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Formel 1
Renault kehrt ab 2016 als Werksteam zurück

Renault kehrt ab 2016 als Werksteam in die Formel 1 zurück
Renault-Boss Carlos Ghosn. FOTO: dpa, fr ks lof
Paris. Angriff auf den Titel statt Abschied: Renault hat nach einer monatelangen Hängepartie den Lotus-Rennstall übernommen und wird im kommenden Jahr wieder mit einem Werksteam in der Formel 1 starten.

Das teilte der französische Autobauer am Donnerstag mit. Bereits im September hatte Renault eine Absichtserklärung zur Übernahme des vor der Insolvenz stehenden Teams unterzeichnet, erst jetzt wurde der Deal fixiert.

Bis zuletzt hatten Verhandlungen mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone über finanzielle Zuschüsse eine Einigung hinausgezögert. Renault wollte bei einem Start als Werksteam nicht wie ein Neueinsteiger behandelt werden, sondern wie eines der privilegierten Teams um Ferrari, Red Bull und Mercedes von Sonderzahlungen profitieren.

Zu diesem Zweck verwies Geschäftsführer Carlos Ghosn auf die erfolgreiche Geschichte in der Formel 1. Bis 2009 war Renault als Werksteam vertreten, 2005 und 2006 holte man mit Fernando Alonso die Titel in der Fahrer- und Hersteller-WM. Auch nun haben die Franzosen wieder große Ambitionen. "Unser Ziel ist es zu gewinnen, auch wenn es ein bisschen dauern wird," erklärte Ghosn: "Wir hatten zwei Möglichkeiten: Ganz zurückgekommen oder die Formel 1 ganz verlassen." Gespräche mit den Formel-1-Bossen hätten "das Vertrauen gegeben, die neue Herausforderung anzunehmen." Im Januar will Renault "mehr Details" über das Comeback geben.

Zur Saison 2010 wurden zunächst 75 Prozent der Team-Anteile an eine Investmentgesellschaft verkauft, die in der Folge den Lotus-Rennstall aufbaute. Ein Jahr später wechselten auch die restlichen 25 Prozent den Besitzer. Renault war seither nur noch als Motorenlieferant tätig.

Nach vier Konstrukteurs- und vier Fahrertiteln mit Sebastian Vettel und Red Bull (2010 bis 2013) verlor Renault mit der Einführung der Turbo-Motoren 2014 allerdings den Anschluss an die Konkurrenten Mercedes und Ferrari und erntete heftige Kritik. In dieser Phase reifte bei Ghosn die Erkenntnis, dass ein Engagement als Motorenlieferant nicht den gewünschten Werbe-Effekt bringt.

Der französische Autobauer ist seit 1977 fast ohne Pause als Team oder Ausrüster in der Königsklasse vertreten. Nur 1987 und 1988 fehlten die Franzosen in der Formel 1, von 1998 bis 2000 lieferte Renault Motoren unter dem Namen Mecachrome.

(areh/sid)
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