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Formel-1-WM in Schanghai - "Schumi II" Siebter: Schumi: Achter im Training, Ärger mit Kameramann

zuletzt aktualisiert: 24.09.2004 - 12:45

Schanghai (rpo). Achter im freien Training, als Fußgänger für Aufsehen gesorgt: Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher sorgte vor dem Großen Preis von China in Schanghai (Sonntag um 8 Uhr/bei uns im LIVE!-Ticker) eher abseits der Piste für Schlagzeilen...

Als der Ferrari-Star sein Auto im ersten freien Training wegen eines Defekts ausgangs der Boxenstraße abgestellt hatte und zurück an die Garage marschierte, stieß er die Kamera eines Fernsehmannes zur Seite. Der Reporter wollte wie immer nur seinen Job machen und Schumacher ins rechte Bild rücken.

Schumacher sprach später von einem Missverständnis, als er von RTL-Mann Kai Ebel auf den Zwischenfall angesprochen wurde. Vielmehr wollte er den Journalisten beschützen, denn kurz vorher hätte der Australier Mark Webber im Jaguar um ein Haar einen Kollegen des Reporters über den Haufen gefahren. "Aber der hat nichts daraus gelernt, deshalb habe ich gesagt, er solle besser auf die andere Seite gehen, damit er nicht vom nächsten Auto überfahren wird. Das hat er vielleicht nicht ganz so verstanden", sagte Schumacher. Für seine technische Panne sei ein Softwareproblem verantwortlich gewesen, erklärte der siebenmalige Weltmeister.

Auf der Rennstrecke ließ es Schumacher bei der ersten Ausfahrt auf dem teuersten, modernsten und spektakulärsten Kurs der Welt aber langsamer angehen. Der 35-Jährige belegte im freien Training zum Großen Preis von China nur den achten Platz. In 1:34,776 Minuten lag er 1,487 Sekunden hinter BAR-Honda-Testfahrer Anthony Davidson (England) zurück, der die Bestzeit erzielte.

Comeback von "Schumi II"

Zweitschnellster war Davidsons Landsmann und Teamkollege Jenson Button (1:34,174) vor dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes (1:34,289). Ralf Schumacher, der nach seinem schweren Unfall am 20. Juni in Indianapolis und sechs Rennen Pause zurückkehrte, landete im Williams-BMW direkt vor seinem Bruder auf Rang sieben. "Schumi II", der im nächsten Jahr für Toyota fährt, hatte bei dem Crash eine schwere Gehirnerschütterung und eine Fraktur zweier Brustwirbel erlitten.

Im Blickpunkt stand am ersten Tag aber vor allem die gigantische Anlage, die Architekt Hermann Tilke aus Aachen für 325 Millionen Euro auf einem einstigen Sumpfgebiet aus dem Boden stampfen ließ. "Das ist die beste Rennstrecke, die ich jemals gesehen habe", meinte Michael Schumacher. Ferrari-Generaldirektor Jean Todt sprach sogar von einem "historischen Tag" für die Formel 1: "Hier wurde fast Unglaubliches geleistet."

Auch Renault-Teamchef Flavio Briatore war beeindruckt: "Das ist überwältigend, absolut fantastisch." Mercedes-Sportchef Norbert Haug schwärmte: "Die Anlage ist großartig und die Strecke anspruchsvoll." Mit der Vorstellung des Teams war er ebenfalls zufrieden: "Das war ein guter Auftakt mit planmäßigem Programm." Ralf Schumacher lobte die Strecke als sehr gelungen: "Es macht viel Spaß, hier zu fahren, weil es mal etwas ganz Neues ist."

Villeneuve blieb hinter den Erwartungen zurück

Ein anderer Fahrer blieb bei seinem ersten Auftritt nach einem Jahr Formel-1-Abstinenz noch hinter den Erwartungen zurück: Jacques Villeneuve (Kanada), der den Italiener Jarno Trulli in den letzten drei Rennen bei Renault ersetzt, fuhr zunächst nur auf Position 15 (1:35,851). Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld kam im Jordan nicht über Platz 18 (1:36,630) hinaus, sein neuer Teamkollege Timo Glock (Wersau) zahlte auf dem 23. Rang Lehrgeld (1:37,587).

In der kommenden Saison fährt Villeneuve für das Sauber-Team aus der Schweiz. Dafür macht er enorme Abstriche bei der Gage. Vor einem Jahr bei BAR-Honda war er mit rund 20 Millionen Euro hinter Michael Schumacher (38 Millionen) der Top-Verdiener der Branche, bei Sauber steigt er für ein Trinkgeld ins Auto. Angeblich soll Villeneuve bei den Eidgenossen 100.000 Euro pro gewonnenen WM-Punkt kassieren. "Es geht mir nicht mehr ums Geld. Ich wollte unbedingt zurück und hätte bei jedem Team angefangen", sagt der Kanadier.

Quelle: sid

 
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