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Formel 1
Rosberg hofft auf Ferraris Hilfe

Fotos: Rosberg – Deutscher, Monegasse, Weltmeister
Fotos: Rosberg – Deutscher, Monegasse, Weltmeister FOTO: ap, EM
Sotschi. Bittere Niederlagen und heftige Kritik haben an Nico Rosberg gezehrt. Der Mercedes-Pilot gibt sich im fast verlorenen Titelduell mit Lewis Hamilton zwar weiter kämpferisch, aber so langsam gehen ihm die Argumente aus. 

"Ich muss einfach gut Autofahren", sagt der Mercedes-Pilot vor dem Großen Preis von Russland (Sonntag, 13 Uhr/Live-Ticker). Im Kampf gegen den Teamrivalen wirkt Rosberg zunehmend ratlos. "Er ist gut. Er ist konstant, konstanter als im vergangenen Jahr", sagt der in Monte Carlo lebende Wiesbadener im Fahrerlager von Sotschi. Diese neue Eigenschaft des Titelverteidigers ist es, die Rosbergs ersten WM-Triumph im Duell der 30-Jährigen bereits unmöglich erscheinen lässt.

48 Punkte Vorsprung hat der Engländer. Aus eigener Kraft kann Rosberg ihn in den verbleibenden fünf Rennen, in denen ein Fahrer noch maximal 125 Punkte holen kann, nicht mehr abfangen. "Ich sehe den Abstand. Ich sehe, dass nicht mehr viel Zeit bleibt. Ich muss einfach die Rennen gewinnen und dann sehen, wie es läuft", sagt Rosberg. Klingt einfach, ist es aber nicht. Achtmal hieß der Sieger in dieser Saison schon Hamilton, nur dreimal Rosberg. Im Qualifying steht es 12:2 für den vor Selbstbewusstsein strotzenden Engländer. Das zeigte er erst vor 13 Tagen in Suzuka wieder. Dort war er nur von Platz zwei gestartet, hatte dann aberRosberg mit einem harten Manöver ausgebremst und die Basis für seinen Erfolg gelegt.

Wie es in Sotschi aussieht, war gestern nicht einmal zu erahnen. Zwar landete Rosberg auf Rang zwei, Hamilton wurde nur Siebter - doch eine lange Pause am Vormittag aufgrund eines Dieselfilms auf der Strecke, den ein defekter Kehrwagen verursacht hatte, und starke Regengüsse am Nachmittag ließen keine Erkenntnisse zu. Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams, hat Rosberg noch auf der Rechnung. "Du musst dich immer wieder hochfahren. Wenn ein Rennfahrer in dieser Situation aufgibt, dann darf er kein Rennfahrer sein. Das macht Nico sicher nicht."

"Es gibt ja noch die Ferrari", sagte Rosberg mit Blick auf Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen, "es wäre wichtig für mich, wenn sie zwischen Lewis und mir landen." Die Vorgabe der Teamführung klingt da natürlich ganz anders, denn schon in Sotschi winkt der vorzeitige Sieg in der Team-WM. Holen die Silberpfeile drei Punkte mehr als Ferrari, dann steht der Triumph fest - am selben Ort und einen Tag früher als 2014.

WM-Stand: 1. Hamilton 277 Punkte; 2. Rosberg 229; 3. Vettel 218; 4. Räikkönen 119; 5. Bottas 111.

(sid/cze)
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