In der "Sauna" von Kuala Lumpur: Schumacher will einen Ferrari mit Klimaanlage
zuletzt aktualisiert: 16.03.2001 - 13:32Kuala Lumpur (rpo). Selbst Fitness-Fanatiker Michael Schumacher stößt in der Sauna von Kuala Lumpur an seine körperlichen Grenzen. "Dass ich schwitze, ist sehr ungewöhnlich. Es wäre nicht schlecht, wenn wir die Klimaanlage aus dem Büro ins Auto einbauen könnten", sagte der Formel-1-Weltmeister nach dem freien Training zum Großen Preis von Malaysia (Sonntag, 8.00 Uhr).
Hitze von mehr als 36 Grad, Asphalttemperaturen von bis zu 50 Grad - bei derart extremen Bedingungen wird auch die Königsklasse erfinderisch. Schumacher schnitt kurzerhand die Ärmel seines feuerfesten Unterhemdes ab. "Wir wussten, wie heiß es hier wird, da ist es gut, wenn man so wenig Stoff wie möglich auf der Haut hat", erklärte der Kerpener, der am Freitag hinter Jordan-Pilot Jarno Trulli die zweitbeste Zeit erzielte und sich erneut klar vor der Silberpfeil-Konkurrenz platzierte.
David Coulthard und Mika Häkkinen fuhren auf die Plätze vier und sechs und hatten noch Probleme, mit neuen Aerodynamik-Teilen die passende Abstimmung zu finden. In punkto Kühlung sind die beiden der Konkurrenz aber einen Schritt voraus: Coulthard und Häkkinen setzen als einzige Piloten auf neuartige Kühlmasken. "Die bringen einiges. Ein Radrennfahrer hat diese Masken für uns in einem Versuch bei vergleichbaren Temperaturen getestet und bessere Leistungswerte erzielt", sagte Häkkinen dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Deshalb glauben wir, dass uns diese Masken einen Vorteil bringen werden."
Bei Ferrari hatte man mit ähnlichen Hilfsmitteln experimentiert. "Das hat uns aber nicht weitergebracht, weil die Kühlung nicht lange genug angehalten hat", sagte Schumacher: "Deshalb wird es bei uns nur die gute, alte Trinkflasche geben, auch wenn das am Ende wie eine warme Suppe sein wird."
Beim Jordan-Team, für das Jarno Trulli überraschend die erste Trainingsbestzeit fuhr, gibt es auch keine Hilfen für die Fahrer. "Wir haben keine Klima-Anlage. So etwas gibt es leider nur bei Mercedes", meinte der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen nach Trainingsposition sieben mit einem Lächeln. Auch BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher, am Freitag Zehnter, und Sauber-Fahrer Nick Heidfeld vertrauen weiter der normalen Trinkflasche. Heidfeld hatte sich allerdings in den letzten Tagen in Kuala Lumpur noch besonders vorbereitet. "Wir haben versucht, jeden Tag in der Mittagshitze zwei Stunden zu trainieren", sagte Heidfeld, der auf Platz zwölf fuhr.
Dem Material macht die Hitze scheinbar nichts aus. "Die Reifen halten, die Motoren sind gut vorbereitet", sagte Schumacher und zog daraus einen einfachen Schluss: "Wenn die Autos durchhalten, müssen wir Fahrer halt sehen, dass wir uns gut genug vorbereiten." Und da hat Ex-Weltmeister Niki Lauda einen Tipp: "Man schüttet sich einen Eimer Wasser über den Kopf."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







