Schumacher-Brüder auf 5 und 7: Magny-Cours: Coulthard im Freien Training Vorn
zuletzt aktualisiert: 29.06.2001 - 15:56Magny-Cours (rpo). Vorjahressieger David Coulthard hat am Freitag im Freien Training in Magny-Cours die Bestzeit aufgestellt. Zwei Tage vor dem Großen Preis von Frankreich am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RP-Online) benötigte der McLaren-Mercedes-Pilot für die 4,251 Kilometer lange Runde 1:14,935 Minuten.
"Das war ein guter erster Tag ohne Probleme mit guten Zeiten", frohlockte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, denn auch der zweimalige Weltmeister Mika Häkkinen im zweiten "Silberpfeil" überzeugte. Der Finne wurde Vierter hinter dem Iren Eddie Irvine im Jaguar und dem Kanadier Jacques Villeneuve im BAR-Honda. Ferrari-Star Schumacher beendete die erste Standortbestimmung nach dem Sieg beim Großen Preis von Europa am letzten Sonntag auf dem Nürburgring erst als Siebter zwei Plätze hinter seinem Bruder Ralf, der im Williams-BMW knapp sechs Zehntel hinter Coulthard lag.
"Das Training ist nicht unbedingt eine Messlatte. Generell wird es eng zugehen", weiß Michael Schumacher aus der Erfahrung seiner 153 Grand-Prix-Starts und baut darauf, die 40. Pole-Position in der Qualifikation am Samstag doch noch herausfahren zu können. Unter dem strahlend blauen Himmel gingen die schnellsten Brüder der Welt hart zur Sache. Ralf musste sein Auto in der ersten Trainingseinheit nach einem Dreher in der Adelaide-Kurve in Runde fünf abstellen. Auch Michael rutschte am Vormittag einmal ins Kiesbett.
"Ganz sicher werden unsere Fights weitergehen", kündigte der dreimalige Weltmeister an. "Schumi I" betonte jedoch abermals, dass die Brüder nur eine sportliche Rivalität trenne und sie ansonsten ein Herz und eine Seele seien. Genauso sieht es auch "Schumi II", der im Williams-BMW zu einem ernsthaften Konkurrenten für den Titelverteidiger geworden ist. "Es gibt auch ein Leben neben der Formel 1", sagte er. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag an diesem Samstag trat Ralf Schumacher auch verbal kräftig auf das Gaspedal und unkte: Zuletzt auf dem Nürburgring sei sein Bruder ein "fahrendes Hindernis" gewesen.
Der "Bremsklotz" kann mit seinem fünften Sieg in Magny-Cours nach 1994, 1995, 1997 und 1998 als zweiter Fahrer in der Grand-Prix- Geschichte nach Alain Prost (Frankreich) den 50. Karriere-Sieg einfahren. Schon bald will der 32-Jährige der Allergrößte in der PS- Branche sein. Nur noch zwei Siege fehlen Michael Schumacher, um den Rekord des Franzosen (51 Grand-Prix-Siege) einzustellen.
"Ich finde das super, denn Michael hat mir versprochen, dass er mich mit seinem Ferrari fahren lässt, wenn er mich entthront hat", sagt der kleine Franzose. Auf der Trainingsstrecke in Maranello darf Prost dann ans Steuer des roten Renners. Statistik-Muffel Michael Schumacher ficht das Goldene Jubiläum nicht an: "Sicher ist es schön, wenn man einmal im Ruhestand ist, aber jetzt zählen nur die unmittelbar vor mir liegenden Ziele."
In der WM-Wertung will Michael Schumacher seinen Vorsprung von 24 Punkten auf seinen härtesten Verfolger Coulthard weiter ausbauen. Doch der Schotte, der im Vorjahr Schumacher bei einem Überholmanöver den Stinkefinger zeigte, hat sich noch längst nicht aufgegeben. "Solange die WM noch nicht entschieden ist, habe ich meine Chance." 72 Runden, knapp 306 Kilometer werden am Sonntag gefahren.
Der Retortenkurs "Circuit de Nevers" gilt als Hochburg der deutschen Formel-1-Fahrer. Seit 1991, seit der Große Preis von Frankreich hier ausgetragen wird, hat es fünf Siege gegeben. Neben Schumacher war auch Heinz-Harald Frentzen 1999 erfolgreich. Doch von solchen Großtaten ist der Mönchengladbacher im Jordan-Honda momentan meilenweit entfernt. "Es ist doch klar, dass man etwas unzufrieden ist, wenn es mal nicht so gut läuft." Frentzen beendete das Training als 13. Sein Stadtkollege Nick Heidfeld im Sauber wurde 15.
Freies Training GP Frankreich (Magny-Cours):
1. David Coulthard (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:14,935 Minuten 2. Eddie Irvine (Großbritannien) Jaguar-Cosworth 1:15,133 3. Jacques Villeneuve (Kanada) BAR-Honda 1:15,224 4. Mika Häkkinen (Finnland) McLaren-Mercedes 1:15,372 5. Ralf Schumacher (Kerpen) Williams-BMW 1:15,537 6. Juan Pablo Montoya (Kolumbien) Williams-BMW 1:15,582 7. Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari 1:15,810 8. Pedro de la Rosa (Spanien) Jaguar-Cosworth 1:16,140 9. Jarno Trulli (Italien) Jordan- Honda 1:16,187 10. Rubens Barrichello (Brasilien) Ferrari 1:16,325 11. Olivier Panis (Frankreich) BAR-Honda 1:16,364 12. Luciano Burti (Brasilien) Prost-Acer 1:16,455 13. Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) Jordan-Honda 1:16,868 14. Kimi Räikkönen (Finnland) Sauber-Petronas 1:16,906 15. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) Sauber- Petronas 1:17,011 16. Jean Alesi (Frankreich) Prost-Acer 1:17,088 17. Jenson Button (Großbritannien) Benetton-Renault 1:17,172 18. Jos Verstappen (Niederlande) Arrows-Asiatech 1:17,285 19. Enrique Bernoldi (Brasilien) Arrows-Asiatech 1:17,527 20. Giancarlo Fisichella (Italien) Benetton-Renault 1:17,566 21. Fernando Alonso (Spanien) Minardi-European 1:17,866 22. Tarso Marques (Brasilien) Minardi-European 1:18,372
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