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Nico Rosberg Panorama afp 2011
  Foto: AFP, AFP
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Formel 1: Rosberg: "Nun geben wir Vollgas"

zuletzt aktualisiert: 06.05.2011 - 07:51

Istanbul (RPO). In Shanghai schnupperte Mercedes schon mal an den Spitzenplätzen, in Istanbul sollen diese nun endgültig angegriffen werden. Es wird Zeit, denn die Konkurrenz buhlt um Nico Rosberg.

Der Ärger über die Tank-Panne ist verraucht, nun will Mercedes endlich den Durchbruch zum absoluten Spitzenteam in der Formel 1 schaffen: In Istanbul soll der klare Aufwärtstrend bei der "deutschen Nationalmannschaft" um Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und den hochtalentierten Nico Rosberg fortgesetzt und der verschenkte Podestplatz von Shanghai nachgeholt werden.

Die Darbietung vom zweiten und dritten Rennwochenende des Jahres sei "ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht" gewesen, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug und kündigte vollmundig an: "Wir haben noch einiges in der Röhre." Die große Hoffnung heißt vor der Europa-Premiere in der Türkei wieder Rosberg, der in Shanghai das Rennen 14 Runden lang anführte und Gerüchten zufolge bei Red Bull wie bei Ferrari auf der Einkaufsliste ganz oben stehen soll.

"Der Ärger ist vergessen, nun geben wir Vollgas", sagte Rosberg bei RTL und ergänzte: "Jetzt erst recht." Einen Vertrauensverlust zum Team verspüre er nicht, versicherte Rosberg, außerdem seien die Führungsrunden "kein Zufallstreffer" gewesen: "Uns haben Dinge in die Karten gespielt, deshalb würde ich nicht behaupten, dass ich auch in Istanbul wieder führen werde. Aber wir sind viel näher dran. "

In China war er sogar schneller gewesen als erlaubt. Als die zuvor berechnete Spritmenge plötzlich nicht ausreichte und er angewiesen wurde, vom Gas zu gehen, sah man den Wiesbadener so wütend wie selten. "Ganz ehrlich: Ich habe mich selbst so noch nie erlebt. Ich war völlig fertig", sagte Rosberg, der sich sicher war, um seinen ersten Sieg in der Formel 1 gebracht worden zu sein: "Mir war zum Heulen zumute." Haug sah Rosbergs ersten Erfolg beim 91. Start zumindest "in Reichweite".

Doch eine beeindruckende Serie setzte Rosberg in diesem Jahr fort. Im bei Motorsportlern als wahren Gradmesser gelten Qualifying-Vergleich gegen den Teamkollegen Schumacher führt er schon wieder mit 3:0, nachdem er den Rekord-Weltmeister schon in dessen Comeback-Saison mit 15:4 klar dominiert hatte. "Ich bin zufrieden, wie es gelaufen ist bisher, auch im Vergleich zu meinem Teamkollegen", sagte Rosberg: "Aber es wird schwierig gegen Michael. Ich hoffe, dass ich die ganze Saison vor ihm sein kann."

Schumacher sitzt anders im Auto

Für Schumachers Ergebnisse in diesem Jahr, auch im Vergleich zu Rosberg, scheint allerdings eine Erklärung gefunden zu sein. Dadurch, dass Schumacher anders im Auto sitzt, verschmutzt sein Heckflügel im Laufe des Rennens stärker, so hat er mit dem gleichen Auto bisher deutlich mehr Probleme.

Dennoch: Die interne Statistik seit Saisonbeginn 2010 gibt Schumacher offensichtlich zu denken. In einem Bunte-Interview wurde er kürzlich mit den Worten zitiert: "Vielleicht bin ich nicht mehr ganz so gut wie mit 25." Zwar kämpfe er weiter um den Weg zurück an die Spitze, "allerdings bin ich 42, das ist nicht wegzudiskutieren. " Ans Aufhören, das beteuert Schumacher aber immer wieder, denkt er freilich nicht.

So muss sich Mercedes beim Weg an die Spitze vor allem auch deshalb beeilen, um dem begehrten Rosberg das Bleiben schmackhaft zu machen. Seine Wut nach dem Shanghai-Rennen zeigte, wie sehr das Warten auf den ersten Erfolg am Wahl-Monegassen nagt.

Der Konkurrenz ist sein Können jedenfalls nicht verborgen geblieben, Rosberg scheint derzeit sogar der begehrteste Fahrer im Feld. Nachdem es immer wieder Gerüchte um ein Interesse des Weltmeister-Teams Red Bull gab, soll nach Angaben des italienischen Fachblatts Autosprint nun auch Ferrari den Deutschen ganz oben auf seiner Einkaufsliste führen - und sogar schon kontaktiert haben, da Rosberg zum Saisonende eine Ausstiegsklausel besitze. Haug bezeichnete die Gerüchte als verspäteten Aprilscherz.

Klar ist: Langfristig können die Schwaben sowohl Rosberg als auch Schumacher nur mit einer Siegperspektive halten. Die blitzte in China auf. Diesen Trend gilt es nun zu bestätigen. "Wir befinden uns in einem Aufholprozess", sagte Schumacher, Rosberg spricht von einem "schönen Schritt nach vorne". Sein Ziel: "Weiter pushen, um den Rückstand auf Red Bull zu verkleinern."

Quelle: SID/chk

 
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