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Formel-1-Kommentar
Nur mitzuhalten genügt nicht

Großer Preis von Bahrain 2010
Großer Preis von Bahrain 2010 FOTO: AP
Manama (RP). Es war ein langweiliges Rennen. Die großen Erwartungen, geweckt durch die Teilnahme von vier aktiven Weltmeistern und vier angeblich gleichwertigen Teams, wurden weitgehend enttäuscht. Von Eckhard Czekalla

Allein das Auto von Sebastian Vettel sorgte für Spannung. Diejenigen, die erwartet hatten, dass Michael Schumacher bei einer Rückkehr nach dreieinhalb Jahren Pause für Furore sorgen würde, gehörten eh zum Kreis der Superoptimisten.

Schumacher hat solide Arbeit geliefert. Er war auf dem Niveau seiner Kollegen. Doch die Formel-1- Vermarkter hofften ja darauf, dass der 41-Jährige noch einmal groß auftrumpfen würde. Ein "normaler" Schumacher genügt auf Dauer nicht, das unglaublich gestiegene Interesse wachzuhalten.

Das neue Reglement hat die Show (noch) nicht verbessert. Zwar wurde bei den Hinterbänklern mächtig überholt, doch die Spitzenpositionen, dort, wo es für die Fans spannend ist, waren weitgehend zementiert. Auch das Tankverbot sorgt nicht für Belebung. Der Grand Prix wird zum Ausdauerrennen. Solange die Teams noch mit der Spritmenge spielen und Strategien schnell verändern konnten, war noch mehr Leben drin.

Nach nur einem Rennen den Stab zu brechen, ist aber verfrüht. Die Teams müssen sich an das Machbare herantasten. Und auch die Fahrer. Schumacher wird noch eine Weile im Fokus stehen. Den Titel möchte er gewinnen. Wann, lässt er offen.

Es ist ungewiss, ob er ihn noch zum achten Mal holt, seine drei Jahre bei Mercedes erfüllt und den öffentlichen Erwartungen gerecht werden kann. Fährt er weiter nur mit, wird sich mancher fragen, weshalb er einem jungen Fahrer die Chance genommen hat, in der Formel 1 zu fahren.

Einen 41-Jährigen, der nur mithalten kann, hat die Königsklasse nicht gebraucht.

Quelle: RP
 
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