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Formel 1
Rosberg ist stinksauer auf Weltmeister Hamilton

Hamilton holt dritten WM-Titel
Hamilton holt dritten WM-Titel FOTO: ap, DC DP
Austin. Nico Rosberg stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Gepaart mit Wut auf seinen Teamkollegen. Wie lange es noch gutgehen kann, weiß er nicht. Das Manöver nach dem Start in Austin war aus seiner Sicht eines zu viel. Nach dem Rennen pfefferte Rosberg eine Kappe, die Hamilton ihm zugeworfen hatte, trotzig zurück in Richtung des Briten.

Rosberg hat nach dem WM-Triumph von Hamilton scharfe Kritik an dem neuen Formel-1-Weltmeister geübt und eine Aussprache gefordert. Nach gemeinsamer Feierlaune stand dem abermals im WM-Kampf geschlagenen Deutschen ganz und gar nicht der Sinn nach dem packenden Großen Preis der USA. "Mein Teamkollege versucht, mich verhungern zu lassen, ja, dass er in mich rein fährt, ist ein Schritt zu viel für mich", klagte Rosberg. Der gebürtige Wiesbadener regte sich über Hamiltons Manöver in der ersten Kurve gleich nach dem Start auf: "Er hat es übertrieben."

Rosberg war zwar von der Pole Position auf dem Circuit of the Americas in Austin gestartet. In Kurve eins attackierte Hamilton seinen Stallrivalen aber innen. Letztlich musste Rosberg aus seiner Sicht ausweichen, um eine heftigere Kollision zu vermeiden. "Da war kein Platz, da war nichts mehr", echauffierte sich Rosberg und wunderte sich, dass sich die Rennleitung die Szene nicht einmal anschaute.

Von der Teamleitung bekam Rosberg nach dem Rennen prompt recht. "Das Manöver war zu hart", befand Teamchef Toto Wolff. Er meinte, Rosberg habe vorn gelegen. Die Fernsehbilder konnten dies allerdings nicht eindeutig belegen. Hamilton erklärte, dass Rosberg außen im Nassen mehr Grip gehabt und dadurch die Kurve besser bekommen habe als er. Er sei nicht rumgekommen, daher hätten sich die Autos berührt.

Hamilton habe sich auch sofort über den Funk gemeldet und gesagt, es sei keine Absicht gewesen, meinte Wolff: "Was es aber auch nicht besser macht.".

Es müsse "natürlich diskutiert werden, dann werden wir sehen", forderte Rosberg, der nach der endgültig verpassten WM-Chance gegen Hamilton schwer geknickt und konsterniert wirkte, während Hamilton sich auch Stunden später noch mit dem Union Jack um die Schultern feiern ließ und jede Sekunde seines dritten WM-Triumphes genoss. Dass er Hamilton die Kappe eines Sponsors vehement vor der Siegerehrung zurückwarf, bezeichnete Hamilton als "normale Spielchen".

Viel Zeit, die Geschehnisse des packenden US-Rennens aufzuarbeiten haben, die beiden Piloten und die Teamleitung um Mercedes-Motorsportchef Wolff allerdings nicht. Schon am kommenden Wochenende kehrt die Formel 1 nach Mexiko zurück. Wie lange es in der seit langem explosiven Fahrer-Partnerschaft zwischen ihm und Hamilton noch gut gehen kann, weiß Rosberg auch nicht.

Die WM verlor Rosberg allerdings weder in Kurve eins in Austin noch durch seinen letztlich zweiten Platz durch einen Fehler kurz vor Schluss bei dem Rennen hinter Hamilton und noch vor Sebastian Vettel im Ferrari. Dass er kurz vor Schluss deutlich Vorsprung auf den Heppenheimer einbüßte, der mit Platz zwei die Krönung Hamiltons noch hätte verhindern können, begründete Rosberg mit abbauenden Reifen. Auf die Frage, ob er mit dem Gedanken gespielt habe, Vettel überholen zu lassen und so Hamilton den vorzeitigen Triumph zu verwehren, entgegnete Rosberg: "Nie und nimmer, überhaupt nicht. Niemals."

Ihm gelangen in diesem Jahr drei Siege, Hamilton zehn. "Er ist noch schneller als im vergangenen Jahr, das ist es, was man als Weltmeister machen muss", meinte Teamaufsichtsratschef Niki Lauda. "Er wird noch mehr gewinnen, wenn er so weiter macht."

Einen anderen Teamkollegen wünscht sich Rosberg aber nicht. "Nein, das ist eine gute Herausforderung, gegen einen der Besten zu fahren. Das macht es ja aus. Das ist der Reiz an der ganzen Sache."

(can/dpa)
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