Räikkönens Sensations-Triumph: Schumacher adelt seinen Erben
zuletzt aktualisiert: 22.10.2007 - 10:31Düsseldorf (RPO). Mit dem sensationellen Sieg beim Formel-1-Finale in Sao Paulo und dem Gewinn der Weltmeisterschaft hat sich Kimi Räikkönen ein Denkmal gesetzt. Nun hat der "Iceman" Lob von ganz oben bekommen: Michael Schumacher hat seinem Erben zum Titel gratuliert.
"Ich habe mich riesig gefreut, als Kimi und Felipe als Erste über die Ziellinie fuhren. Ich meine, ich habe zwar schon immer daran geglaubt, dass man nie aufgeben und auch auf die kleinste Chance hoffen soll, aber dass sich das so bewahrheitet, hätte wohl keiner gedacht", sagte Schumacher auf seiner Homepage (www. michael-schumacher.de) und ärgerte sich, dass er das heimische Sofa dem Flug nach Brasilien vorgezogen hatte. "Ein unglaubliches Finale, unwirklich spannend", meinte der heutige Ferrari-Berater: "Schade nur im Nachhinein, dass ich nicht vor Ort war. Mitgefeiert hätte ich natürlich schon gern."
Ausnahmezustand in Italien
Im Ferrari-Städtchen Maranello hatten rund 1000 Fans im ausverkauften Theater das "Wunder Ferrari" (Tuttosport) verfolgt und waren dann in absolute Ekstase geraten. Mit Jubelstürmen und Hupkonzerten machten sie die Nacht zum Tag. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano schickte umgehend einen Glückwunsch: "Kompliment an Kimi Räikkönen, Felipe Massa und das ganze Ferrari-Team für einen außerordentlichen Sieg unter schwierigen Umständen." Champions-League-Sieger AC Mailand "applaudierte dem neuen roten Weltmeister".
Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bezeichnete den Titel als großartigen Erfolg. "Vor allem, weil es der erste Sieg nach dem Ende der Ära Schumacher war", meinte der 60-Jährige: "Wir haben auf ein junges Team gesetzt, das nicht enttäuscht hat. Wir haben bewiesen, dass wir auch nach Michaels Abschied das beste Team sind." Und über Schumacher-Nachfolger Räikkönen meinte er: "Kimi ist ein Mann, der wenig spricht, aber viel handelt und arbeitet."
Jubelfeiern gab es auch in Madrid und Fernando Alonsos Heimatstadt Oviedo, wo viele Fans offen ihre Freude darüber zum Ausdruck brachten, dass wenigstens nicht Alonsos Teamkollege Lewis Hamilton dessen Nachfolger auf dem WM-Thron geworden ist.
Auch in Deutschland faszinierte der WM-Showdown die Massen. Das spannendste Finale seit 21 Jahren hat dem Privatsender RTL für die Formel-1-Saison 2007 eine Rekordquote beschert. Im Schnitt verbuchten die Kölner 11,13 Millionen Zuschauer. Bei Räikkönens Zieldurchfahrt in Sao Paulo um 19.31 Uhr deutscher Zeit saßen als Spitzenwert sogar 12,95 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher.
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