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Formel-1-Comeback
Olympiaarzt warnt Schumi: "Großes Risiko"

Formel-1-Stimmen zur Schumi-Rückkehr
Formel-1-Stimmen zur Schumi-Rückkehr FOTO: AFP
Düsseldorf (RPO). Als "grundsätzlich großes Risiko" bezeichnet Olympiaarzt Dr. Antonius Kass das bevorstehende Formel-1-Comeback von Michael Schumacher angesichts des Halswirbelbruchs vom Februar. Der Düsseldorfer Orthopäde, bei den Sommerspielen 2000 in Sydney und 2004 in Athen im Einsatz gewesen, sagt: "Ich würde an seiner Stelle nicht mehr neu starten, er kann eigentlich nur verlieren."

Als großes Risiko sieht der 70-malige Volleyball-Nationalspieler Kass vor allem die enormen Belastungen für die Halswirbelsäule an. "War die Wirbelpartie bei dem Bruch nur angeknackst, kann das Problem deutlich geringer sein. Aber mit Vorverletzungen in diesem Bereich ist es grundsätzlich nicht einfach."

Dass Michael Schumacher jahrelang nicht mehr aktiv war in der Formel 1 und am 3. Januar 41 Jahre alt wird, ist für Kass und auch für seinen bayerischen Kollegen Dr. Hans-Josef Kapellmann weiter kein Problem. Der Rosenheimer Orthopäde, als Fußballer mit dem FC Bayern München dreimal Europacupsieger der Landesmeister: "Schumi ist fit, sein fortgeschrittenes Alter und seine jahrelange Abstinenz beeinträchtigen das Reaktionsvermögen nicht."

Der frühere Fußball-Nationalspieler sagt, ohne degenerative Veränderungen durch den Bruch könne Schumacher fahren. Und er glaubt, dass der siebenmalige Weltmeister bei Mercedes beste Voraussetzungen für das Comeback habe.

Bei Ferrari habe er den Neustart vor Monaten wohl deswegen abgesagt, weil er vom aktuellen Fahrzeug nicht wirklich überzeugt gewesen sei. Kapellmann: "Sollte es sportlich nicht so laufen mit dem Comeback, hat er mit der Krankheitsgeschichte schon seine Entschuldigung. Darauf wird er sich ganz sicher berufen, falls es schief geht."

Schumacher hat einen Fahrervertrag über drei Jahre unterzeichnet. Das erste Rennen ist am 14. März in Bahrain. "Ich bin voll Energie und Tatendrang", sagte Schumacher, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird. Sein Ziel sei es selbstverständlich, in der kommenden Saison Rennen zu gewinnen. Angesichts des bevorstehenden Comebacks zeigte Schumacher sich sogar euphorisch: "Ich fühle mich gerade wie ein 12-Jähriger, der durch die Gegend hüpft, so wie ein kleiner Junge."

Bei Mercedes wird die Rennlegende neuer Teamkollege des 24-jährigen Deutschen Nico Rosberg. Teamchef Ross Brawn sprach von der "wohl interessantesten Fahrerpaarung in der Formel 1". Rosberg selbst erklärte: "Toll, dass Michael wieder in der Formel 1 fährt und bei Mercedes GP Petronas mein Teamkollege wird." Es sei aber auch eine große Herausforderung für ihn, "gegen einen der besten Fahrer aller Zeiten anzutreten".

Medienberichten zufolge soll Schumacher für ein Jahr sieben Millionen Euro bezahlt bekommen. Er selbst äußerte sich am Mittwoch nicht zu diesen Zahlen. Die Trennung von Ferrari sei ihm nicht leicht gefallen, man habe sich jedoch nach sehr offenen und freundschaftlichen Gesprächen einvernehmlich getrennt.

Schumacher hatte bei 250 Grand-Prix-Starts 91 Rennen gewonnen sowie 154 Podiumsplätze und 68 Pole-Positions erzielt. Zwischen August 1991 und Oktober 2006 war er für die Teams Jordan, Benetton und Ferrari gefahren.

Mit dem Comeback für Mercedes schließt sich für ihn der Kreis: Für Mercedes war er bereits 1990/91 als Junior-Fahrer in der sogenannten Gruppe C und in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft DTM unterwegs gewesen. "Jetzt kann ich dem Stern hoffentlich etwas zurückgeben", sagte Schumacher.

Sein jüngerer Bruder Ralf erklärte, das Comeback sei die "positive Nachricht, die die Formel 1 gebraucht hat". Ex-Formel-1-Fahrer Niki Lauda sagte im Bayerischen Rundfunk, Schumacher werde vom ersten Tag an wieder ganz vorne mitfahren: "Wenn man einmal Auto fahren kann so wie der Schumacher - das verlernt man nicht so schnell."

(SID/chk)
 
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