| 18.39 Uhr

Formel 1 in Brasilien
Rosberg dominiert Training - Vettel fährt hinterher

Bilder: Großer Preis von Brasilien: das freie Training
Bilder: Großer Preis von Brasilien: das freie Training FOTO: afp, na/pa
Auf der Buckelpiste von Sao Paulo hat Nico Rosberg den ersten Vergleich mit Sebastian Vettel deutlich gewonnen und seinen Anspruch auf den Gewinn der "deutschen Meisterschaft" in der Formel 1 untermauert.

Im freien Training zum Großen Preis von Brasilien gelang dem Mercedes-Piloten in 1:12,385 Minuten die mit Abstand beste Zeit, Vettel wurde im Ferrari mit fast einer Sekunde Rückstand Dritter - und muss sich im Kampf um die Vizeweltmeisterschaft deutlich steigern.

"Es hat alles gut funktioniert, auch in den Qualifying-Einstellungen", sagte ein verschwitzter Rosberg nach dem Training bei schwülwarmen 28 Grad, zudem wies er auf die schwierigen Bedingungen in Interlagos hin: "Der Asphalt bricht an manchen Stellen auf, die musste man meiden. Da mussten wir heute alle ein bisschen kreativ sein."

Vettel zeigte sich angesichts des Rückstands wenig überrascht. "Man muss einfach anerkennen, dass sie ein gutes Auto haben", sagte der 28-Jährige: "Wir haben jetzt Zeit, das Erlebte zu verarbeiten, müssen uns noch verbessern, und das können wir auch."

Der alte und neue Weltmeister Lewis Hamilton musste Rosberg als Zweiter indes ebenfalls deutlich ziehen lassen, fast eine halbe Sekunde trennte den Briten von seinem Stallrivalen. Nico Hülkenberg belegte im Force India auf der unebenen Berg- und Talbahn in der Millionen-Metropole den achten Platz.

Vor dem Qualifying am Samstag und im Rennen am Sonntag (jeweils 17 Uhr/Live-Ticker) sind die Hoffnungen der Ferrari-Fans auf eine Überraschung damit erst mal gesunken. Vettel muss Rosberg eigentlich zwingend schlagen, sonst könnte die Chance auf Rang zwei im Endklassement hinter Hamilton sich bereits vor dem Finale in Abu Dhabi (29. November) erledigt haben.

Momentan spricht jedoch fast alles für Rosberg. Der Mercedes-Pilot hat 21 Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann, und der Silberpfeil ist noch immer das stärkere Auto. Das zeigte sich auch am Freitag, als Rosberg abgesehen von einem Ausritt ins Gras kurz vor Ende der zweiten Session souverän seine Runden drehte. Mit seinem Ausrutscher war er allerdings nicht allein, schon das Training auf der Traditionsstrecke in Interlagos war Schwerstarbeit für die Piloten.

"Das Auto ist sehr viel gerutscht", sagte auch Vettel: "So ging es allen. Die Reifen funktionieren hier nicht richtig, sie schmieren mehr, als dass sie halten." Die Strecke wird zudem gegen den Uhrzeigersinn gefahren und sorgt für eine ungewohnte Belastung der Nackenmuskulatur.

Hoffnung dürfte Vettel allerdings der in Sao Paulo stets wichtige Faktor X machen. Alles Unvorhersehbare hilft den Jägern in Rot, und "diese Strecke spielt immer einen Steilpass für dramatische Momente", sagt Vettel. So fällt dem "verrückten Wetter" (Rosberg) über Interlagos meist eine Rolle zu, auch am Wochenende sind Hitzegewitter nicht ausgeschlossen. Am Freitag hing eine dichte Wolkendecke über der Millionen-Metropole, und gegen Mittag fielen die ersten Tropfen auf die Strecke. Zumindest im Training blieben starke Regengüsse jedoch noch aus.

(areh/sid)
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