| 19.31 Uhr

Rosberg ist Weltmeister
Ein würdiger Champion mit langem Atem

Rosberg und Frau Vivian duschen im Champagner
Rosberg und Frau Vivian duschen im Champagner FOTO: afp
Meinung | Abu Dhabi/Düsseldorf. Nico Rosberg hat lange auf die Erfüllung seines Traums vom WM-Titel warten müssen. An der Seite von Michael Schumacher und dann Lewis Hamilton hat er viel gelernt – und die richtigen Schlüsse gezogen. Von Eckhard Czekalla

Nico Rosberg hat erst lernen müssen, dass zu viel Teamfähigkeit den eigenen Zielen im Wege stehen kann. Dass es ohne Egoismus nicht geht, bekam er beim Saisonfinale noch einmal zu spüren. Teamrivale Lewis Hamilton fuhr absichtlich langsamer, ignorierte Anweisungen und Befehle vom Mercedes-Kommandostand. Die Hoffnung, dass Rosberg vielleicht noch auf Rang vier zurückfällen und er seinen vierten WM-Titel holen würde, erfüllte sich allerdings nicht. Und das ist gut so.

Rosberg ist ein würdiger Champion. In den drei Anfangsjahren bei Mercedes hatte er Michael Schumacher als Teamkollegen. Von ihm hat er viel in Sachen Einstellung, Vorbereitung, Leidenschaft und Kampfgeist mitbekommen. Seit 2013 musste er sich an Hamilton reiben. Rosberg galt als der ewige Zweite, der im Schatten des Lebemannes von der Insel steht. Zu lieb, zu nett, zu gut erzogen – so einer wird doch niemals ein Champion!

Die großen Töne, die Nähe zu Stars und Sternchen – das ist nicht die Sache des Familienmenschen Rosberg. Er zog die Lehren aus den ersten drei Jahren an der Seite seines ehemaligen Kumpels aus gemeinsamen Kartjahren. In dieser Saison erntete er den Lohn. Zwar hatte Hamilton viel Pech, doch dies musste Rosberg in den Jahren zuvor auch wegstecken.

Rosberg hat von Hamilton gelernt, ist sich aber immer treu geblieben. Aus dem netten Nico wurde der Racer Rosberg, der in dieser Saison stets die Ruhe behielt und sich nun seinen Kindheitstraum erfüllte.

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