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DTM-Champion steigt auf
Wehrlein erfüllt sich seinen Traum von der Formel 1

Porträt: Pascal Wehrlein: DTM-Champion und Formel-1-Hoffnung
Porträt: Pascal Wehrlein: DTM-Champion und Formel-1-Hoffnung FOTO: dpa, hak
Berlin. Nun ist es perfekt. Pascal Wehrlein, jüngster Champion in der DTM, macht den nächsten Schritt. Er wird Formel-1-Stammfahrer bei Manor. Das Team fährt mit Mercedes-Power.

Die deutsche Formel-1-Fraktion wächst wieder: In der kommenden Saison soll DTM-Champion Pascal Wehrlein sein Renndebüt in der Königsklasse des Motorsports geben. 21 Jahre jung, geboren in Sigmaringen, ausgezeichnet als jüngster Gesamtgewinner im Deutschen Tourenwagen-Masters. Nach einem guten Jahr als Ersatzpilot bei Mercedes bekommt er  nun ein Formel-1-Renncockpit beim britischen Manor-Team. Das bestätigte der Rennstall am Mittwoch.

Das deutsche Top-Talent sprach am Mittwoch von einem Traum, der in Erfüllung gehe, "jetzt liegt es an mir, die Chance zu ergreifen und Leistung auf der Strecke zu bringen", sagte Wehrlein: "Manor ist der richtige Ort, um meine Formel-1-Karriere zu beginnen. Das Team ist klein und hochkonzentriert. Es wird eine harte Aufgabe, aber ich denke, dass wir im Laufe der Zeit um Punkte kämpfen können sollten." 

"Autobild" hatte Wehrlein zuvor bereits mit den Worten zitiert: "Seit ich als Sechsjähriger meinen ersten Grand-Prix besuchte, wollte ich Formel-1-Pilot werden." Die Gespräche mit den Manor-Verantwortlichen führte laut Wehrlein Motorsportchef Toto Wolff von Mercedes. Der deutsche Autobauer beliefert Manor seit diesem Jahr mit Antriebseinheiten, das Chassis kommt von Williams.

Vier Deutsche in der Formel 1

Seit langem wurde damit gerechnet, dass Mercedes seinen talentierten Nachwuchsfahrer auch bei Manor installieren würde. Die Konkurrenz war allerdings nicht klein, selbst wenn der Rennstall bis zum vergangenen Jahr noch als praktisch chancenloses Hinterbänkler-Team galt.

Kolportiert wurde unter anderem, dass GP2-Pilot Rio Haryanto aus Indonesien eine zweistellige Millionensumme mitbringen würde. Das Geld soll unter anderem von der indonesischen Regierung kommen. Womöglich könnte sich das immer noch auszahlen: Der zweite Platz neben Wehrlein ist weniger als zwei Wochen vor dem Beginn der Testfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs in Barcelona noch nicht vergeben.

Unfall überschattet DFB-Trainingslager FOTO: dpa, geb jai

Wehrlein ist der vierte deutsche Pilot neben Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel aus Heppenheim von Ferrari, dem gebürtigen Wiesbadener Rosberg und Nico Hülkenberg aus Emmerich von Force India. Die Saison startet am 20. März in Melbourne.

Empfohlen hatte sich Wehrlein vor allem mit dem Gewinn des DTM-Titels als bislang jüngster Pilot. Vor einem Jahr durfte er für Mercedes und Force India bei Testfahrten zudem bereits hinters Formel-1-Steuer.

Beim Abschluss des Motorenvertrags sei das Thema Fahrer "zwar ein Diskussionspunkt, aber nicht Bestandteil des Vertrags" gewesen, hatte Mercedes-Motorsportchef einmal mit Blick auf Wehrleins Chancen bei Manor gesagt. "Mit einem Mercedes-Motor und der Technikhilfe von Williams hat Manor jetzt ein wertvolles Cockpit, das sie auch verkaufen könnten", hatte er zudem betont.

In Wehrlein hat Mercedes einen Trumpf für die Zukunft in der Hand. Der 2010 in den Formelsport eingestiegene Pilot könnte gegebenenfalls auch einspringen, sollte das zerrüttete Verhältnis zwischen Hamilton und Rosberg einen Grad erreichen, den Mercedes nicht mehr akzeptieren kann. "Animositäten wären nicht gut für das Team." Wenn es da Probleme gebe, "müssten wir uns Gedanken über die Fahrerpaarung machen", hatte Wolff schon betont.

 

(dpa)
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