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Formel 1: Schumacher im Silberpfeil – Zweifel bleiben

VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 14.12.2009 - 10:13

Düsseldorf (RP). Die Beteiligten wiegeln ab. Dennoch wird über eine Rückkehr des siebenmaligen Weltmeisters in die Formel 1 spekuliert. Zweifel bleiben, ob der 40-Jährige die im Februar erlittenen Sturzverletzungen überwunden hat.

Hoffentlich haben sie bei Mercedes bald alle Hausaufgaben für das nächste Formel-1-Jahr gemacht. Kürzlich hat der Autobauer aus Stuttgart die Mehrheit am Weltmeister-Team von Ross Brawn erworben und besitzt damit erstmals seit 1955 wieder einen Rennstall. Einen Fahrer haben sie auch schon: Nico Rosberg (24). Der Wiesbadener kommt von Williams. Dafür regt die Suche nach dem zweiten Piloten die Fantasie an.

Michael Schumacher, dem erfolgreichsten Fahrer der WM-Geschichte (seit 1950), liegt angeblich ein unterschriftsreifer Vertrag vor. 2006 hatte der zweifache Vater seine Karriere beendet und danach immer wieder betont, wie angenehm und ausgefüllt für ihn das Leben mit der Familie und ohne Formel 1 ist.

Die direkt Beteiligten geben sich zugeknöpft. "Tut mir leid. Dazu möchte ich nichts sagen", antwortet Schumacher, der am Wochenende beim Winterpokal des Kart-Clubs in seiner Heimatstadt Kerpen startete. Platz drei im ersten Rennen, dann das "Aus" in der ersten Runde – Schumacher schaffte es immerhin noch auf Rang sieben in seiner Klasse. Auch bei Mercedes hält man sich bedeckt. "Es wird immer spekuliert, solange ein Sitz in unserem Team nicht besetzt ist. Und manche Spekulationen sind eben auch Träume, die nicht in Erfüllung gehen", sagte ein Firmensprecher.

Dennoch werden Details gehandelt. So soll Schumacher einen Einjahresvertrag erhalten, der mit 3,5 Millionen Euro dotiert ist (auch über sieben Millionen wird spekuliert), und 2011 Platz machen für Vizeweltmeister Sebastian Vettel, dessen Vertrag bei Red Bull bis Ende 2010 dauert. Der Kerpener wird dann als Sport-Botschafter langfristig an die Marke mit dem Stern gebunden. Autobauer Ferrari, seit 1996 die sportliche Heimat des Deutschen, und ihr erfolgreichster Repräsentant haben sich offenbar geeinigt, den beschlossenen Beratervertrag (Laufzeit: drei Jahre) nicht zu unterschreiben.

Schumachers Vater Rolf hat verraten, sein Sohn trainiere derzeit so intensiv wie schon lange nicht mehr. Zweifel aber bleiben, dass der bald 41-Jährige auch fit genug für die Formel 1 ist. Im Sommer hatte er mit seiner Ankündigung, für Felipe Massa, den verletzten Ferrari-Fahrer und Freund, einzuspringen, schon einmal einen Hype ausgelöst, der ganze zwei Wochen hielt.

Bei einem Unfall mit dem Motorrad, seiner neuen Leidenschaft, hatte sich Schumacher Anfang des Jahres einen Schädelbasis- und Halswirbelbruch zugezogen. Die starken Belastungen bis zum Sechsfachen des Körpergewichts, denen die Formel-1-Fahrer ausgesetzt sind, verursachten nach den ersten Fahrten in einem Rennwagen aber Schmerzen, die das Comeback unmöglich machten. Damals hatte Schumachers Arzt Johannes Peil erklärt, dass es drei Wochen, drei Monate oder drei Jahre dauern könne, bis alles verheilt ist.

Da Schumacher frühestens im Februar im Rennwagen testen kann, würde Mercedes ein Risiko eingehen, sich jetzt auf den Ex-Champion festzulegen. Auch wenn alles verheilt ist, bleibt die Frage, ob Schumacher die Belastungen eines fast zweistündigen Rennens schmerzfrei meistern kann.

Wenn er es noch einmal versuchen will, dann ist Geld wohl nicht die Triebfeder. Will der Kerpener sich tatsächlich mit den aktuell besten Piloten messen, dann macht Mercedes natürlich Sinn. Denn selbst wenn nicht garantiert ist, dass angesichts der technischen Änderungen (größere Tanks, veränderter Radstand) die Kräfteverhältnisse so bleiben, dürften die Silberpfeile zu den Teams gehören, mit deren Autos man Rennen gewinnen kann. Und nur das kann Schumachers Ziel sein. Bei Mercedes würde er wieder mit Ross Brawn arbeiten. Das Duo war bei Benetton und Ferrari für sieben WM-Titel gut.

Angeblich soll bis Mittwoch eine Entscheidung fallen. Die könnte auch für Nick Heidfeld sehr interessant sein. Der Mönchengladbacher, zuletzt beim Formel-1-Aussteiger BMW unter Vertrag, hofft auch auf das Cockpit bei den Silberpfeilen

Quelle: RP

 
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