Weltmeister ärgert sich über Panne: Schumacher: "Man denkt sich: Muss das unbedingt sein?"
zuletzt aktualisiert: 03.08.2003 - 19:04Hockenheim (rpo). Nach seinem siebten Platz in Hockenheim spricht Michael Schumacher über den Startunfall, die WM und die Panne an seinem Ferrari.
Frage: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie merkten, dass mit dem Hinterrad etwas nicht stimmt?
Schumacher: "Ja, da gibt es dieses schöne Wort, das mit S c h anfängt. Und man denkt sich: Muss das unbedingt sein? Aber es hat schon in der Vergangenheit andere getroffen, heute sollte es mich treffen. Man muss es hinnehmen."
Frage: Kann der Reifen möglicherweise auch durch das Überholmanöver zuvor gegen Jarno Trulli beschädigt worden sein?
Schumacher: "Es ist ganz einfach so, dass - wie bei anderen Teams auch - eben Reifenschäden auftreten können. Warum? Weshalb? Da braucht man ein bisschen mehr Zeit, um das zu analysieren und zu verstehen. Wir hatten am Samstag schon mal einen Reifenschaden. Das ist sicherlich sehr ungewöhnlich für uns."
Frage: Juan Pablo Montoya fuhr überlegen vorneweg. In Ungarn gibt es normalerweise ähnlich heiße Temperaturen wie hier. Macht Ihnen daher der Blick auf das nächste Rennen in Bezug auf die Reifen ein bisschen Angst?
Schumacher: "Optimistisch stimmt es mich sicherlich nicht."
Frage: Wäre der zweite Platz hier so viel wert gewesen wie ein Sieg?
Schumacher: "Es wäre das Maximum gewesen. Ich hätte mich darüber wahrscheinlich genauso gefreut wie über einen Sieg."
Frage: In der WM ist jetzt Montoya Ihr unmittelbarer Verfolger. Wie schätzen Sie die Situation ein?
Schumacher: "Ich habe schon längere Zeit gesagt, dass ich eigentlich Williams mehr fürchte. Es ist sicherlich ein bisschen unglücklich gelaufen für Räikkönen, gar keine Frage. Wobei mir dann ja am Ende auch etwas zugestoßen ist. Insofern ist nach wie vor alles eng zusammen und natürlich auch alles offen."
Frage: Es sah so aus, als ob Sie in diesem Rennen großes Glück hätten, ehe der Reifenschaden alles zunichte machte. Braucht es lange, um den Frust wegzustecken?
Schumacher: "Wenn es lange brauchen würde, würde ich jetzt hier keine Interviews geben. Da würde ich noch irgendwo sitzen und Verdauungsarbeit leisten. Es ist einfach so im Rennsport."
Frage: Wie haben Sie den Startunfall und das Ausscheiden Ihres Bruders erlebt?
Schumacher: "Ich habe erst gar nicht mitbekommen, was mit Ralf passiert ist. Ich hatte irgendwann die Autos von Räikkönen und Barrichello stehen sehen. Aber was mit Ralf passierte, war mir völlig entgangen. Ich habe irgendwann mal während der Safety-Car-Phase gesehen, dass da nur noch ein BMW vorne ist - und denk', wo ist denn jetzt Ralf abgeblieben?"
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