Formel-1-Tests: Schumacher in Jerez Fünfter
zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 18:43Jerez (RPO). Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher ist bei den Testfahrten weiter schnell unterwegs, und sein früherer Rivale Jacques Villeneuve träumt schon von einer Neuauflage des alten Titel-Duells. Während der Kerpener am Freitag in Jerez bei endlich einmal trockenen Witterungsbedingungen Platz fünf belegte, hofft der Kanadier Villeneuve auf einen Startplatz für das serbische Stefan-Team, bei dem der Weltmeister von 1997 laut Teambesitzer Zoran Stefanovic "kurz vor der endgültigen Unterschrift" steht.
Noch einmal gegen Schumacher antreten zu können, wäre für Villeneuve der "absolute Wahnsinn". "Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, so steht seine Leistung außer Zweifel: Er war für alle Fahrer im Feld immer die ultimative Herausforderung", sagte er in einem Interview mit der Online-Ausgabe des fachmagazins auto, motor und sport: "Jeder will gegen den Mann fahren, der die meisten Rennen und Titel gewonnen hat."
Auch Schumachers Freund und einstiger Ferrari-Kollege Felipe Massa freut sich schon auf Duelle mit dem Kerpener. "Schumacher hat kürzlich gesagt, ich sei wie sein Bruder. Es wäre wunderbar, den älteren Bruder zu besiegen. Ich hätte große Lust, vor ihm zu gewinnen, aus meinem Auto auszusteigen und ihn auf den Arm nehmen", sagte der Brasilianer im Interview mit dem italienischen TV-Sender Sky Sport.
Am Freitag in Jerez fehlten Schumacher, der im Silberpfeil 79 Runden fuhr, allerdings mehr als zwei Sekunden zur Bestzeit von Sebastian Vettels Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber (Australien) sowie 1,3 Sekunden auf den zweitplatzierten Ferrari-Piloten Fernando Alonso (Spanien).
"Das war ein versöhnlicher Abschluss der Testtage in Jerez, es tat gut, auch mal längere Zeit im Trockenen fahren zu können. Wir liegen im Plan, wissen aber gleichzeitig, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben", sagte Schumacher, dessen Rolle am Samstag noch einmal Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden) übernimmt. "Barcelona in der kommenden Woche wird in dieser Hinsicht ein wichtiger Test für alle sein und uns genauere Informationen über die Performance unseres Autos geben", meinte der Kerpener.
Fünf Tausendstelsekunden vor Schumacher auf Rang vier lag als bester Deutscher Williams-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich). Der Formel-1-Neuling war mit 138 gefahrenen Runden auch der fleißigste Fahrer des Tages. Force-India-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde Siebter.
Villeneuve traut Schumacher in der am 14. März in Bahrain beginnenden Saison 2010 sehr viel zu. "Er hat den Biss, er weiß, was er will. Michael fährt sein ganzes Leben lang Autorennen. Er weiß, wie man Meisterschaften gewinnt. Selbst wenn das Auto am Anfang nicht das beste wäre, würde er einen Weg finden, es schneller zu machen", meinte er. "Mir scheint er genauso hungrig zu sein wie damals, als er mit der Formel 1 anfing. Ich kann mir sogar vorstellen, dass ihn die Pause noch besser gemacht hat", sagte Villeneuve. Denn Schumacher werde viele kleine Fehler wohl kein zweites Mal begehen.
Auch Villeneuve, der zuletzt Mitte 2006 für BMW-Sauber in der Königsklasse unterwegs war, drängt es zurück in die Formel 1 - beim Stefan-Team, das auf einen Rückzieher von Campos oder USF1 hofft. Dort wäre er Kollege des Japaners Kazuki Nakajima, den Stefanovic als "ersten Mann" in einem Interview mit motorsport-total.com bestätigte.
Für Virgin-Pilot Timo Glock ist Schumachers Rückkehr "sehr gut für die Formel 1 und ein Highlight für alle Fans". Wenn der Mercedes funktioniere, "wird er konkurrenzfähig sein, so wie er es immer war. Er hat gezeigt, dass er sofort schnell ist", sagte Glock bei sport1.de.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







