| 16.09 Uhr

Formel 1 in Österreich
Hamilton holt Pole in kuriosem Qualifying

Lewis Hamilton holt Pole Position in kuriosem Qualifying
FOTO: dpa, hkt ss
Spielberg. Slapstick im Krieg der Sterne: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat trotz eines Abflugs in der eigentlich entscheidenden Phase die Pole Position beim Großen Preis von Österreich erobert – weil Mercedes-Teamrivale Nico Rosberg seinen Silberpfeil nur Sekunden später ebenfalls ins Kiesbett steuerte.

Im Qualifying von Spielberg schmiss der Deutsche damit trotz Zwischenbestzeit die Chance auf den so wichtigen ersten Startplatz weg, im Rennen am Sonntag (14 Uhr/Live-Ticker) droht nun der nächste Rückschlag im Duell mit WM-Spitzenreiter Hamilton.

"Das ist auf jeden Fall frustrierend. Ich weiß gar nicht genau, was passiert ist, die Strecke war wohl etwas nass", sagte Rosberg: "Bis zu den letzten zwei Kurven war ich genau mit Lewis auf Augenhöhe, deshalb musste ich noch ein paar Hundertstel rausholen. Dann habe ich es wohl übertrieben."

Mercedes bewies damit dennoch erneut seine Ausnahmestellung und wehrte den nächsten Ferrari-Angriff erfolgreich ab. Hinter Hamilton (1:08,455) und Rosberg (1:08,655) musste sich Sebastian Vettel (Heppenheim/1:08,810) mit Rang drei begnügen. "Leider waren die beiden etwas zu schnell", sagte Vettel: "Ich bin zufrieden mit Rang drei, aber ich wäre gerne näher dran gewesen." Nico Hülkenberg (Emmerich/1:09,278) holte knapp eine Woche nach seinem Überraschungssieg bei den 24 Stunden von Le Mans einen ganz starken fünften Platz für Force India.

Vettel hatte noch in den freien Trainingssessions der Hoffnung der Italiener auf eine große Überraschung Flügel verliehen. Am Freitag war der Hesse schnellster Mann des Tages, auch am Samstagvormittag drehte Vettel auf der zunächst noch trockenen Strecke die beste Runde – mit den jüngsten Updates für Motor und Aerodynamik hat Ferrari den Rückstand auf Mercedes ein wenig verkürzt.

Silberpfeile legen zu

Noch vor dem Qualifying warnte Vettel allerdings davor, dass die Silberpfeile im entscheidenden Moment "sicher noch eine Schippe drauflegen" würden, und genau so kam es. Die Strecke war nach starken Regenfällen am Mittag noch feucht, und die Autos waren zunächst deutlich langsamer unterwegs als noch in den freien Trainings. Vor spärlich gefüllten Tribünen, im Vergleich zum umjubelten Comeback im Vorjahr muss der Österreich-Grand-Prix wohl mit einem Zuschauerrückgang von einem Drittel rechnen, trocknete die Ideallinie aber schnell ab.

Im zweiten Abschnitt wurde die Strecke immer schneller, Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen war da schon nicht mehr dabei. Der Finne landete im chaotischen ersten Durchgang nicht unter den besten 15 und schied frühzeitig aus. "Wie zur Hölle ist das möglich?!", rief Räikkönen nach seiner letzten schnellen Runde in den Boxenfunk.

Ein Wochenende zum vergessen erlebt in Spielberg sowohl McLaren-Honda als auch das Heimteam Red Bull Racing. Die McLaren-Piloten Fernando Alonso (Spanien) und Jenson Button (England) erhalten wegen des Wechsels mehrerer Motorenbestandteile jeweils eine 25-Plätze-Strafe. Daniel Ricciardo (Australien) und Daniil Kwjat (Russland) müssen wegen der Verwendung des jeweils fünften Verbrennungsmotors beim Heimspiel Zehn-Plätze-Strafen hinnehmen. Das Quartett geht vom Ende des Feldes ins Rennen, einzig Kwjat konnte seine Sanktion komplett ableisten. Die übrigen drei Piloten müssen zudem weitere Zeitstrafen hinnehmen.

Hamilton geht als WM-Spitzenreiter in der Steiermark an den Start, mit 151 Punkten liegt er noch deutlich vor Rosberg (134). Vettel (108) braucht ein Erfolgserlebnis, um im Saisonverlauf weiter in Schlagdistanz zu bleiben.

Startaufstellung zum Großen Preis von Österreich

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes
2. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes
3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari
4. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes
5. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes
6. Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes
7. Max Verstappen (Niederlande) Toro-Rosso-Renault
8. Daniil Kwjat (Russland) Red-Bull-Renault
9. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber-Ferrari
10. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus-Mercedes
11. Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus-Mercedes
12. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber-Ferrari
13. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro-Rosso-Renault
14. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault
15. Fernando Alonso (Spanien) McLaren-Honda
16. Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes
17. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Honda
18. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari
19. Roberto Merhi (Spanien) Manor-Marussia-Ferrari
20. Will Stevens (Großbritannien) Manor-Marussia-Ferrari

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