Formel-1-WM in Kanada: "Schumi" Dritter im Freien Training
zuletzt aktualisiert: 07.06.2002 - 20:35Montreal (rpo). Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher kam beim Freien Training zum Großen Preis von Kanada auf den dritten Rang. Ganz vorne landete Monaco-Sieger David Coulthard.
Nach fünf Siegen in sieben Rennen führt Michael Schumacher in der WM-Gesamtwertung überlegen mit 60 Punkten vor Bruder Ralf und dessen BMW-Williams-Teamkollegen Juan Montoya (Kolumbien/beide je 27).
Nur noch diese beiden Fahrer hat er im Titelrennen auf der Rechnung, McLaren-Mercedes spielt für ihn auch nach dem Sieg des Schotten David Coulthard in Monaco keine Rolle. "Für den weiteren Saisonverlauf wird dieser Erfolg keine große Bedeutung haben. Die Silberpfeile sind nur auf wenigen Strecken konkurrenzfähig, aber generell nicht", sagt der Ferrari-Star.
Im für die Startaufstellung unbedeutenden freien Training am Freitag fuhr Monaco-Sieger Coulthard immerhin die Bestzeit. Der Silberpfeil-Pilot verwies Montoya und Michael Schumacher auf die Plätze zwei und drei. Ralf Schumacher fuhr im zweiten Williams-BMW auf Rang fünf. Heinz-Harald Frentzen wurde im Arrows Zehnter, sein Mönchengladbacher Ortsrivale Nick Heidfeld kam im Sauber auf Platz 14.
Angesichts der Dominanz scheint die Formel 1 derzeit nur eine untergeordnete Rolle für Michael Schumacher zu spielen, aber der Schein trügt natürlich. Doch die Augen des Weltmeisters leuchten, wenn er von den Erlebnissen abseits der Rennstrecken erzählt. Mit Ehefrau Corinna und Freunden habe er auf einer Ranch gelebt und Wildwest-Romantik genossen. Stolz berichtet Schumacher, dass er das Westernreiten gelernt habe: "Meine Frau ist ja eine begeisterte Reiterin, ich selbst hätte nie gedacht, dass das so schön sein kann. "
Spende an Hilfswerk
Eine gute Tat hat Schumacher vor dem Urlaub auch vollbracht. Der Multimillionär, seit Jahren als Sonderbotschafter der Unesco engagiert, spendete 20.000 Dollar für ein Hilfswerk in Peru, das sich um ausgesetzte Kinder kümmert. Störend empfand Fußball-Fan Schumacher nur den Zeitunterschied; so musste er in Texas schon morgens um 6.00 Uhr aufstehen, um die WM-Live-Übertragung vom 8: 0-Erfolg der deutschen Elf gegen Saudi-Arabien zu sehen.
Über die Formel-1-WM plauderte Schumacher nur beiläufig, kein Wunder, bei der Dominanz. So wurden erste Hochrechnungen angestellt, nach denen der Kerpener im Idealfall bereits bei seinem "Heimspiel" in Hockenheim (28. Juli) die WM-Krone gewinnen könnte. Das Einzige, was ihn in Hockenheim allerdings interessiere, wäre der Sieg im Rennen, versichert Schumacher. Da sei auch der Zeitpunkt des WM-Titels weniger wichtig: "Hauptsache, dass es passiert."
Ralf Schumacher, der 2001 beim ersten Bruder-Doppelsieg in der Formel 1 in Montreal vor Michael gewann, rechnet sich in diesem Jahr keine Chancen mehr auf den WM-Titel aus: "Wenn alles normal läuft, ist das Titelrennen für uns schon gelaufen. Trotzdem haben wir den WM-Titel noch nicht abgehakt, solange er theoretisch möglich ist, werden wir natürlich dranbleiben." Der BMW-Williams-Pilot lässt sogar leise Kritik an seinem Arbeitgeber anklingen: "Wir müssen endlich in die Gänge kommen und ein Paket schnüren, mit dem wir Ferrari schlagen können."
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