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Alleinherrscher der Formel 1: Sebastian Vettel - König ohne Konkurrenz

zuletzt aktualisiert: 13.09.2011 - 19:02

Monza (RPO). Die Konkurrenten werfen das Handtuch, Fans und Medien feiern Sebastian Vettel als Alleinherrscher der Formel 1, und ganz langsam glaubt auch der Champion selbst daran, dass er nicht wieder bis zum letzten Rennen auf die WM-Krone warten muss: "Vielleicht klappt es ja dieses Mal früher." Vielleicht sogar ganz früh, vielleicht schon beim nächsten Saisonrennen in zwei Wochen im Lichtermeer von Singapur.

Info

Sebastian Vettel wird Weltmeister, wenn …

...er in Singapur gewinnt (309), Alonso höchstens Vierter wird (184) und Button sowie Webber bestenfalls Dritter werden (182).

...er in Singapur Zweiter wird (302), Alonso maximal Achter wird (176), Button sowie Webber nur Fünfter werden (177) und Hamilton bestenfalls Dritter wird (173).

...er in Singapur den dritten Platz belegt (299), Alonso maximal Neunter wird (174), Button sowie Webber bestenfalls Siebter werden (173) und Hamilton höchstens Dritter wird (173).

Ein paar Extra-Kisten Champagner will Vettel dennoch nicht einpacken. "Wenn man zu viel erwartet, besteht die Möglichkeit, dass man enttäuscht wird", sagte der Heppenheimer, der anstatt in Monza zu feiern noch am Sonntagabend mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner ins Hauptquartier nach England flog. Wo er letztlich Weltmeister wird, ist Vettel "ziemlich egal. Auch wenn es erst am Ende in Abu Dhabi klappt, ist es in Ordnung."

Dass Vettel seinen Titel erfolgreich verteidigt, daran gibt es keinen Zweifel mehr, zumal seine Verfolger Fernando Alonso (172 Punkte), Jenson Button und Mark Webber (beide 167) die WM endgültig abgeschrieben haben. "Wir sind nicht mehr in Reichweite", sagte Alonso. "Es ist alles vorbei. Der Rest von uns kämpft nur noch um Platz zwei", ergänzte Webber. Und für Button ist der Titel "schon seit einigen Rennen weg".

284 von 325 bisher möglichen Punkten hat Vettel auf seinem Konto, das ist ein Schnitt von 21,84 Zählern pro Rennen. In den noch ausstehenden sechs WM-Läufen muss er rechnerisch nur noch 38 weitere Punkte holen, das sind 6,33 Punkte im Schnitt. Gewinnt Vettel nur noch ein weiteres Rennen, würde dazu ein siebter Platz reichen. Auch zwei zweite und ein neunter Platz wären genug. Oder ein sechster und fünf siebte.

Der Reporter des englischen Express deutete Vettels Tränen auf dem Podium in Monza dahingehend, dass der Heppenheimer "von der obersten Stufe wohl schon seine Krönung in den Lichtern von Singapur" gesehen habe. Wenn Vettel das dortige Nachtrennen gewinnt, Alonso höchstens Vierter, Button und Webber bestenfalls Dritter werden, kann schon in Singapur gefeiert werden.

"Einer von uns"

Die Schlagzeilen werden dann wohl noch enthusiastischer ausfallen als nach dem Monza-Triumph, nach dem Vettel vor allem von den Italienern ins Herz geschlossen wurde - obwohl er Ferrari in den Schatten gestellt hat. "Wie viele Piloten sind perfekt wie er?", fragte die Gazzetta dello Sport: "Bravissimo! Und der Applaus der Zuschauer in Monza bezeugt, dass er auch beliebt ist." Corriere dello Sport machte ihn zu "einem von uns".

Für Tuttosport ist Vettel "mit großem Recht der Alleinherrscher der Formel 1. Der König Italiens ist ein blonder Deutscher, der sich wahrscheinlich mehr in Monza als in Deutschland zu Hause fühlt, dem einzigen Land, in dem er bei seinem unaufhaltsamen Marsch zum WM-Sieg nicht das Podium erreichte." Auf dem Nürburgring war Vettel Vierter.

Auch in England erntete der Weltmeister höchsten Respekt. "Sebastian Vettel vergoss Freudentränen in dem Wissen, dass er zum jüngsten zweimaligen Champion der Formel 1 wird. Die deutsche Siegmaschine könnte die Rekordbücher schon in Singapur umschreiben", schrieb die Sun. Für den Express ist er "ein Champion mit einem Hauch von Unbesiegbarkeit".

Nicht wenige trauen Vettel in diesem Jahr auch noch zu, zwei weitere Rekorde zu attackieren. Vier Pole Positionen fehlen ihm noch zur Bestmarke von Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 (14), fünf Siege zum Rekord von Michael Schumacher von 2004 (13). Zur Erinnerung: Im vorigen Jahr hatte Vettel in Singapur Rang zwei belegt und war in Südkorea klar in Führung liegend ausgeschieden. In Japan, Brasilien und Abu Dhabi hatte er gewonnen.

Quelle: SID/rl

 
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