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Formel-1-Finale in Sao Paulo: Nur Geldstrafe für Hamilton

zuletzt aktualisiert: 19.10.2007 - 22:51

Sao Paulo (RPO). Lewis Hamilton rückt vor dem Formel-1-Finale am Sonntag in Sao Paulo (18 Uhr/LIVE!-Ticker) einmal mehr in den Mittelpunkt. Im ersten Freien Training legte der Brite zwar die Bestzeit vor, doch wurde wegen eines Formfehlers bei der Reifenwahl eine Untersuchung eingeleitet. Doch der Brite ist mit einem blauen Auge davongekommen. McLaren-Mercedes muss wegen eines Fehlgriffes bei den Reifen im freien Training vor dem Saisonfinale lediglich 15.000 Euro Strafe zahlen.

British F1 driver Lewis Hamilton gestures at the McLaren's pit 19 October 2007 during the free practice at the Interlago Foto: AFP, AFP
British F1 driver Lewis Hamilton gestures at the McLaren's pit 19 October 2007 during the free practice at the Interlago Foto: AFP, AFP

Zudem muss Hamilton am Wochenende mit einem Reifensatz weniger über die Runden kommen. Dieses Urteil verhängten die Sportkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA nach 75-minütiger Beratung, nachdem der 22-jährige Brite zuvor 15 Minuten angehört worden war. Damit hält der WM-Spitzenreiter weiterhin alle Trümpfe in der Hand und kann sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte krönen.

McLaren klagt sich selbst an

Es war das zweite Mal in nur zwei Wochen, dass gegen Hamilton wegen eines Regelverstoßes eine Untersuchung eingeleitet worden war. Laut Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatten die Silberpfeile den brisanten Fall selbst angezeigt, um so einer drastischen Strafe zu entgehen.

"Wir haben den Vorfall den Stewards gemeldet." Wie konnte es überhaupt erst zu dem Malheur kommen? Dazu Haug: "Das war eine simple Verwechslung vom Team nach der Installationsrunde und nichts, was Lewis bei fünf gezeiteten Runden einen Vorteil fürs Wochenende gebracht hätte."

Hamilton und zwei weitere Fahrer hatten am Freitag im ersten freien Training zwei Sätze Regenreifen verwendet. Laut Artikel 25.3 des sportlichen Reglements darf kein Fahrer während des ersten und zweiten freien Trainings mehr als einen Satz Regenreifen und einen Satz Reifen für extremen Regen verwenden. Schlimmstenfalls hatte Hamilton in der Startaufstellung für den Brasilien-Grand-Prix eine Strafversetzung um zehn Plätze zurück gedroht.

Auf der Rennstrecke lief für Hamilton dagegen alles ganz rund. Der McLaren-Mercedes-Pilot gewann das mit Spannung erwartete erste Kräftemessen der drei Titelkandidaten und legte in 1:12,767 Minuten die erste Bestzeit vor. Nur eine Hundertstelsekunde langsamer war Hamiltons Teamkollege und Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) auf Rang zwei. Dahinter folgten die Ferrari-Rivalen Felipe Massa (Brasilien) und Kimi Räikkönen (Finnland) auf den Positionen drei und vier.

Bereits zuletzt in Schanghai hatte sich Hamilton wegen seines Verhaltens hinter dem Safety Car beim Rennen in Fuji verantworten müssen. Die FIA hatte den McLaren-Mercedes-Piloten da allerdings freigesprochen.

Mit den Reifen hat der junge Brite offenbar kein Glück: Vor zwei Wochen in Schanghai hatte er seinen ersten Matchball vergeben, als er auf ruinierten Gummis von der Strecke gerutscht und dann im Kiesbett steckengeblieben war.

Hamilton führt die WM-Wertung mit vier Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen und Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) an. Dem besten Neuling aller Zeiten würde schon ein zweiter Platz zum Titelgewinn reichen. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (Finnland) geht bei sieben Zählern Rückstand auf Hamilton als Außenseiter in das spannendste Finale seit 21 Jahren.

Auch Button und Sato bestraft

Neben Hamilton hatten auch der Brite Jenson Button (Honda) und der Japaner Takuma Sato (Aguri-Honda) am Freitag in Sao Paulo zu viele Reifensätze benutzt und die gleiche Strafe erhalten.

Schnellster der fünf deutschen Fahrer war Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Toyota. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete auf Rang zehn, direkt vor Ralf Schumacher im Toyota. Sebastian Vettel (Heppenheim) wurde im Toro-Rosso-Ferrari 17., Adrian Sutil (Gräfelfing) fuhr im Spyker-Ferrari auf Platz 21.

Möglicherweise ist Sao Paulo das letzte Rennen für "Schumi II", nachdem er vor einigen Wochen den Abschied von Toyota zum Saisonende verkündet hatte. Doch davon will der 32-Jährige nicht wissen: "Meine Zukunft in der Formel 1 ist sicher", sagte Ralf Schumacher in einem NDR-Radio-Interview. Mit einer Entscheidung sei allerdings nicht in den nächsten vier Wochen zun rechnen.

Auf der Suche nach einem Cockpit für 2008 ist Ralf Schumacher jetzt offenbar um eine Hoffnung ärmer. Laut Formel-1-Boss Bernie Ecclestone werde der Brite David Richards das neue Prodrive-Team, bei dem "Schumi II" als Fahrer gehandelt wurde, im kommenden Jahr nicht an den Start schicken. "Ich denke, dass sie sich dazu entschieden haben, aufzugeben", sagte der 76-Jährige.

Nach Ralf Schumachers Abschied soll nun Alonso die Talfahrt des Autogiganten Toyota beenden. Angeblich hat das in Köln ansässige Team dem Spanier die Rekordgage von 40 Millionen Euro pro Saison geboten. Alonso, der eigentlich noch bis 2009 bei McLaren-Mercedes unter Vertrag steht, soll das Traumangebot nach einem Bericht des Daily Express aber abgelehnt haben.


Formel 1, Großer Preis von Brasilien, Freies Training (Kombination aus beiden Trainingssitzungen, eine Runde = 4,309 km):

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:12,767 Minuten, 2. Fernando Alonso (Spanien) McLaren-Mercedes 1:12,889, 3. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:13,075, 4. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:13,112, 5. Giancarlo Fisichella (Italien) Renault 1:13,549, 6. Robert Kubica (Polen) BMW-Sauber 1:13,587, 7. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams-Toyota 1:13,655, 8. Kazuki Nakajima (Japan) Williams-Toyota 1:33,664, 9. David Coulthard (Großbritannien) Red-Bull-Renault 1:13,706, 10. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Sauber 1:13,785, 11. Ralf Schumacher (Kerpen) Toyota 1:13,829, 12. Heikki Kovalainen (Finnland) Renault 1:13,879, 13. Rubens Barrichello (Brasilien) Honda 1:13,892, 14. Jenson Button (Großbritannien) Honda 1:14,095, 15. Vitantonio Liuzzi (Italien) Toro-Rosso-Ferrari 1:14,152, 16. Jarno Trulli (Italien) Toyota 1:14,179, 17. Sebastian Vettel (Heppenheim) Toro-Rosso-Ferrari 1:14,409, 18. Takuma Sato (Japan) Super-Aguri-Honda 1:14,431, 19. Anthony Davidson (Großbritannien) Super-Aguri-Honda 1:14,477, 20. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 1:14,543, 21. Adrian Sutil (Gräfelfing) Spyker-Ferrari 1:15,095, 22. Sakon Yamamoto (Japan) Spyker-Ferrari 1:15,715

Quelle: sid

 
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