertung 76 Punkte Vorsprung auf Vettel und ist schon drei Rennen vor Saisonende nicht mehr vom Thron zu stoßen. Nico Hülkenberg (Force India) schied aus.

Die Fans in Austin sahen einen immens spannenden Grand Prix mit zahlreichen Führungswechseln und Überholmanövern - sie wurden so für viel Leerlauf an den Tagen zuvor entschädigt.

Harte Attacken und Nervenstärke

Hamilton demonstrierte gleich am Start seine Stärke und drängelte sich mit einer harten Attacke noch in der ersten Kurve an Rosberg vorbei, der Düpierte fiel zwischenzeitlich sogar bis auf Rang fünf zurück. "Ich bin schwer genervt, dass er mich da verhungern lassen will, sogar in mich reinfährt", sagte Rosberg. Gewinner der ersten Runde war Vettel, der von Platz 13 zunächst auf Rang sieben vorfuhr.

In der Folge kontrollierte Hamilton das Feld zunächst gewohnt souverän von der Spitze und leistete sich keine Schwäche, während sich Rosberg mit ordentlich Wut im Bauch zwischenzeitlich wieder auf Rang zwei vorkämpfte. Doch dann bauten Hamiltons Intermediate-Reifen dramatisch ab, erst zog Ricciardo vorbei - dann folgten Rosberg und Kwjat.

Nach den ersten Boxenstopps und mit montierten Slicks konnten die Mercedes ihre überlegene Motorleistung ausspielen. Dabei jagte Hamilton den mittlerweile wieder in Führung liegenden Rosberg nach einer Safety-Car-Phase um den Kurs. Im Windschatten kämpfte sich auch Vettel immer weiter nach vorne.

Hamilton holte sich dann deutlich später als Rosberg und Vettel neue Pneus - und profitierte dabei von einer erneuten Safety-Car-Phase. Der Poker ging auf. Hamilton setzte Rosberg unter Druck, der verbremste sich, und der neue und alte Weltmeister zog locker vorbei.

Hamilton zieht mit Senna gleich

Hamilton krönte in Austin eine herausragende Saison und sich selbst nach 2008 und 2014 bereits zum dritten Mal zum Weltmeister. Damit zog er nach Titeln mit seinem großen Idol Ayrton Senna gleich. Zudem ist Hamilton nun der erfolgreichste Formel-1-Fahrer Ihrer Majestät.

Der 30-Jährige schaffte es als erster Brite überhaupt, seinen WM-Titel zu verteidigen, und nach dem Schotten Sir Jackie Stewart (1969, 1971 und 1973) ist er erst der zweite Brite, der drei Titel gewinnt. Dieses Kunststück schafften mit Hamilton überhaupt erst zehn Fahrer in der Geschichte der Formel 1. Zudem hat kein Brite mehr Grand-Prix-Siege (43) auf dem Konto als Hamilton.

Der Tag hatte dramatisch begonnen. Nachdem das Qualifying von Samstag auf Sonntag vor dem Rennen verschoben worden war, musste das Qualifying wegen des anhaltenden Regens vor dem dritten und letzten Durchgang, das sogenannte Q3, ganz abgesagt werden. Unter widrigen Bedingungen - die Fahrer klagten über Aquaplaning, die Fans sahen zahlreiche Dreher - sicherte sich Rosberg die Pole vor Hamilton. Aber der jubelte am Ende.

(ems/sid)
 
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