Formel 1: Sauber kämpft ums Überleben
zuletzt aktualisiert: 08.08.2009 - 10:24Düsseldorf (RP). Die schnelle Lösung zur Rettung des BMW-Sauber-Rennstalls, der vom Münchner Autobauer am Saisonende aufgegeben wird, hat sich zerschlagen. "Das ist der bitterste Tag meiner 40-jährigen Motorsport-Karriere. Ich bin unglaublich enttäuscht und niedergeschlagen", sagte Peter Sauber, nachdem die ersten Verhandlungen ergebnislos geblieben waren. Als Grund nannte der Schweizer die Forderungen von BMW, die "einfach zu hoch waren". Angeblich waren es 70 Millionen Euro.
"Man benötigt mindestens zehn Jahre, um eine Crew zusammenzustellen, die ein Formel-1-Auto auf diesem Niveau bauen kann. Wenn das nun auseinanderfällt, wird es in der Schweiz nie mehr etwas Vergleichbares geben", erklärte der 65-jährige, der weiter um sein Lebenswerk kämpft, im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung".
1993 hatte Sauber sein Formel-1-Projekt in Hinwil gestartet und sein Team, dessen Autos zum Beispiel von Heinz-Harald Frentzen, Nick Heidfeld (beide Mönchengladbach), Kimi Räikkönen (Finnland) und Felipe Massa (Brasilien) gefahren wurden, im Juni 2005 an BMW verkauft. Nun stehen die rund 420 Mitarbeiter in Hinwil vor einer ungewissen Zukunft.
Sauber hatte offenbar ein tragfähiges Konzept erarbeitet. Darin waren aber wohl auch jene gut 25 Millionen Euro enthalten, die der potenzielle Käufer aus dem Vermarktungstopf von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erhalten hätte, wenn bis vergangenen Mittwoch das neue Concorde Agreement (Formel-1-Verfassung) unterschrieben worden wäre. "Das Geld hätte die Zukunft gesichert", sagte Sauber.
Offenbar hält die Vereinigung der Teams (FOTA) die Tür für Sauber noch offen und will eine spätere Unterschrift akzeptieren. Auf 100 Millionen Euro wird der Saisonetat geschätzt. Ob der Schweizer noch fündig wird, bleibt abzuwarten. Fraglich ist, ob das als Kandidat gehandelte österreichische Finanz-Unternehmen Superfund die Summe stemmen kann und will.
Saubers Lebenswerk droht noch immer das Aus.
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