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Sebastian Vettel China Champagner afp 2009 Panorama
  Foto: AFP, AFP
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Vettel siegt in China: Schumacher: "Das war grandios"

zuletzt aktualisiert: 20.04.2009 - 11:28

Shanghai (RPO). Am Montag war Sebastian Vettel sichtlich übermüdet. Der "Rainman" hatte es nach seinem Sieg beim Großen Preis von China in Shanghai im Millennium-Hotel mit seinem Red-Bull-Team ordentlich krachen lassen. Lob erhielt der 21-Jährige für seinen Husarenritt sogar von Michael Schumacher.

"Das war grandios. Da kann man nur mit Spaß zuschauen und genießen. Vettel fährt berechtigt um die Weltmeisterschaft mit", sagte Schumacher und glaubt an Sebastian Superstar: "Sie waren in Australien schnell, sie waren in China schnell. Sie sollten in dieser Saison weiter in der Lage sein, um Siege und den Titel mitzufahren." Vor allem, wenn das neue neuen Aerodynamik-Paket komme, sei alles möglich: "Das Potenzial in diesem Team ist für dieses Jahr noch sehr groß."

Der ehemalige Formel-1-Fahrer und RTL-Experte Christian Danner schlug in die gleiche Kerbe: "Sebastian kann Weltmeister werden. Das habe ich schon vor der Saison gesagt. Wir werden von ihm noch viele solche Glanzleistungen sehen." Auch der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton verneigte sich vor dem pfeilschnellen Deutschen: "Man kann Sebastian nur gratulieren. Er hat ein einen fantastischen Job gemacht, ich wünsche ihm alles Gute."

Das hatte der junge Held aus Heppenheim auch aus einem anderen Grund nötig, denn beim Hochstemmen des nassen Siegerpokals beim Großen Preis von China hatte er sich in den Finger geschnitten: "Deshalb musste ich die ganze Zeit am Daumen lutschen", meinte er grinsend.

Vettel hat große Pläne

Vettel muss sich halt noch daran gewöhnen, ganz oben zu stehen. Das hindert ihn aber nicht daran, den ersten deutschen WM-Titel seit Michael Schumacher 2004 ins Visier zu nehmen: "Das Auto ist schon jetzt schnell und wird hoffentlich noch besser und besser. Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt machen und das beste Team der Welt werden."

Vettel verabschiedete sich am Montag nach der Party mit dem Ziel WM-Titel erstmal in die Wüste. Vettel flog nach Bahrain, wo er beim Rennen am Sonntag den Elf-Punkte-Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien) verkürzen will.  

Erstmal soll es in Bahrain noch eine große Red-Bull-Fete geben, schließlich war es der erste Sieg im fünften Formel-1-Jahr für das Team von Milliardär Dietrich Matschitz. Die Presseabteilung titelte doppelsinnig "Red Bull gives you win(g)s" (Red Bull gibt Dir Flügel/Red Bull gibt Dir Siege).

In der Fabrik im englischen Milton Keynes werden Nachtschichten geschoben. Chefdesigner Adrian Newey verlässt seinen Arbeitsplatz derzeit erst nach Mitternacht, denn schon beim Europa-Auftakt in Barcelona soll eine Vorstufe des bislang fehlenden Diffusors an Vettels Boliden auftauchen.

Vettel bald mit Diffusor? 

Ein paar Wochen später soll die endgültige Version folgen, die noch einmal ein paar Zehntelsekunden pro Runde bringen soll. Newey weiß, wie man Weltmeister-Autos baut - er hatte unter anderem Nigel Mansell im Williams und Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes zu Champions gemacht.

"Das Auto hat ein unglaubliches Potenzial - und dabei haben wir noch nicht mal den Doppel-Diffusor. Es steckt viel mehr Leistung drin", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner: "Vor allem aber haben wir in Sebastian einen fantastischen Fahrer. Er wird sich weiterentwickeln und ganz sicher noch besser werden." Nicht nur RTL-Reporter Kai Ebel fühlte sich "stark an Michael Schumacher" erinnert.

Vettel selbst mag die Vergleiche überhaupt nicht, obwohl er Schumi von kleinauf kennt und oft mit ihm telefoniert: "Michael ist einer der besten Fahrer aller Zeiten, aber ich bin ein eigener Mensch."

Vettel hat Schumi als jüngsten Sieger der Formel-1-Geschichte bereits übertroffen und hat noch bis nächstes Jahr Zeit, Hamilton als jüngsten Weltmeister abzulösen. Michael Schumacher hat Vettel schon als "kommenden Weltmeister" geadelt und hält ihn für einen würdigen Nachfolger: "Man sollte nicht über Vergleiche reden, sondern sehen, dass er ein unglaublich starker Rennfahrer ist."

Vor allem ist der intelligente Mann, der seit Jahren mit seiner Schulfreundin Hanna zusammen ist, sympathischer und authentischer als Schumacher. Der Beatles-Fan mit Abitur (Schnitt 2,8) hat trotz eines geschätzten Jahreseinkommens von 3,5 Millionen Euro immer noch keinen Manager, und zum zweiten Karriere-Sieg in China fuhr er mit zwei Glücksmünzen im Schuh.

Beim ersten Triumph in Monza war es noch eine gewesen. Vettel: "Vielleicht müssen es beim nächsten Rennen drei sein. Irgendwann ist der Schuh dann voll. " Und "Sebastian Superstar" Weltmeister.

Quelle: SID

 
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