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Formel-1-Rekordweltmeister
Haug über Schumacher: "Man kann nur beten"

Sebastian Vettel und Michael Schumacher im Vergleich
Sebastian Vettel und Michael Schumacher im Vergleich FOTO: dpa, Jens Büttner
Düsseldorf. Die neuen Informationen zu Michael Schumacher sind praktisch die alten. Er macht weiter Fortschritte, aber es dauert einfach noch lange. Fast anderthalb Jahre ist der Skiunfall des Formel-1-Rekordweltmeisters her. Nun hat der ehemalige Mercedes-Sportchef Norbert Haug im österreichischen Fernsehen über Schumacher gesprochen.

"Man muss darauf vertrauen, was das Management und die Familie rausgibt. Darüber hinaus zu spekulieren ist nicht richtig. Ich mache das auf keinen Fall. Man kann nur beten und die Daumen drücken. Ich glaube, dass ganz viele Gedanken bei Michael sind", sagte Haug bei ServusTV.

Abgeschieden von der Öffentlichkeit setzt Schumacher seine langwierige Genesung fort. Der Unfall, der das Leben des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters so grundlegend veränderte, liegt mittlerweile knapp 17 Monate zurück. Fast anderthalb Jahre in einer neuen Zeitrechnung für den zweifachen Familienvater. Denn vor Schumacher liegt noch immer ein weiter Weg.

"Wir sind froh, weiter sagen zu können, dass er Fortschritte macht, und ich sage das immer in Anbetracht der Schwere seiner Kopfverletzungen", erklärte seine Managerin Sabine Kehm in einem Interview für einen Sponsor des Rekordweltmeisters zuletzt. Schumacher hatte sich bei seinem Skiunfall am 29. Dezember 2013 trotz Helms ein schweres Schädel-Hirn-Traum zugezogen.

Seine Managerin, die seit dem tragischen Unglück die einzige verlässliche Quelle für Informationen zum Zustand des mittlerweile 46 Jahren alten Ex-Rennfahrers ist, wies in dem Interview erneut auch darauf hin: "Aber natürlich wird es für alle, die beteiligt sind, ein langer Kampf." Man sei jedoch glücklich, diesen Kampf annehmen zu können. Denn Schumachers Leben war nach dem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen tagelang in höchster Gefahr.

Schumacher, der in seiner einzigartigen Formel-1-Karriere 1999 mit einem Schien- und Wadenbeinbruch die schlimmste Verletzung davongetragen hatte, kämpfte sich aber zurück. Nach Monaten im Koma konnte er im September vergangenen Jahres nach Hause verlegt werden. Zuvor hatte er bereits einige Wochen in einer Reha-Klinik in Lausanne verbracht. Alles immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Wie gesund, wie fit, wie sehr Michael Schumacher wieder der alte Michael Schumacher wird – niemand weiß es wohl. Im November vergangenen Jahres hatte Managerin Kehm klargestellt, dass Prognosen über den Genesungsprozess einfach noch immer nicht möglich seien. "Einen seriösen Ausblick könnte ich nie geben", hatte sie betont. "Das ist einfach nicht möglich in dieser Situation." Schon damals sagte sie auch, dass Schumacher Fortschritte mache, "die der Schwere seiner Verletzung angemessen sind" und mahnte Geduld an: "Man muss der Sache Zeit geben."

Um für Schumachers Genesung die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, wurde ein Team von Fachleuten angestellt, die den 91-maligen Grand-Prix-Gewinner im Familien-Domizil am Genfer See betreuen. Dass er einst als erfolgreichster Pilot der Formel 1 stets auch körperlich topfit war und Maßstäbe setzte, half Schumacher bereits in den Wochen nach seinem Unfall im Skigebiet oberhalb von Meribel.

(dpa)
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