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Formel 1: Schumacher will den Titel 2011

VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 24.07.2010 - 09:25

Hockenheim (RP). Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher setzt sich trotz seines durchwachsenen Comebacks hohe Ziele: Nächstes oder übernächstes Jahr will er wieder die Nummer eins der Rennfahrer sein.

Der Ton ist nicht aufdringlich, der im Motorhome von Mercedes plötzlich zu hören ist, aber er zeigt Wirkung. Michael Schumacher steht auf, verabschiedet sich kurz und verlässt die Runde mit einigen Journalisten, deren Fragen er im Fahrerlager von Hockenheim beantwortet hat. Andrew Shovlin, Schumachers Renningenieur, ist der Anrufer – und nun ist wieder die wahre Arbeit eines Rennfahrers gefragt, der sein Ziel klar formuliert: zum achten Mal Weltmeister in der Formel 1 werden.

"Je früher, desto besser. Realistisch gesehen könnte nächstes Jahr schon die Möglichkeit sein. Sonst halt übernächstes", sagt der 41-Jährige, dessen Rückkehr viele mit verklärten Augen gesehen haben und manche ihre Enttäuschung in Hohn und Spott formulieren.

 Mercedes, das hat sich auch vor dem elften von 19 WM-Rennen nicht verändert, ist offensichtlich nicht der große Wurf gelungen mit dem Auto. Aber Schumacher steht auch im Schatten von Nico Rosberg. Ihn bezeichnet der Fahrer, der zu Beginn des Jahrtausend die Messlatte war, als seinen stärksten und schnellsten Teamkollegen.

Schumacher zuversichtlich

"Aber ich weiß ja auch teilweise aus Details, warum er besser war. Fakt ist, dass ich nicht immer 100 Prozent aus dem Auto heraushole", gibt der Kerpener zu, blickt aber zuversichtlich nach vorne: "Mein Selbstvertrauen ist groß genug um zu sagen: Das kriegen wir auf die Reihe." Bei allem Respekt vor dem 17 Jahre jüngeren Kollegen und größten Rivalen, ist nicht Rosberg das zentrale Thema. Es sind die Antworten auf die Fragen: "Was will ich? Wo kann ich noch hin? Was krieg ich noch auf die Reihe."

Dass nicht mehr getestet werden darf, macht die Rückkehr nicht einfacher. Auf der anderen Seite genießt Schumacher die gewonnen Freizeit. Mit ein Grund für seinen Rückzug Ende 2006 war ja, dass die Hauptaufgabe, Rennen zu fahren, überfrachtet war mit bis zu 50 000 Testkilometern im Jahr, PR-Terminen und anderen Pflichtaufgaben. "So wie das Verhältnis jetzt ist, macht es Spaß und ist sehr motivierend", sagt Schumacher.

"Die drei Jahre Pause haben mir sicherlich gut getan", betont der Rennfahrer, dessen Batterien wieder voll sind, der sich verändert hat. "Ich kann lockerer mit Situationen umgehen. Früher war ich viel verbissener. Nun konzentriere ich mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann und die wirklich wichtig sind", betont der Mercedes-Fahrer, dessen Familie ihn vorbehaltlos unterstützt, die Arbeit des Vaters und Ehemanns nun viel bewusster erlebt. "Es ist ja nicht so, dass die Formel 1 mich belastet. Ich bin ja hier, weil sie mir Spaß macht, mich motiviert und eine Herausforderung ist."

Reifen sind "sehr gewöhnungsbedürftig"

Die größte Überraschung zu Beginn seiner zweiten Karriere sind die Reifen, die "sehr gewöhnungsbedürftig" sind. Da es aber Teams gibt, die damit weniger Probleme haben, sei dies wohl nicht eine Fahrerangelegenheit, vielmehr habe das Auto einen großen Einfluss. Schumacher gibt zu, dass sein Lern- und Anpassungsprozess noch nicht abgeschlossen ist. "Ich muss mich nach der Pause wieder in den konstanten Rhythmus einarbeiten, so dass ich wieder alles im Detail spüren und fühlen, auch vorausschauend Veränderungen vornehmen kann, bei denen ich weiß, wie sie sich auswirken."

Den größeren Schatz an Erfahrungen, angesammelt in über 15 Jahren in der Formel 1, ist hilfreich, aber noch immer gibt es Situationen, "die ich so noch nicht erfahren habe. Da darf man nicht die Einstellung haben: Das war früher so, das muss auch heute so sein." Körperlich in Form, die Herausforderungen zu meistern, fühlt sich Schumacher. "Die Fitnesswerte sind uneingeschränkt hoch und gut. Aber ich trainiere schon zielbewusster und konzentrierter, teile mir meine Energien ein", sagt der in der Schweiz lebenende Rennfahrer, "man wird ja nicht jünger."

Quelle: RP

 
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