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Formel 1 in Suzuka
Lewis Hamilton lässt Nico Rosberg alt aussehen

Suzuka. Mit einem knallharten Manöver nach dem Start in Suzuka macht sich der Formel-1-Weltmeister den Weg frei zu seinem achten Saisonsieg. Sein Mercedes-Teamkollege hat wohl nur noch theoretische Titelchancen.

Auch in diesem Jahr wird der Formel-1-Weltmeister wohl nicht Nico Rosberg (30) heißen. "Es läuft definitiv in die falsche Richtung. Ich hätte gewinnen müssen, das hat nicht geklappt", sagte der in Monte Carlo lebende Wiesbadener nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Japan. Sein knapp ein halbes Jahr älterer Teamkollegen Lewis Hamilton war dagegen im Stimmungshoch. "Es fühlt sich gut an, wieder oben zu stehen", sagte der Titelverteidiger. Eine Woche nach dem Frust von Singapur - Hamilton ausgefallen, Rosberg nur Vierter - war Mercedes wieder zurück in der Spur mit Hamilton als Strahlemann.

Dabei hatte es so gut ausgesehen für Rosberg. Im Qualifying sicherte er sich die Pole Position vor Hamilton - begünstigt vielleicht auch durch den Unfall von Red-Bull-Fahrer Dani Kwjat eine knappe Minute vor Ende des dritten Durchgangs. Er führte zum Abbruch und stoppte die Fahrer auf dem Weg zu ihrer letzten schnellen Runde.

Doch es kam alles anders. Rosberg startete schlecht, und sein Versuch, den vorbeiziehenden Teamkollegen in der ersten Kurve doch noch abzufangen, scheiterte. Knallhart hielt Hamilton dagegen, keinesfalls gewillt, den Deutschen außen vorbeizulassen. "Da war schon alles vorbei", meinte Rosberg, der kurz von der Piste kam und auf Platz vier zurückfiel: "Aber das geht mit unserem Auto natürlich gar nicht. Der zweite Platz war dann ein bisschen wie Schadensbegrenzung."

Die Attacke beurteilten beide Fahrer aus ihrer Sicht. "Ich musste ausweichen, sonst hätte es eine Kollision gegeben. Es ist schwierig, das jetzt zu kommentieren", sagte Rosberg - und es war klar, das er ziemlich sauer war. Hamilton hatte "nicht das Gefühl, dass es so eng war. Innen ist innen. Es war meine Kurve", sagte der Engländer, der einmal mehr rigoroser zu Werk gegangen war. Die Teamleitung wollte sich erst mal die Bilder ansehen. "Grundsätzlich ist es ja so, dass es immer eine sehr stressige Situation ist, wenn zwei Teamkollegen nebeneinander in eine Kurve fahren", sagte Teamchef Toto Wolff.

Hamilton baute mit dem achten Saisonsieg seine Führung vor den Rennen in Sotschi (11. Oktober), Auston (25.), Mexiko-Stadt (1. November), Sao Paulo (15.) und Abu Dhabi (29.) auf 48 Punkte aus. Dritter bleibt der viermalige Champion Sebastian Vettel (59 Punkte zurück). Der Ferrari-Star, wie Rosberg in diesem Jahr dreimal siegreich, besitzt nach Platz drei nur noch theoretische Chancen, wenngleich auch er noch 125 Punkte holen kann.

Konnte Vettel den dominierenden Mercedes-Rennstall mit seinem Erfolg vor einer Woche in Singapur noch schocken, so lief in Suzuka alles wie so oft in den vergangenen eineinhalb Jahren für die Silberpfeile. Sowohl Rosberg als auch Vettel ("Ich habe alles versucht") mussten anerkennen, dass "der Lewis einfach ein bisschen zu schnell war". Rosberg hatte im Ziel knapp 19 Sekunden Rückstand- in der Formel 1 eine Ewigkeit. Auf seiner überlegenen Siegfahrt fühlte sich Hamilton nach eigener Aussage zeitweise "wie beim Segeln. Weil es durch die Kurven richtig geflossen ist." Unerwünschter Nebeneffekt der Überlegenheit: Die TV-Bilder zeigten die beiden Silberpfeile sehr spärlich - zum Ärger des Teams.

Eine Klasseleistung in Suzuka zeigte Nico Hülkenberg. Der Emmericher machte in seinem Force India sieben Plätze gut und egalisierte mit Rang sieben sein bestes Saisonresultat.

Quelle: RP
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