Formel 1: Schumacher: "Gemeine Kritik hake ich ab"
zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 - 10:35Budapest (RPO). Michael Schumacher lässt die Kritik an seinen enttäuschenden Leistungen scheinbar kalt. "Das darf man alles nicht so eng sehen", sagte der 41-Jährige bei einer Fan-Fragestunde seines Sponsors: "Berechtigte Kritik nehme ich ernst, aber unser Sport ist zu einem gewissen Teil auch Showbusiness. Gemeine Kritiken, denen die Basis fehlt, hake ich darunter ab."
Obwohl der siebenmalige Weltmeister in den ersten elf WM-Läufen 2010 nie auf dem Podest stand und auch deutlich weniger Punkte als Teamkollege Nico Rosberg eingefahren hat (38:94), macht ihm das Rennfahren wieder Spaß. Die "Renngeilheit" habe ihn zum Comeback getrieben, sagte er: "Diese Liebe war in all den Jahren durch die vielen Verpflichtungen, die in der Formel 1 mit unserem Sport einhergehen, abhandengekommen. In den drei Jahren Pause habe ich sie wieder entdeckt."
Dies habe bereits die Kontaktaufnahme seines Ex-Teams Ferrari nach dem Unfall von Felipe Massa vor fast genau einem Jahr bewirkt. "Wenn dies nicht passiert wäre, wäre ich heute wahrscheinlich noch Privatmann", sagte Schumacher.
Überfordert fühlt sich der Mercedes-Pilot nach drei Jahren Abwesenheit mit zahlreichen technischen Neuerungen aber nicht. Die aktuellen Autos empfinde er als "nicht so anstrengend zu fahren", sagte Schumacher, "auch, weil die Geschwindigkeiten nicht mehr so hoch sind wie früher. Ich bin jedenfalls nie an meiner Belastungsgrenze."
Rosberg: "Kein Biest"
Schumacher ist menschlicher als sein Ruf. Das sagt jedenfalls Teamkollege Nico Rosberg. "Er ist nicht so ein Biest wie viele Menschen es behaupten", erklärte der Mercedes-Pilot im Interview mit dem Internetportal "formula1.com".
Das erste halbe Jahr der Zusammenarbeit, das Rosberg bislang klar dominierte, sei sehr angenehm gewesen. "Man kann gut mit ihm arbeiten, es ist in jeder Hinsicht eine gute Erfahrung für mich", sagt der 25-Jährige: "Es ist fast schon bewundernswert, wie oft wir dieselbe Meinung über neue Entwicklungen haben. Das schweißt zusammen."
Rosberg rechnet damit, dass ihm der siebenmalige Weltmeister trotz des bisher enttäuschenden Comebacks noch einen großen Kampf liefern wird: "Es wird noch eng. Und manchmal wird es schwer sein, ihn zu schlagen."
Für den Fall, dass Schumacher ihn in absehbarer Zeit sogar überflügeln sollte, befürchtet Rosberg keinen Imageschaden: "Das wäre nicht das Ende, zumal er der Beste aller Zeiten ist."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







