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Formel 1
Hamiltons Vertragsverlängerung bei Mercedes wird zur Hängepartie

Fotos: Hamilton führt protzige Goldkette spazieren
Fotos: Hamilton führt protzige Goldkette spazieren FOTO: afp, eis/tbr
Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat seinen Vertrag bei Mercedes noch immer nicht verlängert. Für den Briten ist die Unterschrift aber nur eine Frage der Zeit.

Zu "99,6 Prozent" ist der neue Millionen-Deal zwischen Formel-1-Weltmeister und Mercedes Lewis Hamilton perfekt. Doch die fehlenden 0,4 Prozent sorgen dafür, dass die Verhandlungen zwischen dem Briten und dem Traditionsrennstall zur Hängepartie werden. "Ich habe noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Es kann dieses Wochenende passieren, vielleicht aber auch nicht", sagte Hamilton in Shanghai.

Eigentlich hatte der 30-Jährige angekündigt, das neue Arbeitspapier noch vor dem Großen Preis von China in Shanghai (Sonntag, 8 Uhr/Live-Ticker) unterzeichnen zu wollen, doch danach sieht es nicht aus. Es müssten noch "verschiedene Dinge" geklärt werden, sagte er, ohne auf Details einzugehen. In den letzten Tagen habe sich Hamilton aber auch nicht vornehmlich mit dem Thema beschäftigt, nachdem er den etwa 80-seitigen Vertrag zuvor mehrfach gelesen hatte.

In ernsthafter Gefahr ist der Deal mit dem Konstrukteurs-Champion aber keinesfalls, beide Seiten wollen auch in Zukunft miteinander arbeiten. "Es wird der Punkt kommen, an dem wir uns einigen werden", sagte Hamilton, der erstmals selbst verhandelt und sich noch an die Ausdrucksweise der Anwälte gewöhnen muss. Als durchaus "nervig" bezeichnete er den Fakt, dass es noch nicht zur Unterschrift kam.

Die Verhandlungen zur Verlängerung über das Saisonende hinaus dauern schon viele Wochen an. Mehrere Medien hatten bereits über mögliche Vertragsinhalte berichtet. Demnach könnte Hamilton, der als Nachfolger von Michael Schumacher seit 2013 für die Silberpfeile fährt, künftig auch dank erfolgsabhängiger Bonuszahlungen bis zu 37 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Fragen nach Zahlen quittierte Hamilton, der aktuell wohl 25 Millionen Euro einstreicht, am Donnerstag in China nur mit einem müden Lächeln. "Was soll ich dazu sagen", meinte er.

Der Brite hatte nach seinem ersten Titel 2008 im Vorjahr zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft gewonnen und führt auch aktuell die Gesamtwertung an - sportlich hat er also eine perfekte Verhandlungsposition. In der Königsklasse gibt es momentan keinen besseren Fahrer. Zum Auftakt hatte er in Australien gewonnen, beim überraschenden Sieg von Ferrari-Pilot Sebastian Vettel in Malaysia wurde er Zweiter. In China soll es nun wieder zum Sieg reichen. "Ich bin sehr optimistisch und bereit für den Fight", sagte er.

Nico Rosberg, zweiter Mercedes-Pilot, kann in Sachen Vertrag kein Licht ins Dunkel bringen. "Natürlich interessiert es mich, wer nächstes Jahr mein Teamkollege ist", sagte Rosberg im Teamquartier vor den Toren Shanghais. Auch der Wiesbadener weiß noch nicht, ob Hamilton bleiben wird, seine Situation wird sich aber keinesfalls ändern. "Ich habe meinen Vertrag für die nächste Saison ja", sagte Rosberg, der im Vorjahr verlängert hatte. Angeblich unterschrieb der Vizeweltmeister für drei Jahre bis 2017 und bekommt dafür insgesamt rund 55 Millionen Euro.

Bei Hamilton, der auch mit neuem Deal keinen Status als klare Nummer eins im Team bekommen wird, dürfte es um noch höhere Summen gehen. Auch sein neuer Vertrag soll drei Jahre laufen.

(sid)
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