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Erfolgreiche Titelverteidigung
Hamilton ist der schillernde Superstar der Formel 1

Hamilton: Scherzinger-Freund, Mercedes-Pilot
Hamilton: Scherzinger-Freund, Mercedes-Pilot FOTO: dpa, Thomas Frey
Austin/Düsseldorf. Lewis Hamilton ist nach 2008 und 2014 wieder Weltmeister in der Königsklasse. Beim Großen Preis der USA in Austin feiert er seinen zehnten Saisonsieg. Zweiter wird Nico Rosberg vor Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel. Von Eckhard Czekalla

Selbstzweifel kennt Lewis Hamilton nicht. Sein Talent, sagte der Engländer einmal, sei ein großes Geschenk. Die Überzeugung, der schnellste Fahrer zu sein, machte er sich schon früh zu eigen. Kritik prallt am Formel-1-Piloten ab. "Die einzige Person, die mich wirklich beurteilen kann, ist Gott", betonte er 2014 im Gespräch mit dem "Motorsport-Magazin". Die Erfolge sprechen für ihn. Beim Großen Preis der USA, dem 16. von 19 WM-Rennen, sicherte er sich nach 2008 und 2014 erneut den WM-Titel und gehört nun zum Kreis der zehn Formel-1-Fahrer, die mindestens dreimal Weltmeister geworden sind. In einem spannenden Rennen profitierte er vom Fahrfehler seines Teamrivalen Nico Rosberg, der sich in Führung liegend acht Runden vor Schluss verbremste. Hamilton hatte danach freie Fahrt.

Als Hamilton zur Saison 2007 in die Formel 1 kam, dachte er gar nicht daran, sich als Lehrling zu sehen. Zwar war sein Teamkollege kein Geringerer als der zweimalige Champion Fernando Alonso, doch der von McLaren-Teamchef Ron Dennis schon seit Jahren geförderte Nachwuchsmann steckte gegen den Spanier nicht zurück - auf und neben der Rennstrecke. Am Ende standen beide mit leeren Händen da und Alonso wechselte zu Reanult. Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen profitierte von der teaminternen Fehde. Er holte in den letzten drei Rennen 17 Punkte auf und gewann mit einem Zähler Vorsprung den Titel.

Hamilton holt dritten WM-Titel FOTO: ap, DC DP

Ein Erlebnis, das Hamilton, dessen Großeltern väterlicherseits in den 1950er-Jahren von der Karibikinsel Grenada eingewandert waren, prägte. Sein Wechsel zur Saison 2013 zu Mercedes als Nachfolger von Michael Schumacher brachte ihm den nächsten Kick. Der 30-Jährige profitierte dabei auch von der perfekten Arbeit des Teams, die er veredelte. Die Schwaben waren bei der Konstruktion der neuen Hybridmotoren den Konkurrenten weit voraus. Hamilton nutzte diesen Vorteil konsequent.

Der Engländer genießt den Erfolg und er genießt das Leben, das ihm sein Beruf ermöglicht. "Ich musste das Sofa und einen Stuhl zusammenstellen. Das war mein Bett in einem Einzimmer-Apartment", erinnert der alte und neue Champion an die harte Zeit des Anfangs. Sein Vater Anthony erledigte bis zu vier Jobs gleichzeitig, um die Karriere seines Sohnes zu ermöglichen. Zu Beginn war er auch noch der Manager, ehe sich die beiden zerstritten. Nun erledigt Lewis Hamilton auch diesen Job, obwohl das Verhältnis wieder intakt ist. Vor einigen Monaten verlängerte er seinen Vertrag bis Saisonende 2018. Angeblich überweist ihm der Autobauer aus Stuttgart dafür 30 Millionen Euro im Jahr - die Werbeeinnahmen kommen noch hinzu.

Hamilton feiert WM-Titel mit Elton John und Schampus FOTO: afp, di

Anders als sein Teamrivale Nico Rosberg sucht Hamilton die Öffentlichkeit. Über Twitter, Facebook oder Instagram lässt er seine in die Millionen gehenden Fans an seinem Privatleben intensiv teilhaben. Oft zu sehen sind dabei die englischen Bulldoggen Roscoe und Coco, die in Hamiltons Leben einen festen Platz haben. Der 30-Jährige schafft den Spagat zwischen ernsthafter Vorbereitung auf die Formel 1 und die Abstecher in die Welt der großen und nicht so großen Stars aus Film, Musik und Mode. Hamilton hat viele Tattoos, und er mag Schuhe. Davon hat der Hobbymusiker reichlich.

"Ich hasse Niederlagen" betont Hamilton. Keine ungewöhnliche Aussage im Sport. Aber ihm gelingt seit zwei Jahren fast alles. 20 der zurückliegenden 34 Rennen gewann der Engländer. Dass seine Freundschaft zu Rosberg, die auf gemeinsamen Tagen im Kartsport fußte, in die Brüche ging, ist ein Teil des Jobs. Der Teamkollege darf nicht besser, vor allem nicht erfolgreicher sein. Der Deutsche scheiterte zum zweiten Mal in Folge an Hamilton, der nicht nur schneller ist, sondern auch keine Kompromisse kennt. Das spürte Rosberg beim Rennen in China. Da kritisierte der Wiesbadener die langsame Fahrweise Hamiltons, durch die er viel Stress mit dem hinter ihm fahrenden Vettel hatte. Hamilton kühl: "Es ist nicht meine Aufgabe, mich um das Rennen von Nico zu kümmern."

Quelle: RP
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