Wer profitiert vom Comeback?: Schumacher sorgt für Umsatz
VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009 - 07:26Düsseldorf (RP). Klartext haben bisher weder der Kerpener noch Mercedes geredet. Doch von einer Rückkehr in die Formel 1 würden viele profitieren – vor allem aber das Fernsehen, die Rennstrecken und der Fahrer selbst.
Unterschrieben ist immer noch nichts. Dass Michael Schumacher seine für Januar geplanten Motorrad-Testfahrten für das KTM-Team, mit dem er die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) bestreiten wollte, abgesagt hat, mag man als Indiz dafür werten, dass der Fokus des Kerpeners wieder mehr auf Fahrten mit vier statt zwei Rädern liegt. Sollte Schumacher, der am 3. Januar seinen 41. Geburtsag feiert, als Werksfahrer im Mercedes-Team in die Formel 1 zurückkehren, sollte er das Duell "Jung gegen Alt" suchen, dann werden sich viele freuen, weil sie davon profitieren.
Das Fernsehen Als im Sommer das Comeback bei Ferrari immer wahrscheinlicher wurde, stieg die Vorfreude beim Kölner Privatsender RTL. Der erfolgreichste Fahrer der Formel 1 hatte Mitte der 90er-Jahre die Königsklasse in Deutschland erst wieder hoffähig gemacht und das Interesse mit seinen Triumphen und Skandalen hochgehalten. Auch das Fernsehen profitierte. Als Schumacher Ende 2006 zurücktrat, sank die Quote. Sahen damals im Schnitt rund sieben Millionen die RTL-Übertragungen, sank die Zahl dann 2008 auf 5,14 Millionen und stieg nun auf 5,21 Millionen.
Vielleicht sechs deutsche Piloten, dazu das Generationenduell Schumacher (bald 41) gegen Sebastian Vettel (22) und Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg (24) dürften das Interesse steigen lassen. Im "letzten" Schumi-Jahr zahlten RTL-Kunden für den 30-Sekunden-Werbespot zwischen 33 000 und 111 300 Euro. Derzeit reicht die Spanne laut RTL-Werbevermarkter IP von 82 800 und 23 400 Euro.
Die Rennstrecken Als das Comeback für Ferrari angekündigt wurde, das letztlich wegen der noch nicht ausgeheilten Nacken- und Wirbelverletzungen als Folge eines Motorradsturzes im Februar platzte, zog der Kartenverkauf im belgischen Spa an. In Hockenheim, wo am 25. Juli der Große Preis von Deutschland stattfindet, wäre ein Michael Schumacher als Rennfahrer gerne gesehen. Dort bleiben seit Jahren schon die Fans weg und sorgten zuletzt für ein Minus von sechs Millionen Euro. Erst ein Entgegenkommen von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone rettete die 21 000-Seelen-Gemeinde nahe Heidelberg als WM-Standort.
Mister 20 Prozent Ob Ohrstöpsel, Sekt, Kinderknete, Schal, Salami, Formel-1-Lenkrad, Mützen, T-Shirts, Jacken – die Palette der Michael Schumacher Collection umfasste über 350 Produkte. Mit dem Wechsel von Ferrari-Rot zu Mercedes-Silber steht der bekennende Schumi-Fan unter Kaufzwang – und füllt auch das längst stattliche Konto von Schumacher und dessen Manager Willi Weber, der mit 20 Prozent an den Verträgen beteiligt sein soll.
Mercedes Wird die "Heirat" perfekt, rückt der Autobauer noch stärker in die Schlagzeilen. Zur Image-Steigerung gehört aber mehr als nur eine Fahrerverpflichtung. Der Rennwagen muss schnell sein. Dann werden silberne Schlagzeilen geschrieben. Das wäre aber auch der Fall, wenn "nur" ein Rosberg oder ein Nick Heidfeld im Cockpit sitzt. Die Zukunft des Mönchenglabachers ist weiter ungewiss. Er hat Optionen verstreichen lassen, weil er gerne für Mercedes fahren möchte.
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