| 10.11 Uhr

Formel-1-Dominator
Rosberg wünscht sich Spannung

GP von Russland 2016: Rosberg jubelt über vierten Sieg in Serie
GP von Russland 2016: Rosberg jubelt über vierten Sieg in Serie FOTO: dpa, ss hm sab
Sotschi. Der Deutsche dominiert zwar die Formel 1, ihm fehlt aber die Titelkonkurrenz

Am Ende seines nächsten perfekten Wochenendes musste Nico Rosberg dann doch mal klarstellen, dass hinter seinen sieben Formel-1-Siegen in Folge harte Arbeit steckt. "Einen Grand Prix von vorne zu fahren, ist kein Elfmeter ohne Torwart", betonte der 30-Jährige, ehe er Sotschi (Russland) mit dem nächsten Pokal im Gepäck Richtung Monte Carlo verließ, wo seine Familie wartet.

Dass die Erfolge des Wiesbadeners für manche zu leicht aussehen, ist nicht seine Schuld. Zwar profitierte der Deutsche vom Pech seiner Rivalen, doch Rosbergs Lauf fußt nicht allein darauf, dass Lewis Hamilton wiederholt von der Technik eingebremst und Sebastian Vettel (Heppenheim) von "Torpedo" Daniil Kwjat (Russland) abgeräumt wurde. "Nico macht alles richtig, sein Kopf ist perfekt eingestellt", schwärmt Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams. Ganz anders ist die Gemütslage beim Rest der Formel-1-Welt. Zwar sicherte sich Weltmeister Lewis Hamilton den zweiten Platz, doch dieser hatte einen "bitteren Nachgeschmack", wie die "Daily Mail" feststellte. Nach wiederholten technischen Problemen an seinem Mercedes scheint das Vertrauen des Engländers in seinen Boliden jedenfalls erheblich angeknackst.

Hamilton beteuerte, bei noch 17 ausstehenden Rennen und 43 Punkten Rückstand kämpfen zu wollen - größer war der Abstand nach vier Rennen zwischen dem WM-Leader und dem ersten Verfolger nie. Auch der Gejagte rechnet fest mit einem Comeback des Champions: "Es haben schon einige Fahrer einen so guten Saisonstart hingelegt. Aber keiner hatte einen Teamkollegen wie Lewis." Sebastian Vettel liegt nach seinem rabenschwarzen Wochenende allerdings schon 67 Punkte zurück. Auch ohne den Abschuss durch Kwjat in Kurve zwei war Vettels anfälliger Ferrari im Vergleich zu Rosbergs Silberpfeil kaum konkurrenzfähig. "Ferrari versinkt im Chaos", titelte "Tuttosport".

Vettel hinterließ aber noch die Botschaft, Kwjat sei bei ihm nach dem zweiten Vorfall binnen zwei Wochen "jetzt nicht endgültig unten durch". Allerdings habe der Russe "zwei klare Fehler" gemacht. Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko deutete an, bald ein längeres Gespräch mit dem 22-Jährigen zu führen. Vettel half das kaum, und auch Rosberg gab unumwunden zu:"Die Ekstase fehlt mir irgendwo. Die habe ich, wenn ich ein enges Duell gewinne", sagte der 30-Jährige. Allein: An ihm liegt es nicht.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nico Rosberg wünscht sich Spannung in der Formel 1


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.