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Formel 1
Monza im Zeichen des Duells zwischen "Blondie" und "Daddy"

Großer Preis von Monza: Freies Training: Bilder
Großer Preis von Monza: Freies Training: Bilder FOTO: afp, vel
Lewis Hamilton ist auf einmal blond, Nico Rosberg seit Sonntag Vater. Zusammen sind die beiden Silberpfeil-Piloten aber immer noch das Maß aller Dinge in der Königsklasse, gerade auf der schnellsten Strecke im Kalender.

Der blonde Schopf von Lewis Hamilton hat Signalwirkung. Der Weltmeister demonstriert in Monza mit dem neuen Look nicht nur seinen Hang zur Extravaganz, sondern auch sein grenzenloses Selbstbewusstsein.

"Ich habe nie einen Zweifel daran gehabt, dass ich der schnellste Fahrer da draußen bin, aber dieser Glaube ist größer als jemals zuvor", ließ "Blondie" Hamilton vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr/im Live-Ticker) die Konkurrenz wissen.

Zu seinem neuen Selbstverständnis gehört auch, sich einfach nicht mehr darum zu scheren, was andere Leute über ihn denken - und sein Ding durchziehen. Warum die Haare blond sind? "Weil ich es kann."

Trotzdem konnte sich sein Mercedes-Teamkollege und schärfster Verfolger Nico Rosberg beim Anblick seines ehemaligen Kartkumpels leichten Spott nicht verkneifen. "Ich finde es amüsant, denn er hat sich über meine blonden Haare lustig gemacht, seit wir 14 Jahre alt sind. Jetzt ist er selber blond, das ist sehr lustig", sagte "Daddy" Rosberg, der seit vergangenem Sonntag Vater einer Tochter ist.

Das wiederum wollte Hamilton, der in der WM-Wertung 28 Punkte Vorsprung (227:199) hat, so nicht stehen lassen. "Ich habe mich nie über seine Haare lustig gemacht, wenn überhaupt, dann darüber, dass er sie wie ein Mädchen nach hinten gekämmt hat. Da habe ich gesagt: Kumpel, du musst sie schneiden", so der 30-Jährige, der zudem ein frisches Adler-Tattoo am Hals trägt.

Er sei "in einer sehr experimentellen Phase" seines Lebens, sagte Hamilton, und das Blond "wird nicht von langer Dauer sein. Ich weiß noch nicht, welche Farbe als nächstes kommt."

Abseits der fröhlichen Frotzelei der beiden Silberpfeil-Piloten, die auch beim Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) auf dem Hochgeschwindigkeitskurs als klare Favoriten an den Start gehen, freut sich Sebastian Vettel auf sein erstes Rennen für Ferrari in Monza.

"Das ist unser Heimrennen als Team. Und weil ich in diesem Jahr kein Heimrennen hatte, ist es auch für mich eins", sagte Vettel, der sich vor allem auf eine Sache freut: "Sollte ich es wirklich am Sonntag auf das Podium schaffen, werde ich zum ersten Mal seit langer Zeit nicht ausgebuht."

Ein Platz auf dem Podium dürfte für Nico Rosberg dagegen kaum mehr als ein Trostpreis sein, alles andere als ein Sieg würde dem 30-Jährigen im Titelkampf kaum weiterhelfen. Dafür muss sich der WM-Zweite allerdings steigern. Sein Start in Spa "war nicht gut, das Rennen war definitiv eine Enttäuschung".

In Monza soll nun alles besser werden. "Ich weiß, dass ich mit diesem unglaublichen Auto jedes Mal auf die Pole fahren und das Rennen gewinnen kann. Nichts weniger ist mein Ziel", sagte Rosberg, der sich nach Rang zwei im Vorjahr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke noch einmal steigern will: "Es war ein großartiges Erlebnis, im vergangenen Jahr auf dem Podium zu stehen.
Dieses Mal möchte ich jedoch eine Stufe weiter oben landen."

Hamilton dürfte etwas dagegen haben, zumal er sich im Titel-Zweikampf klar im Vorteil sieht: Nico sei nicht schlechter geworden, aber er selbst habe in zahlreichen Bereichen zugelegt.
Bescheidenheit war noch die Sache von Lewis Hamilton.

(sid)
 
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