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"Wir müssen daraus lernen"
Vettel fühlt sich im Reifenstreit falsch verstanden

Porträt: Vettel – der viermalige Formel-1-Weltmeister
Porträt: Vettel – der viermalige Formel-1-Weltmeister FOTO: dpa, pst jai nic
Monza. Sebastian Vettel fühlt sich falsch verstanden, und Pirelli weist jede Schuld von sich: Der Reifenstreit von Spa versandet in Monza.

Die Luft ist raus aus dem Reifenstreit. Statt eines Donnerwetters zwischen Hersteller Pirelli auf der einen und vor allem Ferrari und Sebastian Vettel auf der anderen Seite herrschte in Monza fast schon wieder eitel Sonnenschein. Keine Spur mehr vom emotionalen Ausbruch Vettels nach seinem spektakulären Reifenplatzer beim letzten Formel-1-Rennen in Spa, in dem er Pirelli verbal an die Wand gestellt hatte.

"Es ist vieles geschrieben worden, was so nicht stimmte. Ich denke, es war ziemlich klar, was ich gesagt habe", sagte Vettel in der FIA-Pressekonferenz zum Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr/Live-Ticker. Das Wichtigste sei, "dass wir uns den Vorfall sehr genau angeschaut haben. Pirelli hat uns dabei unterstützt und war sehr offen in den Diskussionen".

In Spa hatte das noch ein bisschen anders geklungen. "Da fühlt man sich verarscht", hatte Vettel getobt: "Ich muss aufpassen, was ich sage. Wenn das 200 Meter früher passiert, knall' ich mit 300 km/h in die Wand. Es muss mal gesagt werden: Die Qualität der Reifen ist miserabel, das geht jetzt schon seit Jahren so, das kann nicht sein. Ich weiß nicht, worauf wir warten."

In Monza zeigte sich Vettel dagegen zufrieden mit dem Job, den Pirelli im Anschluss an den Vorfall gemacht hatte. "Ich habe viel mitgekriegt, was nach dem Rennen gemacht wurde. Es war sehr professionell, sehr ernst. Aber es gibt immer noch Raum, die Autos noch sicherer zu machen", so Vettel, der betonte: Wir müssen daraus lernen."

Pirelli hatte zuvor jegliche Schuld von sich gewiesen. "Es gab keine strukturellen Probleme in Spa", verkündeten die Italiener in Monza. Pirelli verzichtete beim Heimspiel auf eine Pressekonferenz und gab ebenso wie der Weltverband FIA nur ein schriftliches Statement heraus. Darin hieß es, dass vor allem die dreckige Strecke und die vielen Trümmerteile für die letztlich zahlreich festgestellten Schäden an den Reifen verantwortlich gewesen seien.

Bei Vettel hätte die Kombination aus den außergewöhnlich vielen Runden und den Trümmerteilen letztlich für den Platzer des Reifens gesorgt. Die Lauffläche von Vettels Reifen hätte zum Zeitpunkt des Schadens nur noch 30 Prozent ihrer Dicke gehabt und wäre damit besonders anfällig für Schäden auch durch kleine Trümmerteile gewesen. "Trotzdem dürfen solche Reifenplatzer nicht einfach so aus heiterem Himmel passieren", sagte Vettel, ohne damit einen neuen Verbalangriff starten zu wollen. Schließlich ist ja eigentlich alles wieder in Ordnung.

(sid)
 
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